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Vor Europawahl: Kirchen warnen vor "Kultur der Angst" | BR24

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Die Spitzen der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland haben ein "Gemeinsames Wort" veröffentlicht. Kurz vor der Europawahl werben sie für ein interkulturell vielfältiges Zusammenleben, warnen vor einer "Kultur der Angst".

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Vor Europawahl: Kirchen warnen vor "Kultur der Angst"

Die Spitzenvertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland haben ein "Gemeinsames Wort" veröffentlicht. Kurz vor der Europawahl werben sie für ein interkulturell vielfältiges Zusammenleben und warnen vor einer "Kultur der Angst".

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"Lassen wir uns nicht anstecken von einer Kultur der Angst, der Angst vor den Anderen und der Angst vor der Zukunft!" Davor warnen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos in einer gemeinsamen Erklärung.

Kirchenvertreter: Deutschland ist ein Einwanderungsland

"Wir leben in einem Einwanderungsland", schreiben die Geistlichen in einem sog. Gemeinsamen Wort. Das sei in Deutschland zu einer breit akzeptierten Gewissheit geworden. "Wer verfolgt ist, braucht Schutz", betonen die Kirchenvertreter wenige Tage vor der Europawahl. Es dürfe nicht bei jeder Gruppe von ankommenden oder sich in Seenot befindenden Menschen gefeilscht werden, wer sie rette oder aufnehme.

Christen stünden für eine bedingungslose Wertschätzung gegenüber jedem Menschen. Dies beweise sich in besonderer Weise "im Umgang mit denen, die keine Lobby haben: mit Kindern und Armen, Geflüchteten, Geduldeten und Obdachlosen, Kranken und Menschen mit Behinderungen." Das gelte genauso im Umgang mit Menschen, die andere Positionen und Überzeugungen vertreten: "Wertschätzung muss erkennbar sein in der Art, wie wir miteinander streiten", so der Appell der Bischöfe.

Keine Abschiebung von Flüchtlingen mit Arbeit oder Ausbildung

Viele Zuwanderer hätten inzwischen Wohnung, Arbeit und eine Perspektive gefunden und sich in Schule und Ausbildung integriert, erklärten die drei Theologen weiter. Menschen, die bereits in Ausbildung "beziehungsweise in Lohn und Brot stehen, brauchen das Gefühl der Sicherheit und dürfen nicht in Angst vor einer drohenden Abschiebung leben".

Interkulturelle Woche 2019

Das "Gemeinsame Wort" erscheint in Zusammenhang mit der Interkulturellen Woche 2019. Die 44. Interkulturelle Woche im September steht in diesem Jahr unter dem Motto "Zusammen leben, zusammen wachsen". Geplant sind mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten im gesamten Bundesgebiet.