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Euregios klagen über Folgen der Grenzschließung | BR24

© pa/dpa

Autos fahren an der deutsch-tschechischen Grenze bei Furth im Wald Richtung Tschechien.

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    Euregios klagen über Folgen der Grenzschließung

    Die monatelange Schließung der Grenze zwischen Tschechien und Bayern hat die Zusammenarbeit in der Grenzregion nachhaltig beschädigt. Das haben die Geschäftsführer der Euregios der Grenzregion dem Europaauschuss des Bayerischen Landtags berichtet.

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    Nachdem die Grenze zwischen Tschechien und Bayern über Monate geschlossen war, äußerten sich jetzt die Geschäftsführer der beiden Euregios der Grenzregion dazu: Die Zusammenarbeit in der Grenzregion ist nachhaltig beschädigt, berichteten sie dem Europaausschuss des Bayerischen Landtags. Die Rede ist auch von Vertrauensverlust.

    Kontaktverlust nach Bayern "ein Schock"

    "Wir werden die Folgen in der Zusammenarbeit auf Jahre hinaus merken. Es ist auch Vertrauen in die tschechische nationale Seite verloren gegangen", sagte der Geschäftsführer der Euregio Egrensis, Harald Ehm. Bürgermeister auf tschechischer Seite dagegen hätten berichtet, es sei auch für sie ein Schock gewesen, dass sie von heute auf morgen ihre Kontakte nach Bayern nicht mehr pflegen konnten. Tschechische Gastschüler mussten überstürzt abreisen.

    „Zusammenarbeit auf Jahre zurückgeworfen“

    Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen sei auf Jahre zurückgeworfen, bestätigte auch der Geschäftsführer der Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn, Kaspar Sammer: "Wir stellen fest, dass viele tschechische Arbeitnehmer jetzt nicht mehr kommen."

    Kritik an Präsident Zeman

    Vor allem der tschechische Präsident Milos Zeman habe viel Porzellan zerschlagen, indem er jahrelange Grenzschließungen angekündigt habe: "So etwas zu sagen ist völlig unverantwortlich, weil das in der Region Riesenprobleme macht." Den Regierungspolitikern in Prag sei die Situation in der Grenzregion offenbar oftmals nicht bewusst.

    Situation nach Grenzschließung „chaotisch“

    Nach der plötzlichen Schließung der Grenze durch die tschechische Regierung sei die Situation chaotisch gewesen, so Sammer: "Es war ganz schwierig, das tschechische Innenministerium überhaupt zu erreichen. Da war belegt oder es hat keiner abgenommen." Die vertrauten Partner auf tschechischer Seite in der Grenzregion zum Beispiel bei der Polizei hätten ebenfalls keine Informationen aus Prag gehabt.

    Euregio-Geschäftsführer appellieren an EU

    Die Euregio-Geschäftsführer appellierten an die EU, solche Ausnahmen vom Recht auf Bewegungsfreiheit im Schengener Abkommen zu erschweren. Und sie wünschten sich eine Art "heißen Draht" der Staatsregierung nach Prag für solche Situationen in der Zukunft.

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