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Facebook und Twitter gehen gegen Trump vor | BR24

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In Trump-Anzeigen auf Facebook taucht ein Nazi-Symbol auf, in einem Tweet des US-Präsidenten wird ein manipuliertes Video veröffentlicht. Die sozialen Netzwerke reagieren. Die Anzeigen werden gelöscht, der Tweet als manipuliert gekennzeichnet.

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Facebook und Twitter gehen gegen Trump vor

In Trump-Anzeigen auf Facebook taucht ein Nazi-Symbol auf, in einem Tweet des US-Präsidenten wird ein manipuliertes Video veröffentlicht. Die sozialen Netzwerke reagieren. Die Anzeigen werden gelöscht, der Tweet als manipuliert gekennzeichnet.

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  • BR24 Redaktion

Twitter ist seit Jahren die wichtigste Kommunikationsplattform für US-Präsident Trump. Seit einigen Wochen tobt aber ein Streit. Jetzt hat der Kurznachrichtendienst bereits das vierte Mal nach einem Tweet des US-Präsidenten eingegriffen.

Diesmal hatte Trump ein Video geteilt, dass sich im vergangenen Jahr viral verbreitet hatte. In der Originalversion sind ein schwarzes und ein weißes Kind zu sehen. Die beiden umarmen sich. CNN veröffentlichte das Video damals unter der Überschrift "Diese beiden Kleinkinder zeigen uns, wie wahre beste Freunde ausschauen".

Manipuliertes Video

Das von Trump geteilte Video ist allerdings umgeschnitten. Ein schwarzes Kind scheint hier vor einem weißen Kind wegzulaufen. Dazu eingeblendet ist das Logo von Trumps verabscheuten TV-Senders CNN zu sehen sowie die Schriftzüge "Verängstigtes Kleinkind rennt vor rassistischem Baby weg" und "Rassistisches Baby wahrscheinlich Trump-Wähler". Dann erscheinen die Worte: Was eigentlich passiert ist " und das Video zeigt, dass die beiden Kinder sich zuvor umarmt haben und dann miteinander laufen. Amerika sei nicht das Problem heißt es in dem Clip, es seien gefälschte Nachrichten.

Das manipulierte Video kann zwar noch abgerufen werden, es wurde allerdings mit einem Warnhinweis versehen.

Ärger auch mit Facebook

Probleme hat der US-Präsident auch mit Facebook. Das soziale Netzwerk hat Beiträge und Werbung des Wahlkampfteams von US-Präsident Trump gelöscht. Diese hätten gegen die Richtlinien des Sozialen Netzwerks gegen die Verwendung von Symbolen von Hass-Gruppen verstoßen, so ein Sprecher des US-Konzerns.

Werbung mit Nazi-Symbol

In bezahlten Posts hatte Trumps Wahlkampfteam auf Facebook angesichts der jüngsten Proteste in den USA vor "linksextremen Mobs" gewarnt, die Amerikas Städte zerstörten. In einer Version der Anzeige, die sich gegen die linke Antifa richtete, wurde ein umgekehrtes rotes Dreieck eingesetzt. Ein solches Symbol hatten die Nazis eingesetzt, um in Konzentrationslagern politische Gefangene zu kennzeichnen.

Jüdische Gruppen reagieren empört

Jüdische Gruppen reagierten empört. Ein solches Symbol einzusetzen, um politische Gegner anzugreifen sei hochgradig anstößig,, schrieb der Chef der Anti-Defamation League, Jonathan Greenblatt. Trumps Wahlkampfteam müsse sich mit der Geschichte auseinandersetzen. Unwissen sei keine Entschuldigung, so Greenblatt.

Auch KZ-Überlebende zeigten sich entsetzt. Überlebende der deutschen Konzentrationslager würden sich voller Schmerzen an ihre Kennzeichnung in den KZs erinnern. Es empöre die früheren Häftlinge zutiefst, dass dieses todbringende Erinnerungssignal aus der Welt der Konzentrationslager durch das Wahlkampfteam von Donald Trump im amerikanischen Wahlkampf missbraucht wird, um Hass zu säen und Demonstranten zu stigmatisieren, erklärte das Internationale Auschwitz Komitee. Dass Facebook die Nachricht gesperrt habe, sei konsequent und lasse hoffen, dass Marc Zuckerberg endlich beginnt, zu verstehen, wie propagandistisch und perfide Facebook teilweise genutzt wird. Die Methode der Propagandisten des US-Präsidenten sei schäbig und geschichtslos.

Wahlkampfteam rechtfertigt sich

in Sprecher von Trumps-Wahlkampfteam erklärte in einer E-Mail, die Antifa selbst verwende dieses Symbol, weswegen es bei der Werbung aufgeführt worden sei. Zudem sei es nicht in der Datenbank für Hass-Symbole der Bürgerrechtsgruppe Anti-Defamation League aufgeführt.

Die Anti-Defamation-League betonte, dass Dreieck sei nicht in ihrer Datenbank, weil es ein historisches Symbol sei. Aufgeführt würden nur jene Symbole, die von modernen Extremisten und weißen Rassisten genutzt würden.

Facebook weiter in der Kritik

Trotz der Entfernung der umstrittenen Anzeigen stehen Facebook und sein Chef Mark Zuckerberg nach wie vor in der Kritik. Hintergrund ist die Weigerung, vorangegangene Trump-Posts zu löschen oder zumindest zu markieren, die Falschinformationen verbreiten - etwa jene, dass es bei der Briefwahl zu Betrug komme. Viele werfen dem Präsidenten zudem vor, über soziale Medien zu Gewalt gegen plündernde Teilnehmer der Proteste nach der brutalen Festnahme und Tötung des Afroamerikaners George Floyd aufgestachelt zu haben. Den entsprechenden Post hatte Facebook unangetastet gelassen.

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In Trump-Anzeigen auf Facebook taucht ein Nazi-Symbol auf, in einem Tweet des US-Präsidenten wird ein manipuliertes Video veröffentlicht. Die sozialen Netzwerke reagieren. Die Anzeigen werden gelöscht, der Tweet als manipuliert gekennzeichnet.

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