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Fall Lübcke: Ermittler gehen Hinweisen auf Mittäter nach | BR24

© dpa-Bildfunk

Außenaufnahme vom Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke (CDU).

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    Fall Lübcke: Ermittler gehen Hinweisen auf Mittäter nach

    Die Bundesanwaltschaft hatte erst gestern gesagt, dass sie im Fall Lübcke von einem Einzeltäter ausgehe. Recherchen von NDR, WDR und SZ zeigen nun: Die Ermittler prüfen Hinweise auf mögliche Mittäter.

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    Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen Ermittler in Hessen der Frage nach, ob der tatverdächtige Stephan E. alleine gehandelt hat oder Helfer hatte. Entsprechende Hinweise auf Mittäter und Mitwisser ergeben sich nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" aus einer Zeugenaussage, wonach sich zwei Autos vom Tatort sehr schnell entfernt haben sollen.

    Ein Nachbar Lübckes gab gegenüber der Polizei an, in der Tatnacht einen Schuss gehört zu haben. Anschließend seien zwei Autos in aggressiver Art durch den Ort gefahren. Er habe, so sagte der Zeuge, den Eindruck gehabt, als hätten sich die Leute verfahren. Eines der Fahrzeuge sei ein Volkswagen Golf Caddy oder ein ähnliches Fahrzeug gewesen, das andere Auto konnte der Mann nicht beschreiben.

    Gefahr einer möglichen Verschleierung

    Die Ermittler stellten schließlich fest, dass ein Auto, das auf die Zeugenbeschreibung passte, ein grauer Volkswagen Caddy Life, auf die Ehefrau des Tatverdächtigen Stephan E. zugelassen ist. Die gab in einer Vernehmung durch das LKA allerdings an, das Auto werde ausschließlich von ihrem Ehemann gefahren. Auch wegen dieser Hinweise auf mögliche Mittäter ordnete die Ermittlungsrichterin am vergangenen Wochenende Untersuchungshaft an wegen der Gefahr einer möglichen Verschleierung.

    Bei der Durchsuchung der Wohnung von Stephan E. entdeckten die Ermittler nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" einen weiteren Autoschlüssel, versteckt im CD-Fach eines Radios im Gäste-WC. Der Schlüssel gehört zu einem Fahrzeug der Marke Skoda, das Stephan E. vor einiger Zeit angeblich für einen Verwandten verkaufen sollte. Seiner Ehefrau soll Stephan E. gesagt haben, dass er den Wagen zwischen dem 2. und dem 4. Juni veräußert habe. Den Verkaufsauftrag bestätigte der Verwandte. Bis jetzt konnte das Auto nicht gefunden werden.

    Im Besitz einer legalen Waffe?

    Die Ehefrau von Stephan E. sagte der Polizei, sie sei am Tatabend erst spät mit der Tochter nach Hause gekommen. Ihr Mann wiederum sei nach ihr zu Hause eingetroffen, wo er sich in den Stunden zuvor aufgehalten habe, wisse sie allerdings nicht. Er gehe öfter für einige Stunden in den Wald spazieren. Oder er gehe in den Schützenverein, um mit einem Sportbogen zu schießen.

    Sie habe einmal eine Waffe bei ihrem Mann gesehen, so die Ehefrau. Stephan E. habe ihr gesagt, dass es sich um eine legale Waffe handele. Munition habe sie im Haus allerdings nie gesehen. Die Tatwaffe haben die Ermittler bislang nicht gefunden.

    Affinität zu Waffen erkennbar

    Neben der Wohnung des Beschuldigten, in der 83 Asservate, darunter eine Schreckschusspistole und zahlreiche Datenträger sichergestellt wurden, durchsuchten die Ermittler des LKA am vergangenen Samstag auch den Arbeitsplatz von Stephan E. bei einer Kasseler Firma. Dort entdeckten die Beamten in einem Spind einen Laptop und ein Notizbuch, die derzeit ausgewertet werden.

    Auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen konnten bereits Dateien festgestellt werden, die eine deutliche rechte Gesinnung zeigen würden, heißt es aus Ermittlerkreisen. So sollen auch Witze über Juden und Muslime darauf gefunden worden sein, ebenso sei eine Affinität zu Waffen erkennbar. Bezüge zum Tatort, einer Tatplanung und zum Opfer Walter Lübcke hätten sich allerdings bislang nicht ergeben.