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Omarosa Manigault Newman war hochrangigste afroamerikanische Mitarbeiterin des US-Präsidenten. Jetzt hat sie ein Enthüllungsbuch veröffentlicht.
© dpa-Bildfunk/Pablo Martinez Monsivais

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Martin Ganslmeier
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Omarosa Manigault Newman war hochrangigste afroamerikanische Mitarbeiterin des US-Präsidenten. Jetzt hat sie ein Enthüllungsbuch veröffentlicht.

Eigentlich hat Donald Trump derzeit Urlaub. Und eigentlich gibt es wichtigere Themen, zu denen sich der amerikanische Präsident äußern könnte. Doch am Tag vor der Buchveröffentlichung seiner früheren Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman twitterte sich Trump geradezu in Rage:

"Bekloppte Omarosa...die Leute im Weißen Haus haben sie gehasst. Sie war bösartig, aber nicht schlau." Donald Trump

Und in einem anderen Tweet nannte er die 44-jährige Afroamerikanerin, die er vor 15 Jahren in seiner Reality-TV-Show entdeckt hatte, "low life", was so viel wie "Abschaum" bedeutet. Anfang 2017 hatte Trump sie zur Kommunikationsdirektorin des Büros des Weißen Hauses für öffentliche Beteiligung und zwischenstaatliche Angelegenheiten gemacht.

Auch Omarosa teilte im Sender NBC aus. Viel zu lange habe sie Trump verteidigt. In Wirklichkeit sei er ein "Rassist". Jeden Tag belüge der Präsident das amerikanische Volk. Und seine Mitarbeiter verschwiegen der Öffentlichkeit, wie unfähig Trump sei:

"...wie geistig rückständig er ist. Wie schwierig es für ihn ist, komplexe Informationen zu verstehen. Wie er einigen der wichtigsten Themen für unser Land einfach nicht folgen kann." Omarosa Manigault Newman

Newman zeichnete heimlich Gespräche im Weißen Haus auf

Was Donald Trump und das Weiße Haus besonders empört: Seine frühere Mitarbeiterin hat zahlreiche Gespräche im Weißen Haus heimlich mitgeschnitten, so wie es auch Trump bei Telefonaten gerne tut. So veröffentlichte Newman Teile ihres Vier-Augen-Gesprächs mit Stabschef John Kelly, als der sie im Dezember entließ - ein Gespräch, das im streng vertraulichen "Situation Room" stattfand, in dem keine elektronischen Geräte erlaubt sind. Und - besonders peinlich für den Präsidenten - Newman hat auch Trumps Beteuerungen veröffentlicht, er habe nicht gewusst, dass sein Stabschef sie loswerden wolle:

"Das wusste ich nicht. Verdammt! Ich mag es überhaupt nicht, dass Du gehst!" Donald Trump

Buch bestätigt Schilderungen anderer Insider

Trumps Sprecherin Sarah Sanders kritisierte die Mitschnitte ihrer früheren Kollegin Omarosa als "eklatante Missachtung unserer nationalen Sicherheit". Und Trumps Beraterin Kellyanne Conway warf ihr vor, sie versuche mit Lügen ihr Enthüllungsbuch zu pushen. Tatsächlich gilt die einst hochrangigste und am besten bezahlte Afroamerikanerin im Weißen Haus nicht als besonders glaubwürdig. Allerdings bestätigt ihr Buch Schilderungen anderer Insider über Chaos und Intrigen im Weißen Haus und die Inkompetenz des Präsidenten. Darin sieht auch Jeffrey Toobin, der Rechtsexperte des Senders CNN, die eigentliche Bedeutung des Buches:

"Dies vermittelt uns einen Einblick, wie die Leute um Trump gegenseitig miteinander umgehen: Die spinnen!" Jeffrey Toobin

Mehr als die Hälfte von Trumps Personal hat gekündigt oder wurde gefeuert

Dabei war Trump mit dem Versprechen angetreten, nur die "absolut Besten" in sein Umfeld zu holen, und nicht die "Zweit-, Dritt- oder Viertklassigen". Aber von den "absolut Besten", die Trump ins Weiße Haus holte, sind nach eineinhalb Jahren bereits mehr als die Hälfte gefeuert worden oder freiwillig gegangen. Kritiker sehen auch darin einen Beleg für Trumps mangelnde Führungskompetenz.