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Europawahl: Grüne auf Platz zwei, Verluste für Union und SPD | BR24

© picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Grünen-Chefin Annalena Baerbock und die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckard jubeln

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    Europawahl: Grüne auf Platz zwei, Verluste für Union und SPD

    Die GroKo-Parteien in Deutschland haben bei der Europawahl historisch schlecht abgeschnitten. Laut ARD-Hochrechnung (19.25 Uhr) kommt die Union auf 28,6 Prozent (-6,8 Punkte). Die SPD liegt mit 15,3 Prozent (-12,0) hinter den Grünen (20,9%, +10,2).

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    Die Grünen haben bei der Europawahl erstmals auf Bundesebene die SPD als zweitstärkste Kraft abgelöst. Laut der ersten ARD-Hochrechnung von Infratest dimap stürzen die Sozialdemokraten auf 15,3 Prozent ab (-12,0 Prozentpunkte gegenüber 2014). Die Grünen klettern auf 20,9 Prozent (+10,2 Punkte).

    Die Union verliert ebenfalls, bleibt mit 28,6 Prozent (-6,8, Punkte) aber stärkste Kraft in Deutschland. Die AfD legt auf 10,8 Prozent zu (+3,7 Punkte), die FDP verbessert sich auf 5,4 Prozent (+2,0 Punkte). Die Linke kommt auf 5,4 Prozent (-2,0 Punkte), die Freien Wähler liegen der Hochrechnung zufolge bei 2,2 Prozent (+0,7 Punkte).

    Viel höhere Wahlbeteiligung

    Die Piraten verschlechtern sich auf 0,6 Prozent (-0,8), die NPD auf 0,3 Prozent (-0,7). Andere kleine Parteien verbessern sich: Tierschutzpartei auf 1,5 Prozent (+0,3), Familienpartei auf 0,8 Prozent (+0,1), die ÖDP auf 1,1 Prozent (+0,5 Punkte), Die Partei auf 2,3 Prozent (+1,7 Prozent), Volt auf 0,8 Punkte (+0,8), alle sonstigen Parteien kommen zusammen auf 4,0 Prozent (+2,3).

    Die Wahlbeteiligung liegt mit 60,5 Prozent deutlich über dem Niveau von 2014 (48,1 Prozent). Das vorläufige amtliche Endergebnis für Deutschland wird nach Mitternacht erwartet.

    © BR/Infratest dimap

    Hochrechnung zur Sitzverteilung

    Bei der Europawahl haben auch Kleinparteien eine Chancen

    Die Auswahl auf den Stimmzetteln war heuer deutlich größer als 2014: Hatten vor fünf Jahren 24 Parteien zur Wahl gestanden, waren es dieses Mal 40. Und im Gegensatz zu Landtags- und Bundestagswahlen haben auch Kleinparteien Chancen auf ein Mandat: Denn bei der Europawahl gibt es in Deutschland keine Sperrklausel.

    Vor fünf Jahren gewannen neben den etablierten Parteien, die im Bundes- und im bayerischen Landtag vertreten sind, auch die Tierschutzpartei, die Familienpartei, die Piraten, die ÖDP, die NPD und Die Partei je einen Sitz im Europaparlament. Dass auch dieses Mal kleine Parteien einen oder mehrere Sitze im Europäischen Parlament ergattern könnten, legten zuletzt Umfragen nahe: Sie sahen Kleinparteien im Aufwind.

    Wie stark werden die Rechtspopulisten?

    Mit Spannung erwartet wird heuer besonders, wie stark die Rechtspopulisten im neuen Europaparlament werden. Meinungsforschern zufolge könnten sie im Vergleich zu 2014 Zuwächse verzeichnen – allen voran die italienische Lega von Matteo Salvini und der französische Rassemblement National von Marine Le Pen.

    Wahl der Superlative: 400 Millionen Wahlberechtigte

    Die Wahl zum Europaparlament ist einzigartig: Wahlunterlagen in 24 Amtssprachen ausgestellt für 28 Mitgliedsstaaten und ihre insgesamt rund 400 Millionen Wahlberechtigten. Hinzukommt, dass die Europawahl die einzige Wahl weltweit ist, in der supranational über das Geschick der Bewohnerinnen und Bewohner eines Kontinents abgestimmt wird.

    96 Abgeordnete aus Deutschland dürfen nach Brüssel

    In Deutschland waren nach Angaben des Bundeswahlleiters 64,8 Millionen Menschen wahlberechtigt - unter ihnen 3,9 Millionen nichtdeutsche EU-Bürger. In Bayern durften 10,2 Millionen Bürger abstimmen, von denen 0,8 Millionen keinen deutschen Pass haben. Insgesamt darf die Bundesrepublik 96 Abgeordnete ins Europaparlament entsenden, mehr als jedes andere EU-Mitglied.

    Aktuelle Prognosen und Hochrechnungen finden Sie hier.