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Symbolfoto:Corona Schutzimpfung fuer Kinder und Jugendliche

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    FAQ zum Impfgipfel: Antworten zum weiteren Corona-Fahrplan

    Impfungen für jedermann bis zum Ende dieses Sommers - das ist ein Beschluss der Abstimmungen zur nationalen Impfstrategie. Weiterhin soll bis Juli der digitale Impfpass kommen und auch eine Regelung für Kinder gibt es. Die Beschlüsse im Überblick.

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    Von
    • Stephanie Stauss
    • Katrin Schirner

    Wann werden Kinder gegen Corona geimpft? Das war eine der großen Fragen beim Impfgipfel. Auch der digitale Impfnachweis birgt viel Diskussionsbedarf. Er soll nun sicher bis Juli kommen. Ein Überblick der Beschlüsse:

    Bund und Länder weiten Impfkampagne aus

    Bis zum Ende des Sommers sollen alle Impfwilligen ein Impfangebot bekommen. Das ist das erklärte Ziel der Kanzlerin. Mit dem Ende der Priorisierung, also in der Regel ab dem 7. Juni, sollen nun auch Kinder ab 12 Jahren die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen.

    Noch ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren nicht zugelassen. In Kürze, möglicherweise schon am Freitag, wird die europäische Arzneimittelbehörde EMA wahrscheinlich grünes Licht geben. Damit besteht dann auch die Möglichkeit, diese Altersgruppe zu impfen.

    Gibt es zusätzlichen Impfstoff?

    Ein Problem gibt es dabei: Es gibt keinen zusätzlichen Impfstoff für Kinder und Jugendliche. Genau in dem Punkt herrschte unter den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten Verwirrung. Ein Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz war von einigen offenbar falsch verstanden worden. Keine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche also: In dem Punkt "sei jetzt Klarheit geschaffen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nach dem Bund-Länder-Treffen. Im Rahmen der verfügbaren Impfstoffmengen soll den Familien ein Angebot in Impfzentren oder Arztpraxen gemacht werden. Wie das konkret vonstattengehen soll, entscheiden die Länder.

    Bleibt Impfstoff knapp?

    Mit den Impfstoffmengen zeigt sich die Kanzlerin grundsätzlich zufrieden. "Im Großen und Ganzen kommen die Liefermengen", sagte Merkel in der Pressekonferenz. Das gilt besonders für Biontech/Pfizer und Moderna. Eine Unsicherheit allerdings gebe es beim Impfstoff von Johnson & Johnson. Wegen einer Verunreinigung in einem Werk in den USA stecken dort Impfdosen fest und sind noch nicht freigegeben. "Wir müssen klug haushalten", betonte Bayern Ministerpräsident Markus Söder mit Blick auf die verfügbaren Impfstoffmengen.

    Warum zögert die Ständige Impfkommission mit einer Empfehlung?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) zögert noch, die Impfung von Kindern ab 12 Jahren grundsätzlich zu empfehlen. Wahrscheinlich wird sie ihr Votum erst in einigen Wochen abgeben - unter Umständen die Impfung für Kinder ab 12 Jahren nur empfehlen, wenn die Kinder Vorerkrankungen haben, die für sie eine Corona Infektion gefährlich machen. Diese Kinder werden dann wie alle behandelt, die in der Priorisierungsgruppe zwei oder drei mit Vorerkrankungen sind, und werden bevorzugt geimpft. Das Zögern der Stiko hat damit zu tun, dass die Datenlage über mögliche Nebenwirkungen noch recht dünn ist. Bei der EMA wurde lediglich eine Studie mit 1.000 geimpften Kindern vorgelegt. Das reicht der Stiko nicht. Sie will noch Daten aus den USA abwarten, die in den nächsten Wochen kommen sollen - um dann besser über das Verhältnis von Nutzen und Risiko entscheiden zu können.

