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Die neuen EU-Beschlüsse sollen das Reisen bei nachlassenden Infektionszahlen erleichtern.

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    EU: "Notbremse" möglich, "Risikogebiet" erst ab höherer Inzidenz

    Vor der Urlaubssaison haben die EU-Staaten ihre Reiseempfehlungen angepasst. Nun kann jedes Mitgliedsland per Notbremse Test- und Quarantänepflichten wiedereinführen. Zugleich gelten Risikogebiete erst ab höheren Inzidenzen, um Reisen zu erleichtern.

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    • BR24 Redaktion

    Angesichts der Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten haben die EU-Mitgliedstaaten vor der Sommer-Reisesaison ihre Reiseempfehlungen angepasst. Die Botschafter der EU-Länder beschlossen in Brüssel eine "Notbremse", die eine Wiedereinführung von Test- und Quarantänepflichten auch für vollständig geimpfte Reisende mit dem digitalen Corona-Zertifikat der EU ermöglicht. Im Gegenzug wurden die Bestimmungen für die Einstufung von Risikogebieten etwas gelockert.

    Test- und Quarantänepflicht nach der "Notbremse"

    Nach der beschlossenen Empfehlung kann fortan jeder Mitgliedstaat entscheiden, die Notbremse zu ziehen. Dies gelte "insbesondere aufgrund einer hohen Verbreitung von SARS-CoV-2-Varianten", heißt es in dem Text, den die Nachrichtenagentur AFP zitiert. Beschränkungen wie Test- oder Quarantänepflichten können demnach bei der Einreise aus bestimmten betroffenen Städten oder Regionen oder auch ganzen EU-Ländern verhängt werden.

    "Ausnahmsweise und vorübergehend" sei dies auch für "Inhaber von Impfbescheinigungen oder Genesungsbescheinigungen" möglich, heißt es in dem Text. Auch von ihnen könne verlangt werden, "dass sie sich einem Test auf eine SARS-CoV-2-Infektion und/oder Quarantäne/Selbstisolierung unterziehen". Soweit möglich, sollten "solche Maßnahmen auf die regionale Ebene beschränkt werden".

    "Risikogebiet" erst ab höheren Inzidenzwerten gegeben

    Gleichzeitig haben sich die EU-Staaten auf eine Lockerung der Grenzwerte für Corona-Reisebeschränkungen verständigt. Der entsprechende Beschluss sieht vor, Regionen künftig erst bei deutlich höheren Inzidenzzahlen als Risikogebiet einzustufen. Dies soll dazu führen, dass weniger Menschen unter strenge Test- und Quarantäneauflagen fallen und innerhalb der EU wieder mehr gereist werden kann.

    Nach der Einigung werden Gebiete zum Beispiel nur noch dann als "rotes" Corona-Risikogebiet ausgewiesen, die in den 14 Tagen zuvor zwischen 200 und 500 neue Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet haben - oder zwischen 75 und 200 bei einem Anteil positiver Corona-Tests von über 4 Prozent. Früher hatten die unteren Grenzwerte noch bei 50 beziehungsweise 150 gelegen. Entsprechend wurden auch die Grenzwerte für "orange" Gebiete mit mäßiger Ansteckungsgefahr und "grüne" Gebiete mit geringer Ansteckungsgefahr angepasst.

    Ampel-System für alle Schengen-Länder außer Großbritannien

    Für Reisen aus einer "grünen Zone" soll es entsprechend keine Einschränkungen geben, ab "orange" kann es eine Testpflicht geben, bei Reisen aus einem als "rot" eingestuften Gebiet ist eine Quarantäne-Auflage möglich, bei "dunkelrot" wird von nicht-notwendigen Reisen abgeraten. Bei Kindern ab zwölf Jahren könnten Tests nötig werden, sie müssten aber nur in Quarantäne, wenn ein begleitender Erwachsener ebenfalls in Quarantäne muss.

    Das System soll auch für Länder des Schengen-Raums gelten - Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, aber nicht für das ehemalige EU-Mitglied Großbritannien. Dort ist inzwischen die Delta-Variante des Coronavirus vorherrschend, bei der befürchtet wird, dass sie besonders ansteckend sein könnte.

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