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Homeschooling in Corona-Zeiten

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    FAQ: Das müssen Sie über das Kinderkrankengeld wissen

    Homeoffice-Pflicht sowie geschlossene Kitas und Schulen: Zusätzliche Kinderkrankentage sollen Eltern in der Betreuung ihrer Kinder in der Corona-Krise entlastet. Wie funktioniert die Regelung? Wer bekommt sie und wie wird sie finanziert?

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    • BR24 Redaktion

    Das Kinderkrankengeld soll berufstätigen Eltern ermöglichen, Lohnausfälle durch die häusliche Betreuung eines erkrankten Kindes auszugleichen. Ein Anspruch auf das erweiterte pandemiebedingte Kinderkrankengeld besteht nicht nur dann, wenn das eigene Kind krank ist, sondern auch, wenn die Kinderbetreuung zu Hause erforderlich ist.

    Wie viele Krankentage stehen den Familien zu?

    Bund und Länder hatten am 5. Januar beschlossen, wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr zusätzliche Kinderkrankentage zu gewähren. Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt jetzt nochmal von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage und damit für Elternpaare pro Kind auf 60 Tage. Auch für Alleinerziehende verdoppelt sich der Anspruch pro Kind von 30 auf nun 60 Tage. Bei mehreren Kindern gilt ein Anspruch von maximal 65 Tagen, bei allein Erziehenden maximal 130 Tage.

    Der Anspruch soll demnach bestehen, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss, weil Schule oder Kita pandemiebedingt geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt wurde. Eltern sollen die Krankentage ausdrücklich auch nehmen können, wenn ihre Kinder nicht krank sind, sondern wegen eingeschränkten Schul- und Kitabetriebs zu Hause bleiben müssen.

    Laut Familienministerin Franziska Giffey soll das auch gelten, wenn die Einrichtung gar nicht komplett geschlossen ist, Eltern aber der Bitte nachkommen, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

    Was sind die Voraussetzungen?

    Voraussetzungen für Anspruch auf Corona-Krankengeld sind, dass das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen ist und keine andere im Haushalt lebende Person das Kind beaufsichtigen kann.

    Für wen gilt die Regelung?

    Vor allem Eltern, die ihre Kinder bei geschlossenen Kitas und Schulen derzeit zu Hause betreuen, soll die Verdoppelung der Kinderkrankentage helfen. Anspruch darauf haben gesetzlich krankenversicherte, berufstätige Eltern.

    Was, wenn nicht alle in der Familie gesetzlich versichert sind?

    Sowohl der betroffene Elternteil als auch das Kind müssen gesetzlich versichert sein, sonst sind die Voraussetzungen nicht erfüllt. Ist also ein Elternteil privat versichert und die Kinder darüber mitversichert, ist kein Anspruch auf Corona-Kinderkrankengeld vorhanden.

    Erhalten auch Selbstständige das Corona-Kinderkrankengeld?

    Ja, wenn sie gesetzlich versichert sind und früher gegenüber der Krankenkasse erklärt haben, dass ihre Mitgliedschaft den Anspruch auf Krankengeld umfassen soll, die sogenannte "Wahlerklärung".

    Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

    Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes und wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

    Wie beantrage ich das Corona-Kinderkrankengeld?

    Um den Anspruch auf Corona-Kinderkrankengeld geltend zu machen, reicht eine Bescheinigung der Kita oder der Schule, die bei der Krankenkasse eingereicht werden muss.

    Manche Krankenkasse vereinfachen den Vorgang: Versicherte der Barmer können bis auf Weiteres auch ohne Kita- oder Schulbescheinigung Corona-bedingtes Kinderkrankengeld erhalten. Wenn sie ihr Kind aufgrund der Pandemie zu Hause betreuen müssen, reicht ein einfacher Antrag zur Auszahlung aus. Dieser steht als Vordruck auf der Webseite der Versicherung bereit.

    Muss ich dem Arbeitgeber eine Bescheinigung vorlegen?

    Nein. Der Anspruch auf Corona-Kinderkrankengeld ist nicht von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig. Man muss dem Arbeitgeber aber unverzüglich mitteilen, wenn man der Arbeit pandemiebedingt fernbleibt. "Was unverzüglich bedeutet, ist dabei immer abhängig vom Einzelfall - etwa davon, wie schnell oder seit wann ein Arbeitnehmer wusste, dass er den Betreuungsbedarf nicht anderweitig gestemmt bekommt", erklärte Björn Otto, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei CMS Deutschland, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

    Wie viele Eltern werden von der Regelung profitieren?

    Vor allem Haushalte, in denen beide Elternteile berufstätig sind, werden davon profitieren. Laut Statistischem Bundesamt waren 2019 in knapp 3,2 Millionen Familien mit jüngeren Kindern beide Elternteile erwerbstätig. Das entspricht gut zwei Dritteln (68 Prozent) aller Paarfamilien mit Kindern unter elf Jahren.

    Den Zahlen der Statistiker zufolge lebten zuletzt 1,1 Millionen Kinder im Kita- und Grundschulalter bei einem Elternteil. 581.000 Alleinerziehende mit Kindern unter elf Jahren waren 2019 erwerbstätig. Davon arbeiteten 41 Prozent in Vollzeit (241.000), die übrigen in Teilzeit. Der überwiegende Teil der erwerbstätigen Alleinerziehenden mit jüngeren Kindern waren Frauen (90 Prozent).

    Wie viele Tage bekommt man normalerweise frei, wenn ein Kind krank ist?

    Jeder Elternteil darf pro Kind und Kalenderjahr normalerweise zehn Kinderkrankentage nehmen, Alleinerziehende doppelt so viel, also 20. An diesen Tagen werden sie von ihrer Arbeit freigestellt; die Krankenkasse übernimmt. Diese Anzahl wird nun mehr als verdoppelt.

    Wer ist für das Kinderkrankengeld zuständig?

    Zuständig ist das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn. Spahn erklärte, die Regelung ermögliche es Eltern, sich "unkompliziert und ohne finanzielle Verluste um ihre Kinder zu Hause zu kümmern".

    Wie wird das neue Kinderkrankengeld finanziert?

    Um die gesetzlichen Krankenkassen zu schonen, soll das zusätzliche Kinderkrankengeld aus Steuermitteln finanziert werden. Insgesamt rechnet man mit Ausgaben in Höhe von rund 500 Millionen Euro.

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