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Europa wählt und Deutschland entscheidet mit | BR24

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Am Ende des langen Europawahl-Wochenendes sind die Bürger in 21 Ländern zur Wahl aufgerufen. Die ersten Ergebnisse werden am späten Abend erwartet.

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Europa wählt und Deutschland entscheidet mit

Die Europawahl ist eine einzigartige Wahl – über Ländergrenzen hinweg wird über die politische Zukunft von einer halben Milliarde Menschen entschieden. Immer mehr Menschen in Deutschland scheinen die Wahl dieses Jahr für wichtig zu halten.

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Die Wahl zum Europaparlament ist einzigartig: Wahlunterlagen in 24 Amtssprachen ausgestellt für 28 Mitgliedsstaaten und ihre insgesamt rund 400 Millionen Wahlberechtigten. Hinzukommt, dass die Europawahl die einzige Wahl weltweit ist, in der supranational über das Geschick der Bewohnerinnen und Bewohner eines Kontinents abgestimmt wird.

Europawahl wird immer wichtiger genommen

Deshalb die gute Nachricht zuerst: Immer mehr Menschen in Deutschland scheinen diese Wahl wichtiger zu nehmen als in den vorangegangenen Jahren. Laut einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap bekunden mehr als zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) ein starkes oder sehr starkes Interesse an der Europawahl. Bei der letzten Europawahl gaben das nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) der Befragten an.

Insgesamt darf die Bundesrepublik 96 Abgeordnete ins Europaparlament entsenden, mehr als jedes andere EU-Mitglied.

Wahlbeteiligung in Europa seit 40 Jahren rückläufig - bis heute?

Bei der aller ersten Direktwahl zum EU-Parlament 1979 waren Interesse und Wahlbeteiligung ausgesprochen hoch. Damals gingen 62 Prozent aller Wahlberechtigten an die Urne – in ganz Europa. Seither ist die Wahlbeteiligung kontinuierlich gesungen. Bei der letzten Wahl 2015 waren es rund 42 Prozent, die ihre Stimme abgaben. Gegen den Trend wählen in Europa vor allem die Staaten mit Wahlpflicht (Belgien, Bulgarien, Griechenland, Luxemburg und Zypern). Dort beträgt die Wahlbeteiligung über 80 Prozent. Im Gegensatz dazu sind in Tschechien (18,2 Prozent) und der Slowakei (13,05 Prozent) 2014 prozentual am wenigsten Menschen zur Wahl gegangen.

Experten sehen bei der aktuellen Europawahl die Möglichkeit für einen Umschwung. Schon am frühen Vormittag vermelden einzelne Wahllokale in Bayern eine erhöhte Wahlbeteiligung. Auch in der Slowakei zeichnet sich eine höhere Beteiligung ab. Nach inoffiziellen Schätzungen von Medien und Parteien sei eine Wahlbeteiligung von 20 Prozent möglich, meldet die Deutsche Presse-Agentur.

Auch in Rumänien lag die Wahlbeteiligung nach einer Zwischenbilanz deutlich über der vor fünf Jahren. Sechs Stunden nach Öffnung der Wahllokale hatten bis 12.00 Uhr Mittags 19,75 Prozent der Wähler abgestimmt - 2014 waren es bis zu dieser Uhrzeit nur 12,4 Prozent.

Von früh bis spät – Europa wählt von 6 Uhr bis 23 Uhr

Die Europawahl wird auch in diesem Jahr wieder über mehrere Tage verteilt abgehalten. Die Mehrzahl der Staaten stimmt am heutigen Sonntag ab. Den Anfang machten am Donnerstag Niederländer und Briten. Danach wählten Irland, Lettland, Slowakei, die Tschechische Republik, Malta sowie ein Teile der französischen Übersee Gebiete. Am Sonntag stimmen die restlichen 18 Staaten ab.

Dass die ersten Hochrechnungen erst am Sonntag ab 23 Uhr veröffentlicht werden liegt an den unterschiedlichen Öffnungszeiten der Wahllokale. Die ersten eröffneten um 6 Uhr morgens in Rumänien. Am längsten haben Menschen in Italien die Möglichkeit ihre Stimme abzugeben. Dort schließen die Wahllokale erst um 23 Uhr. Danach werden Hochrechnungen veröffentlicht.

EU-Wahl – Stimmungstest für nationale Wahlen?

Besonders gespannt blicken Beobachter auf die Mitgliedsstaaten, in denen im Lauf des Jahres nationale Wahlen anstehen. Darunter Polen und Dänemark, aber auch Griechenland und Österreich. Auch für die diversen Landtagswahlen in Deutschland könnte sich heute ein erstes Stimmungsbild ergeben.