Familienministerin Lisa Paus (Grüne) am 17. März im Bundestag
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Familienministerin Lisa Paus (Grüne) am 17. März im Bundestag

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Familien unter Druck – Gezielte Unterstützung gewünscht

Die meisten Familien in Deutschland leiden unter der Inflation - so das Familienbarometer, das Lisa Paus vorgestellt hat. Die Daten stärken der Familienministerin den Rücken in den koalitionsinternen Verhandlungen um die Kindergrundsicherung.

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Familien in Deutschland fühlen sich unter Druck: 93 Prozent der Eltern macht die Inflation große Sorge. Das haben Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Allensbach zuletzt ergeben. Mehr als zwei Drittel wünschen sich, dass gerade die finanziell Schwächsten gezielt unterstützt werden und die Kinderarmut bekämpft wird.

Paus spürt Rückenwind für Kindergrundsicherung

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) spürt Rückenwind für ihr Vorzeigeprojekt: die Kindergrundsicherung. "Wir haben eine Umfrage, dass über 60 Prozent die Kindergrundsicherung unterstützen, auch wenn sie mit zusätzlichen finanziellen Belastungen einhergeht."

Christian Böllhoff vom Prognos-Institut hält die Kindergrundsicherung für sinnvoll: Familien würden in den nächsten Jahren durch die massiven Veränderungen in der Arbeitswelt weiter unter Druck geraten. Eine Kindergrundsicherung würde in dieser Situation etwas sehr Wichtiges schaffen - nämlich Vertrauen.

Renate Köcher von Allensbach hat keine Zweifel, dass die Kindergrundsicherung auch bei den Kindern ankommen würde. Schon die geplante Bündelung der bisherigen Leistungen und die unkomplizierte Auszahlung sei ein Fortschritt - da sind sich die Meinungsforscherin und der Volkswirtschaftler einig.

Lisa Paus will darüber hinaus auch ein finanzielles Plus für Bedürftige - und streitet darüber mit Bundesfinanzminister Christian Lindner von der FDP: Zwölf Milliarden hat Paus für das Startjahr 2025 angemeldet, maximal drei Milliarden will Lindner geben.

Tauschobjekt Kinderfreibetrag?

Jetzt hat Paus den Kinderfreibetrag ins Spiel gebracht, von dem vor allem Besserverdienende profitierten: der könnte eingespart, das verbleibende Geld umverteilt werden. Aus der FDP gibt es Gegenwind. Derzeit prüft das Familienministerium, ob das von der Verfassung gedeckt wäre. Und der Ampelstreit geht weiter.

💡 Kindergrundsicherung: das plant Familienministerin Paus

Die Kindergrundsicherung soll aus zwei Komponenten bestehen: zum einen der sogenannte Garantiebetrag. Er soll unabhängig vom Familieneinkommen für alle Kinder und Jugendlichen gleich hoch ausfallen - zunächst mindestens so hoch wie das Kindergeld, perspektivisch so wie die maximale Entlastungswirkung des steuerlichen Kinderfreibetrags.

Die Höhe der zweiten Komponente - der Zusatzbetrag - soll vom Familieneinkommen abhängen. Je weniger die Eltern verdienen, desto höher fällt der Zusatzbetrag aus. Damit müssten ärmere Familien keine Kinderzuschläge und keine Leistungen des "Teilhabepakets" mehr beantragen, damit ihre Kinder in den Genuss von Schulausflügen, Klassenfahrten, Musikunterricht, Sportverein oder Schulbedarf kommen.

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