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FDP-Chef Lindner mit grünen Themen auf Wahlkampftour | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Kahnert

Sommertour Christian Lindner

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FDP-Chef Lindner mit grünen Themen auf Wahlkampftour

Christian Lindner macht Wahlkampf im Osten und besucht Start-ups, die sich mit Klimaschutz beschäftigen. Der FDP-Chef hängt sich rein. Schließlich hat er einen schwierigen Stand beim Thema Klimaschutz - wegen eines verhängnisvollen Satzes.

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Christian Lindner unterwegs auf Sommerreise. Er besucht Start-ups in Potsdam und Dresden, die sich mit Klimaschutz und innovativen Verkehrskonzepten beschäftigen. Dem FDP-Chef hängt eine missglückte Äußerung nach: Im Hinblick auf die "Fridays-for-Future-Bewegung" hatte er gesagt, die Schüler sollten den Klimaschutz den Profis überlassen. Auch die Jungen Liberalen kritisierten den FDP-Chef dafür. Ergebnis: Die FDP machte Klimaschutz zum zentralen Thema auf dem Parteitag Ende April. Das Ziel: Abgrenzung von den Grünen mit eigenen Konzepten.

"Da müssen wir aus Sicht der Freien Demokraten einen anderen Weg wählen. Nämlich stärker auf Technologieoffenheit zu setzen und alternative Wege zum Ziel eines sauberen Wachstums, eines gesunden Lebens zu finden." Christian Lindner, FDP-Vorsitzender

Der "grüne" Lindner

Nun steht Christian Lindner in einem Gewächshaus. Er hält ein kleines Stück Moos in der Hand. Frauenhaarmoos um präzise zu sein. Der FDP-Chef streichelt den flauschigen Bewuchs. Ganz zärtlich. "Frisch und grün!", freut sich Lindner. Das Moos ist wichtig fürs Klima und ziemlich robust, erklärt Entwickler Peter Sänger. "Das ist ja hochintelligent", staunt der FDP-Chef.

Lindner streichelt Moos

Eine merkwürdige Situation: Linder ist zu Gast bei einem Start-up in Brandenburg, weit südlich von Berlin. Green City Solutions hat gut 20 Mitarbeiter und entwickelt auf einem ehemaligen Gelände der NVA, der Nationalen Volksarmee der DDR, einen Holzklotz mit beidseitiger Moosbeschichtung. Die natürliche Luftfilteranlage soll schmutzige Luft in saubere verwandeln. Wie eben Bäume und Moos im Wald. Die Anlage könnte in der feinstaubbelasteten Stadt eingesetzt werden, etwa dort, wo Menschen lange warten. An Bushaltestellen zum Beispiel. Start-up, Innovation, Erfindergeist, Risikobereitschaft - ganz nach Lindners Geschmack.

"Ich bin begeistert von dieser Doppelwirkung. Einerseits saubere Luft und es macht auch was mit dem gefühlten Klima in Städten, wenn wir mehr grün haben und es einfach natürlicher aussieht. Toller Doppelnutzen!" Christian Lindner, FDP-Vorsitzender

Verkehr, Luft, Kraftstoffe

Lindners Sommertour ist wohlüberlegt. Erstens: Sie führt durch Brandenburg und Sachsen. Dort stehen die Landtagswahlen vor der Tür. Und die FDP will zurück in die Landtage. Da kann man sich schon mal persönlich blicken lassen. Zweitens: Lindner besucht drei Start-up-Unternehmen, die sich an Klimaschutz-Technologien arbeiten. Es geht um intelligente Verkehrssteuerung, um saubere Luft und alternative Kraftstoffe. Unternehmer zu besuchen, das ist ein Heimspiel für die FDP. "Mehr Kapital für solche Investitionen, weniger bürokratisch Bremsen, und zum dritten mehr Know-how auch eben im Bereich der öffentlichen Entscheider mit solchen Innovationen umzugehen, um die im wahrsten Sinne des Wortes in die Stadt und auf die Straßen zu bringen."

FDP-Formel: Innovation, Risiko, Erfolg

Der Abschluss des FDP-Sommerausflugs: Dresden. Ein Start-up, das schon längst nicht mehr in den Anfangsschuhen steckt. 150 Mitarbeiter, eine große Produktionshalle. Kunden: Audi, Siemens, Bosch. Das Dresdner Tech-Unternehmen Sunfire entwickelt Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien: Sauberes Kerosin zum Beispiel. Das ist ganz nach Lindners Geschmack. Innovation, Risiko, dann der Erfolg. Das ist seine Formel - und die will er auf den Klimaschutz übertragen.