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Fall Maddie: Ex-Nachbarin beschreibt Verdächtigen als aggressiv

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Fall Maddie: Ex-Nachbarin beschreibt Verdächtigen als aggressiv

Im Fall der seit 13 Jahren vermissten Madeleine "Maddie" McCann hat eine frühere Nachbarin aus Portugal den tatverdächtigen 43-jährigen Deutschen als aggressiv beschrieben. Gegen ihn ermittelt inzwischen das BKA.

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"Er war immer ein bisschen wütend, ist die Straße schnell hoch und runter gefahren und eines Tages, so um 2006, verschwand er ohne ein Wort", berichtete die Frau dem britischen Sender Sky News. Madeleine "Maddie" McCann, die mit ihren Eltern im Jahr 2007 Urlaub in Portugal machte, verschwand damals spurlos aus einer Ferienanlage.

Perücken im Müllbeutel

Etwa ein halbes Jahr nach dem Verschwinden des Mannes sei sie gebeten worden, beim Aufräumen der Unterkunft zu helfen, berichtete die Frau: "Es war eklig." Überall hätten beschädigte Sachen wie Computer gelegen. In einem Müllbeutel seien Perücken und seltsame Kleidungsstücke - möglicherweise für Kostümierungen - gewesen.

Die frühere Nachbarin gab an, dass der Verdächtige die Unterkunft damals von einem Briten gemietet habe. Polizisten aus Großbritannien hätten sie im vergangenen Jahr zu dem Verdächtigen befragt. In diesem Jahr seien dann portugiesische Ermittler aufgetaucht. Die Polizei geht davon aus, dass sich der Mann nach dem Verlassen der Unterkunft noch weiterhin in der Umgebung aufgehalten hat.

Verdächtiger wegen Sexuakdelikten vorbestraft

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen einen 43-Jährigen, der mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft sei. Er verbüße derzeit in anderer Sache eine längere Haftstrafe, teilte das BKA in Wiesbaden mit. Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" wurde der Mann 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen Vergewaltigung einer damals 72-jährigen Amerikanerin zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt, das Urteil sei noch nicht rechtskräftig. Der Mann soll die Tat in demselben portugiesischen Ort begangen haben, in dem rund anderthalb Jahre später die kleine Maddie verschwand.

Nach BKA-Angaben hatte der Verdächtige zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ging er in dieser Zeit im Raum Lagos mehreren Gelegenheitsjobs, unter anderem in der Gastronomie, nach", teilte das BKA mit. Zudem gibt es laut BKA Hinweise darauf, dass er seinen Lebensunterhalt auch durch Straftaten wie Einbrüche in Hotelanlagen und Ferienwohnungen und Drogenhandel bestritt.

Fahrzeug des Verdächtigen in Augsburg zugelassen

Der Verdächtige soll zur tatkritischen Zeit einen dunkelfarbigen Jaguar genutzt haben, dessen letzte bekannte Zulassung nach dem Tattag von der Stadt Augsburg stammte. Wie der BR aus Polizeikreisen erfuhr, hatte der Wagen zuvor ein Münchner Kennzeichen. Die Polizei hat aber bisher keine Hinweise dazu, dass der Verdächtige damals einen Wohnsitz in Augsburg hatte. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhofft sich Hinweise aus der Bevölkerung auf das Fahrzeug.

Die damals dreijährige "Maddie" war am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Das ungeklärte Schicksal des Mädchens hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht.

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Seit mehr als einem Jahrzehnt bewegt das ungeklärte Schicksal der kleinen Maddie viele Menschen über Landesgrenzen hinweg. nun die überraschende Wende: Ein Deutscher steht unter Mordverdacht.

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