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Facebook sperrt Account von US-Präsident Trump | BR24

© picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Der Facebook-Account von US-Präsident Donald J. Trump auf einem Handy vor einem Bildschirm mit einem Facebook-Logo.

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    Facebook sperrt Account von US-Präsident Trump

    Lange wurde Facebook-Chef Zuckerberg vorgeworfen, Trump mit Samthandschuhen anzufassen. Jetzt hat er sich klar gegen den scheidenden US-Präsidenten positioniert. Trumps Accounts bei Facebook und Instagram bleiben bis auf Weiteres gesperrt.

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    • BR24 Redaktion

    "Die schockierenden Ereignisse der vergangenen zwölf Stunden zeigen klar, dass Präsident Donald Trump seine verbleibende Amtszeit dafür nutzen will, die friedliche und gesetzmäßige Machtübergabe an seinen gewählten Nachfolger Joe Biden zu untergraben", erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstag zur Begründung. Die Sperre gelte "auf unbestimmte Zeit", mindestens aber für die nächsten zwei Wochen bis zur Amtsübergabe am 20. Januar.

    Aktuelle Situation ändert Zuckerbergs Meinung

    In den vergangenen Jahren habe Facebook Trump erlaubt, die Plattform im Einklang mit ihren eigenen Regeln zu nutzen, schrieb Zuckerberg. "Wir haben dies getan, weil wir glauben, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf möglichst breiten Zugang zu politischer Rede und sogar kontroverse Rede hat."

    Doch die aktuelle Situation sei "jetzt grundlegend anders, was die Nutzung unserer Plattform beinhaltet, um gewalttätige Aufstände gegen eine demokratisch gewählte Regierung anzustacheln", erklärte der Facebook-Chef.

    Trump als "zu großes Risiko"

    Nach der Zertifizierung der Wahlergebnisse durch den Kongress müsse nun die Priorität für das ganze Land darin bestehen, sicherzustellen, dass die verbleibenden 13 Tage und die Tage nach der Amtseinführung friedlich und nach demokratischen Normen verlaufen, schrieb Zuckerberg. "Wir glauben, dass die Risiken, wenn der Präsident in dieser Zeit weiterhin unseren Dienst in Anspruch nehmen kann, einfach zu groß sind."

    Twitter-Sperre wieder aufgehoben

    Trump verliert damit einen wichtigen Kanal für die Kommunikation mit seinen Anhängern. Allerdings nicht den wichtigsten: Bei Facebook spiegelte er meist nur die Beiträge von seinem Twitter-Account @realDonaldTrump, der 88,7 Millionen Follower hat. Auch Twitter hatte Trump für zwölf Stunden gesperrt. Diese Sperre wurde nach der Löschung dreier Tweets inzwischen wieder aufgehoben. Trump hat sich seither nicht mehr zu Wort gemeldet. Twitter hat allerdings gedroht, dass sein Account bei weiteren Verstößen dauerhaft gesperrt wird.

    Trump-Anhänger stürmen Kapitol

    Auslöser für die Sperren waren Trumps Beiträge zum Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol in Washington am Mittwoch. Dazu gehörte ein Video, in dem der Präsident seine Anhänger zwar zum Rückzug aus dem US-Parlamentsgebäude aufrief - aber zugleich abermals unbelegte Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug wiederholte. Auch zeigte er Sympathie für die Angreifer: "Wir lieben Euch. Ihr seid sehr besonders."

    In einem weiteren Beitrag auf den Plattformen schrieb Trump: "Das sind Dinge und Ereignisse, die passieren, wenn ein heiliger Erdrutschsieg so unvermittelt und gemein" gestohlen werde. Trumps Anhänger hatten das Parlamentsgebäude in Washington erstürmt, während dort Beratungen zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden liefen.

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