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Kindergeld soll zum Jahreswechsel um 15 Euro steigen | BR24

© Vera Wolfskämpf 7 ARD

Kabinett: Höheres Kindergeld und steuerliche Entlastungen

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Kindergeld soll zum Jahreswechsel um 15 Euro steigen

Das Kindergeld soll im kommenden Jahr um monatlich 15 Euro steigen. Das ist ein zentraler Baustein des sogenannten Familienentlastungsgesetzes, welches das Kabinett heute auf den Weg gebracht hat.

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Das Kindergeld soll zum Jahreswechsel um 15 Euro pro Monat steigen. Das Bundeskabinett brachte einen Gesetzentwurf zur Entlastung von Familien auf den Weg. Darin enthalten ist auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags von derzeit 7.812 auf 8.388 Euro.

Zwölf Milliarden Euro mehr für Familien

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, Ziel sei es, Familien und Kinder zu stärken. Die Familien werden nach seinen Angaben um insgesamt zwölf Milliarden Euro jährlich entlastet. Stimmt der Bundestag zu, wird das Kindergeld damit in dieser Wahlperiode zum zweiten Mal angehoben. 2019 stieg es auf die derzeit 204 Euro pro Monat für das erste und zweite Kind. Vom 1. Januar 2021 an soll die Leistung auf 219 Euro pro Monat für das erste und zweite Kind angehoben werden. Für das dritte Kind soll es ab dann 225 Euro pro Monat geben, für jedes weitere 250 Euro.

Giffey: "Wichtiges familienpolitisches Signal"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nannte die Erhöhung ein "wichtiges familienpolitisches Signal", das sich in eine Vielzahl von Maßnahmen einreihe. Dabei verwies sie auf die im März 2019 beschlossenen Änderungen beim Kinderzuschlag, den Familien mit kleinen Einkommen erhalten. Sie können seitdem 185 Euro pro Monat zusätzlich zum Kindergeld bekommen. Zudem sollen durch die Änderungen vor allem Alleinerziehende stärker von der Leistung profitieren.

Giffey zufolge hat sich die Zahl der Kinder, für die Eltern den Zuschlag erhalten, in der ersten Jahreshälfte von 300.000 auf 800.000 fast verdreifacht. Der Zuschlag helfe, Kinderarmut entgegenzuwirken, sagte Giffey. Familien erhalten in diesem Jahr zudem einen Bonus in Höhe von 300 Euro pro Kind, für das Kindergeld gezahlt wird. Die Prämie ist Teil des Konjunkturpakets zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise. Der Kinderbonus soll Giffey zufolge im September und Oktober ausgezahlt werden.

Steuerlicher Grundfreibetrag steigt in zwei Stufen

Mit dem Gesetz, über das der Bundestag noch beraten muss, soll auch der steuerliche Grundfreibetrag im nächsten Jahr auf 9.696 Euro (derzeit 9.408) angehoben werden. Ein Jahr später erhöht er sich dann weiter auf 9.984 Euro. Das gleiche gilt für den Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen.

Entlastung für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige können Belastungen durch die häusliche Pflege künftig stärker steuerlich geltend machen: Der Pflege-Pauschbetrag steigt auf 1.800 Euro pro Jahr und verdoppelt sich damit fast. Die Pauschbeträge gelten künftig auch für Fälle mit Pflegegrad 2 (600 Euro im Jahr) und Pflegegrad 3 (.100 Euro im Jahr).

Behinderten-Pauschbetrag verdoppelt sich

Der Behinderten-Pauschbetrag steigt auf das Doppelte. Mit dem Pauschbetrag sollen behinderungsbedingte Aufwendungen steuerlich anerkannt werden. Die Höhe ist weiterhin vom Grad der Behinderung abhängig - bei einem Behindertengrad von 100 Prozent beträgt der Pauschbetrag künftig 2.840 Euro statt 1.420 Euro.

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