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Fall Nawalny: Zwei weitere Labore bestätigen Nervengift-Befund | BR24

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Nach Angaben des Kanzleramts haben Labore in Schweden und Frankreich die Ergebnisse einer Bundeswehr-Untersuchung im Fall Nawalny bestätigt. Demnach war der Kreml-Kritiker mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden.

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Fall Nawalny: Zwei weitere Labore bestätigen Nervengift-Befund

Laut Kanzleramt haben Labore in Schweden und Frankreich die Ergebnisse einer Bundeswehr-Untersuchung im Fall Nawalny bestätigt. Demnach war der Kreml-Kritiker mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Inzwischen geht es Nawalny besser.

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Die Bundesregierung untermauert ihre Erkenntnisse im Fall Nawalny: Nun hätten bereits drei Labore unabhängig voneinander den Nachweis eines Nervenkampfstoffs aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung von Herrn Nawalny erbracht, heißt es in einer Erklärung von Regierungssprecher Steffen Seibert.

Speziallabore in Frankreich und Schweden seien nach einer Überprüfung von Proben des Kreml-Kritikers zu dem selben Ergebnis wie die Bundeswehr gelangt: Alexej Nawalny wurde mit einem chemischen Nervenkampfstoff vergiftet. Moskau hatte dagegen angezweifelt, dass Nawalny Russland mit Vergiftugssymptomen verlassen habe.

Deutschland fordert Erklärung von Russland

"Das Verbrechen ist in Russland geschehen. Wir sind nach der Bestätigung durch zwei Labore mehr denn je ganz klar in unserer Forderung, dass Russland sich zu den Geschehnissen erklärt", unterstrich Regierungssprecher Steffen Seibert an die Adresse Moskaus. Man habe auch die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen, OVCW, in die Untersuchungen einbezogen.

Vergiftung Nawalnys mit Billigung der russischen Führung

Wie das ARD-Hauptstadtstudio vergangene Woche berichtete, gibt es nach Einschätzung der deutschen Nachrichtendienste keinen Zweifel daran, dass die Vergiftung Nawalnys durch staatliche russische Stellen und mit Billigung der russischen Führung erfolgt ist.

Nawalny ist den Erkenntnissen zufolge mit einer Nowitschok-Variante vergiftet worden, die noch gefährlicher ist als der Stoff, der im Fall Skripal zur Anwendung kam. Die Herstellung und die Anwendung, wie im Fall Nawalny geschehen, erfordere Fähigkeiten, über die ausschließlich ein staatlicher Akteur verfüge, so die Einschätzung der Nachrichtendienste.

Nowitschok ist jener Nervenkampfstoff, der britischen Behörden zufolge auch beim Angriff auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter 2018 in Südengland benutzt wurde.

Nawalny kommt ohne Beatmung aus

Nawalny ist inzwischen weiter auf dem Weg der Besserung. Der 44-Jährige habe inzwischen "vollständig von der maschinellen Beatmung entwöhnt" werden können, teilte die Universitätsklinik am Montag mit. Er werde "zunehmend mobilisiert" und könne "das Krankenbett bereits zeitweise verlassen".

Nawalny wird seit dem 22. August in der Charité behandelt, nachdem er zwei Tage zuvor während eines Flugs in Russland zusammengebrochen war.

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Zwei unabhängige Labore aus Schweden und Frankreich haben den Befund der deutschen Untersuchungen bestätigt. Alexander Nawalny sei mit Nowitschok vergiftet worden.

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