Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

EVP-Spitzenkandidat Weber will Nord Stream 2 stoppen | BR24

© dpa-Bildfunk

Manfred Weber will keine weitere Gasleitung aus Russland in der Ostsee.

Per Mail sharen

    EVP-Spitzenkandidat Weber will Nord Stream 2 stoppen

    Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, will den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland noch verhindern. Damit vertritt der CSU-Politiker eine andere Position als die Bundesregierung.

    Per Mail sharen

    Während Manfred Weber gerade in Athen den Wahlkampf der Europäischen Volkspartei EVP mit der Vorstellung eines persönlichen Regierungsprogramms einläutet, sorgt sein Interview mit der polnischen Zeitung "Polska Times" für einen Paukenschlag in Sachen Gashandel zwischen der EU und Russland: Weber will die derzeit im Bau begriffene Gasleitung "Nord Stream 2" stoppen.

    Weber: Nord Stream 2 "nicht im Interesse der EU"

    "Ich bin gegen dieses Projekt. Es ist nicht im EU-Interesse", sagte der CSU-Politiker der "Polska Times". Weber werden - mit der derzeit stärksten Kraft im EU-Parlament im Rücken - nach der Europa-Wahl gute Chancen auf den Posten des Kommissionspräsidenten eingeräumt.

    "Als Chef der EU-Kommission werde ich alle möglichen Rechtsmittel anwenden, um Nord Stream 2 zu verhindern." Manfred Weber, EVP-Spitzenkandidat

    Weber stellt sich damit gegen die Position der Bundesregierung, die die Gasleitung durch die Ostsee als Beitrag zur Versorgungssicherheit verteidigt. Auf den Widerspruch zur Bundesregierung angesprochen sagte er der polnischen Zeitung:

    "Ich bin nicht der deutsche Kandidat für die Spitze der EU-Kommission, sondern ein Kandidat der EVP." Manfred Weber, EVP-Spitzenkandidat

    Da die Leitung Transitländer wie Polen oder die Ukraine umgeht, ist dort der Widerstand besonders groß. Manfred Weber lehnte auf Nachfrage des BR jede weitere Stellungnahme zu Nord Stream 2 ab. Es sei alles gesagt.

    USA wollen zweite Ostsee-Gasleitung aus Russland verhindern

    Auch die USA sind dagegen, da sie eine zu große Abhängigkeit der Europäer von Russland befürchten. Zudem will das Land selbst Flüssiggas auch nach Europa exportieren. Zuletzt hatte Vize-Präsident Mike Pence auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor Gas-Importen aus Russland gewarnt. Pence sagte, sein Land unterstütze alle, die gegen Nord Stream 2 seien. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte auf jener Konferenz betont, an der Gaspipeline festzuhalten.

    Bau von Gasleitung Nord Stream 2 schreitet voran

    Nord Stream 2 ist die zweite Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland. Dahinter steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen, darunter die BASF-Tochter Wintershall, OMV sowie, Royal Dutch Shell und die französische Engie. Die Pipeline befindet sich bereits im Bau und soll Ende 2019 fertiggestellt werden.