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Explosion in Teutschenthaler Grube: Polizei ermittelt | BR24

© Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Der Förderturm des Bergwerks. In der Tiefe ereignete sich eine Verpuffung

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    Explosion in Teutschenthaler Grube: Polizei ermittelt

    Nach der Explosion in der Bergbaugrube Teutschenthal in Sachsen-Anhalt, bei der zwei Menschen verletzt wurden, ermittelt die Polizei nun wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Körperverletzung.

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    Die Suche nach der Ursache für die Verpuffung in der Teutschenthaler Grube westlich von Halle läuft. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Körperverletzung.

    In der Grube hatte sich am Freitag eine Explosion unter Tage ereignet. Zwei Kumpel wurden verletzt, einer schwerer. Mindestens 36 Bergleute konnten sich in unterirdische Sicherheitsräume retten, wo sie ungefähr zwei Stunden in rund 700 Metern ausharrten, ehe sie an die Oberfläche zurückkehren konnten. Zunächst hatte es geheißen, sie seien eingeschlossen worden. Das sei aber nicht der Fall gewesen, betonte der technische Geschäftsführer der Grube, Erik Fillinger.

    Die beiden verletzten Bergmänner, ein Pole und ein Deutscher, konnten sofort nach oben gebracht werden. Sie waren ansprechbar und konnten eigenständig laufen. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht, wie ein Polizeisprecher sagte.

    Ein Gasgemisch könnte zur Explosion geführt haben

    Das Landesbergamt vermutet als Grund für die Verpuffung ein explosives Gasgemisch. Das in der Grube für die Verfüllung der Hohlräume verwendete Material stammt zum Teil aus Müllverbrennungsanlagen. "In dem Filterstaub ist auch Wasserstoff enthalten", sagte Erik Fillinger mit Blick auf Vermutungen des Landesbergamts, dass Wasserstoff bei der Verpuffung in der Grube eine Rolle gespielt haben könnte.

    Experten des Landesbergamts würden nun unter Tage fahren und mit Untersuchungen beginnen, sagte der Abteilungsleiter Bergbau, Uwe Schaar. Die normalen Arbeiten sollen ausbleiben, bis die Ursache geklärt ist, so Schaar. Wie lange die Nachforschungen dauern, sei unklar.

    Grube dient als Deponie

    Die Bergbaugrube Teutschenthal war bis in die 1980er-Jahre ein Kalisalz-Bergwerk. Heute dient sie als Ersatzbergwerk. Dort werden inzwischen Abfälle aus Müllverbrennungsanlagen deponiert, welche die Hohlräume stützen. In der Grube arbeiten laut dem Unternehmen etwa 100 Menschen.