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FDP-Bundesparteitag: Bayern hat jetzt etwas mehr zu sagen | BR24

© picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die neue FDP-Generalsekretärin, Linda Teuteberg, und FDP-Parteichef Christian Lindner auf dem Parteitag in Berlin

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    FDP-Bundesparteitag: Bayern hat jetzt etwas mehr zu sagen

    Die FDP will sich neu aufstellen. Zwar wird Parteichef Lindner als Bundesvorsitzender bestätigt, aber die FDP setzt unter anderem auf eine liberale Klimapolitik. Davon profitiert ein Bayer. Eine Spitzenkandidatin bekommt dagegen einen Denkzettel.

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    Eine Jungliberale in einem Eisbärenkostüm. Sie sucht Halt auf schmelzenden Eiswürfeln. Ein aussichtsloser Versuch. Die JuLi-Vorsitzende Ria Schröder fordert von ihrer Partei, mehr für Klimaschutz zu machen.

    Ein Bayer punktet als Klimapolitiker

    Lukas Köhler aus München profitiert davon. Der klimapolitische Sprecher der Bundestagsfraktion will in den Bundesvorstand. In der Partei schätzen die Liberalen den Sachverstand des 32-Jährigen. "Ich würde und möchte mich gerne dafür einsetzen, dass die bayerische Perspektive hier in Berlin weiter und stärker vertreten wird. Ich will heute rein", sagt der FDP-Politiker.

    Vernachlässigter bayerischer Landesverband

    Ob das klappt, entscheidet sich erst am späten Abend. Der bayerische Landesverband hofft, mit der Bundestagsabgeordneten Katja Hessel und dem Fraktionschef aus dem bayerischen Landtag, Martin Hagen, noch zwei weitere Bayern in den Bundesvorstand zu bringen. "Für uns ist wichtig, dass wir wieder einen Sprung nach vorne machen als Landesverband Bayern", sagt der Landesgruppenchef der FDP im Bundestag, Karsten Klein. "Wir sind schließlich der drittgrößte Landesverband."

    Lindner und die Schüler

    Die FDP wird vom Landesverband Nordrhein-Westfalen dominiert - Lindners Landesverband. Bayern dagegen ist unterrepräsentiert. Im höchsten Parteigremium, dem Präsidium, ist unter den neun Mitgliedern kein Bayer. Im Bundesvorstand sind zwei Beisitzer aus Bayern. Jetzt sollen es immerhin drei werden – von insgesamt 34.

    Zu den Wahlen kommt es erst am Nachmittag. Mittags spricht bereits Parteichef Christian Lindner. Die Klimapolitik - auch in seiner Rede ein wichtiges Thema. Im März hatte er den protestierenden Schülern noch gesagt: Klimaschutz sei eine Sache für Profis. Heute weitet er die Kritik auf die anderen Parteien aus.

    "So geht man nicht mit denen um. Wer junge Menschen wirklich ernst nimmt, der beschäftigt sich mit ihren Anliegen, mit ihren konkreten Forderungen, und der mutet ihnen in der Demokratie auch fachlichen Widerspruch zu." Christian Lindner, FDP-Chef

    Für seine Kritik an den Protesten von "Fridays for Future" hat er auch Kritik aus den eigenen Reihen einstecken müssen. Doch seine Wiederwahl gefährdet das nicht. Fast 87 Prozent bekommt Lindner. Die FDP wäre auch schlecht beraten gewesen, ihren Parteichef unmittelbar vor der so wichtigen Europawahl Ende Mai zu schwächen. Für die Spitzendkandidatin für diese Wahl, Nicola Beer, gilt das offenbar nicht.

    Spitzendkandidatin mit Makel

    Nicola Beer griff nach dem stellvertretenden Parteivorsitz im Präsidium der FDP. Weil die Satzung nicht geändert wurde, musste aber eine Person raus aus dem Präsidium: Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Beliebt in der Partei, eine echte Kante, heißt es. Erst nach einem internen Machtkampf zieht Strack-Zimmer zurück. Beer fällt aber bei den Delegierten fasst durch.

    Gerade einmal 59 Prozent wählen sie als Parteivize. "Die Delegierten haben mit Herz gewählt", sagt ein Mitglied aus dem Bundesvorstand. Es sind Machtspiele, die an die FDP vor einigen Jahren erinnern. Und sie gefallen den Delegierten nicht – damals ist man schließlich aus den Parlamenten geflogen.

    "Menschheitsherausforderung Klimawandel"

    Inhaltlich setzt die FDP auf ihre Kernthemen: Sie fordert eine starke deutsche Wirtschaft - durch weniger Bürokratie und geringere Steuern. Lindner spricht aber auch wörtlich von der "Menschheitsherausforderung Klimawandel". Und es gibt auch einen Antrag des Bundesvorstandes zur Klimapolitik. Darin macht sich die FDP vor allem stark für den Handel mit CO2-Zertifikaten - auch im Bereich Verkehr.

    Aber zur Wahrheit gehört eben auch: Die FDP pendelt derzeit zwischen sieben und zehn Prozent in den Umfragen. Damit liegt die Partei unter ihrem Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl. Die Grünen dagegen kratzen mittlerweile an der 20-Prozent-Marke. Das könnte auch ein Grund sein für den Sinneswandel beim Thema Klimapolitik.

    Letzte Wahl zum Bundesvorstand musste wiederholt werden

    Und die Kandidaten des Landesverbandes Bayern? Am Abend sollte es soweit sein. Immer wieder loben sich die Delegierten, dass sie gut im Zeitplan seien. Doch dann geht etwas schief beim letzten Wahlgang zum Bundesvorstand. Klar ist: Katja Hessel ist drin. Lukas Köhler und Martin Hagen haben es am späten Abend auch noch geschafft, auch sie sind im Bundesvorstand der FDP vertreten.