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Döner

Hintergrund der Debatte: Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass Phosphat in tiefgekühltem Fleisch, das sich an Spießen befindet, wie zum Beispiel Döner und Gyros, erlaubt sein soll. Die Brüsseler Behörde will die dementsprechende Verordnung für Zusatzstoffe in Lebensmitteln ändern. Denn derzeit ist die Verwendung von Phosphaten in Döner-Fleisch nicht einheitlich geregelt.

Mit dem Vorschlag, den Stoff in diesen Lebensmitteln generell zu erlauben, will die EU-Kommission europaweit rechtliche Klarheit schaffen. 

Grüne und Sozialdemokraten haben Bedenken

Abgeordnete der Grünen und der Sozialdemokraten im Umweltausschuss des Europaparlaments lehnen es ab, dass Phosphat in tiefgefrorenem Döner ohne weiteres europaweit erlaubt werden soll. Sie fordern, dass erst einmal überprüft wird, ob der Stoff gesundheitsgefährdend ist oder nicht. Es sei bislang nicht zweifelsfrei geklärt, ob sich Phosphat negativ auf das Herz-Kreislauf-System des Menschen auswirkt.

Ergebnis Ende des Jahres

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit prüft derzeit die Sicherheit von phosphathaltigen Zusatzstoffen. Bis Ende nächsten Jahres will sie ihre Ergebnisse vorlegen. Den Ausgang dieser Untersuchung wollen die Grünen und Sozialdemokraten im Umweltausschuss abwarten, bevor eine Entscheidung fällt. Nur, wenn die Behörde schwerwiegende Gesundheitsschäden durch Phosphat in Tiefkühl-Döner feststellen würde, müsste die EU-Kommission handeln.

Abstimmung im Dezember

Mitte Dezember wird das Europaparlament über den Vorschlag des Umweltausschusses abstimmen. Selbst wenn die Mehrheit der Abgeordneten dafür stimmen würde, wird sich erst einmal nichts an der derzeitigen Rechtslage in Europa ändern, weil das Parlament hier keine direkte Entscheidungsgewalt hat. Niemand in Deutschland oder sonst wo in Europa muss jetzt also auf einen Döner oder ein Gyros verzichten. Das Fleisch am Drehspieß darf weiterhin verarbeitet, verkauft und gegessen werden.