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Symbolbild: Sommerzeit und Winterzeit
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Autoren

Michael Kubitza
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Symbolbild: Sommerzeit und Winterzeit

Die Gegner der Zeitumstellung in Frühjahr und Herbst bekommen Rückenwind. Bei der jüngst abgeschlossenen EU-Umfrage sprachen sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die meisten der 4,6 Millionen Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, ihre Tendenz aber deutlich: Vier von fünf Europäer wollen nicht mehr an der Uhr drehen.

Mehrheit für "ewigen Sommer"

Bei der Zusatzfrage, welche Zeit im Fall einer Reform dauerhaft gelten soll, gibt es eine deutliche - wenn auch etwas schwächere - Mehrheit für ein Beibehalten der Sommerzeit. Drei Millionen der Teilnehmer kamen aus Deutschland. Die zuständige Kommissarin Violeta Bulc will nun zunächst ihre Kollegen über die Ergebnisse informieren. Dann werde die Kommission über die nächsten Schritte beraten.

Wie reagiert die EU?

Die EU-Kommission betont, dass es sich bei der Umfrage nicht um ein Referendum oder eine verbindliche Vorgabe handelt. Ob es zu einer Änderung kommt, ist offen.

Zumindest bei CDU und CSU im Europaparlament gibt es nach Auffassung des Chefs der Unionsabgeordneten, Daniel Caspary, "große Sympathie" für eine Reform. Sein Fraktionskollege Peter Liese sieht auch insgesamt im Parlament eine Mehrheit für die Abschaffung des Hin und Her zweimal im Jahr.

Einer Änderung der EU-Richtlinie entgegenstehen könnte laut Caspary, falls nicht alle EU-Staaten dauerhaft die Sommerzeit einführen wollten. Im Rat der Mitgliedstaaten ist die Stimmungslage nämlich weniger eindeutig als in der Umfrage. Dies, so Caspary, könnte zu der ungünstigen Situation führen, dass es zwischen mehr EU-Ländern Zeitunterschiede gebe als derzeit. So hielte er es beispielsweise für nicht gut, wenn Belgien künftig eine andere Zeit hätte als Deutschland.

Nutzen der Zeitumstellung unklar

Seit längerem ist umstritten, ob die Zeitumstellung den Nutzen bringt, der ursprünglich erwartet wurde. So knipsen die Deutschen laut Umweltbundesamt zwar wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird jedoch morgens mehr geheizt. Energieeinsparungen sind damit nicht unbedingt gegeben.

Genau dies war die Idee, als die Uhrenumstellung nach der Ölkrise in den 70er-Jahren eingeführt wurde. In Deutschland gibt es sie in der heutigen Form seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren einheitlich am letzten Sonntag im März eine Stunde vor - und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück.