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Es wird nicht alles schlechter | BR24

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Vieles ist im Lauf der letzten Jahrzehnte besser geworden: dank technischer Fortschritte, dank Errungenschaften in der Medizin oder einfach dank gemeinschaftlichem Engagement.

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Es wird nicht alles schlechter

Klimawandel und Wetterextreme, Pisa-Ergebnisse, Konjunkturflaute, Terrorattacken, Kriege und Massendemonstrationen – 2019 haben viele Nachrichten Unbehagen ausgelöst. Doch es gibt auch positive, langfristige Entwicklungen auf der Welt.

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Der Ausstoß von Schwefeldioxid geht zurück

Dank moderner Rauchgasentschwefelungsanlagen in Kraftwerken und Industrieanlagen ist der Ausstoß von Schwefeldioxid in Deutschland seit 1990 laut Bundesumweltamt um mehr als 90 Prozent gesunken, von 5,4 Millionen Tonnen auf 320.000 Tonnen (2017). Auch der Anteil der Raucher innerhalb der Bevölkerung ist nach Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit zwischen 2000 und 2017 von 27 auf 20 Prozent zurückgegangen. Die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide bleibt allerdings ein Problem: Sie ist in den letzten Jahren insgesamt leicht gesunken, in vielen Städten werden die Grenzwerte jedoch weiter deutlich überschritten.

Weltweit können mehr Menschen lesen und schreiben

Laut UNESCO können mehr als 86 Prozent der Weltbevölkerung lesen und schreiben. Vor 200 Jahren waren es nach Schätzungen der OECD lediglich zehn Prozent - eine steile Lernkurve. Auch bei der Impfquote von Kindern weltweit sieht es immer besser aus: Mehr als 88 Prozent der Einjährigen haben laut den Zahlen der WHO von 2017 wenigstens eine Impfung erhalten. 1980 waren es nur 22 Prozent. Hier ist allerdings noch erheblich Luft nach oben: Nötig sei eine Impfquote von 95 Prozent, um Krankheiten wie Masern in allen Erdteilen auszumerzen, so die Experten.

Und noch eine positive Gesundheitsnachricht: Die Zahl von neuen HIV-Infizierten sinkt weltweit, laut der UN-Organisation UNAIDS von fast drei Millionen 1995 auf unter zwei Millionen Neuinfizierte im Jahr 2018.

Weniger Verkehrstote in Europa

Hier hat sich die Zahl sogar mehr als halbiert: Kamen nach Angaben der Datenbank Eurostat vor 20 Jahren noch fast 60.000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, waren es 2018 nur noch 25.000.

Negative Nachrichten bleiben länger im Kopf hängen

Langfristige positive Entwicklungen rücken jedoch im öffentlichen Bewusstsein häufig in den Hintergrund, sagen Psychologen. Ganz nach dem Motto: "Bad news are good news". Während neutrale Informationen im episodischen Gedächtnis verarbeitet würden, springe bei schlechten Nachrichten das emotionale Gedächtnis an, erklärt die Erklärung der Münchner Psychologin Judith Benninghoff. Ihr Rat an die Medien: Nachrichten so objektiv wie möglich auswählen, also auch einmal eine positive Entwicklung in den Fokus nehmen. Und: Ab und zu wahrnehmen, dass es auch Trends zum Guten gibt auf der Welt. Das könne helfen, nicht allzu pessimistisch durchs Leben zu gehen – vielleicht ja ein guter Vorsatz für 2020.