    Zum Artikel: "Corona-Impfung unter 16 Jahren? Experten erwarten EMA-Zulassung"

    Müssen jetzt die Eltern entscheiden?

    Es ist wohl eine politische Gratwanderung, auch ohne eine Empfehlung der Stiko Kindern ab 12 Jahren ab dem 7. Juni die Impfung zu ermöglichen. Die Kinder- und Jugendärzte sollen die Impfung mit den Eltern besprechen, und von Fall zu Fall entscheiden. Natürlich kann das dazu führen, dass diese Entscheidung viele Eltern überfordert. Wenn es keine eindeutige Empfehlung der Stiko gibt, ist das ja erstmal irritierend. Trotzdem, so hat es auch Bundeskanzlerin Angela Merkel begründet, der Staat müsse dafür sorgen, dass für die, die wollen, eine Impfung auch ermöglicht wird.

    Kinder und Jugendliche lange benachteiligt - ändert sich das jetzt?

    Gerade Kinder und Jugendliche mussten in der Pandemie auf vieles verzichten. Durch den ausgefallenen Schulunterricht gibt es bei vielen Defizite in der Bildung. Ausgehen, Freunde treffen, Sport und Hobby. Kinder mussten auf vieles verzichten, obwohl sie eher ein geringes Risiko haben, schwer an Covid zu erkranken. Die Frage stellt sich, ob Kinder, die so lange hintanstehen mussten, jetzt nicht sogar bevorzugt geimpft werden sollten. Aber das hat die Bundeskanzlerin zurückgewiesen. Erwachsene tragen nun mal ein höheres Risiko, schwer zu erkranken, wenn sie sich infizieren. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, Kinder ab 12 Jahren in die allgemeine Gruppe für Impfungen einzureihen, ohne sie vorzuziehen.

    Werden die Schulen nach den Ferien wieder voll aufmachen?

    Die Aussage, dass Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren bis Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden soll, hat natürlich auch mit den Schulen zu tun. Alle Bundesländer hoffen, dass nach dem Sommer wieder vollständig Präsenzunterricht möglich ist. Deshalb die Eile, zum Beispiel vom Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller. Dort enden die Sommerferien schon am 6. August. Und natürlich erhöht es die Sicherheit im Unterricht, wenn möglichst viele Kinder geimpft sind.

    Aber - und darauf wurde nach dem Bund-Länder-Treffen von allen Seiten hingewiesen - das heißt nicht, dass eine Impfung Voraussetzung für den Schulbesuch ist. Es wird keine Impfpflicht geben, auch keine "moralische Verpflichtung". Mit einer Impfung sollen Kinder sich selbst schützen, und nicht Dritte. Allerdings, das gehört zur Wahrheit dazu, wenn zum Schulbeginn nur wenige Kinder geimpft sind, und trotzdem alle wieder zur Schule gehen, könnte es auch im Herbst auch neue Infektionsausbrüche geben. Und dann könnten einzelne Klassen oder sogar ganze Schulen wieder geschlossen werden.

    Wann kommt der digitale Impf-Ausweis?

    Der digitale Impfnachweis kommt bis Ende Juni, spätestens Anfang Juli. Dieses Versprechen hat die Bundesregierung noch mal erneuert. In Europa gilt ja als Einführungstermin der 1. Juli. Die deutsche Entwicklung soll sowohl als eigenständige CovPass-App umgesetzt werden, oder auch als Bestandteil der Corona-Warn-App. Die, die dann das Impfen schon hinter sich haben, werden wahrscheinlich nachträglich Post bekommen, mit einem OQ-Code, der eingescannt wird. Auch Ärzte oder Apotheker können die Impfungen nachtragen. Bei einem späteren Impftermin bekommt man den Code direkt mit. Wichtig für alle Urlauber: Der analoge gelbe Impfpass ist international und natürlich auch in ganz Deutschland gültig. Auch ohne App kann man also als Geimpfter verreisen, ins Café oder Kino gehen und den Impfnachweis anstelle eines Tests vorlegen.

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