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Bayern-FDP vor Corona-Gipfel: "Wir sind wieder weit hinten dran" | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Katja Strippel, B5 aktuell, im Gespräch mit Daniel Föst, Bayern FDP-Chef

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Bayern-FDP vor Corona-Gipfel: "Wir sind wieder weit hinten dran"

Vor den heutigen Bund-Länder-Beratungen über die nächsten Lockerungen, äußert sich der Chef der Bayern-FDP, Daniel Föst, enttäuscht. Er hat wenig Erwartungen an Ministerpräsident Söder. Vor allem die Impfstrategie bezeichnet er als "trauriges Thema".

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Von
  • Regina Wallner
  • B5 aktuell
  • Katja Strippel

Die bayerische FDP erwartet sich keine größeren Lockerungen der Corona-Beschränkungen bei den Bund-Länder-Gesprächen heute. Landeschef Föst sagte im BR (B5 aktuell, Thema des Tages), dass es sich bei den geplanten Schritten eher um eine "Öffnungs-Fatamorgana" handele.

Schnell- und Selbsttests kommen zu spät

Föst kritisierte, dass die Strategie mit mehr Schnell- und Selbsttests zu spät komme - vor allem, weil der Präsenzunterricht in Schulen von dieser Teststrategie abhänge.

"Wir sind wieder weit, weit hinten dran." Daniel Föst, Bayerischer FDP-Chef

Nach Ansicht der FDP wären insgesamt mehr Öffnungen in der Corona-Kirse möglich, wenn sofort mehr Schnelltests eingesetzt würden. Föst mahnte außerdem, nicht alle weiteren Schritte vom Inzidenzwert abhängig zu machen. Er wies darauf hin, dass der Wert steigen werde, wenn mehr getestet wird.

"Unserer Meinung nach, also nach Meinung der Freien Demokraten, ist mehr Öffnung möglich. Unter Sicherheitsbedingungen und Hygiene-Maßnahmen und unter einer sofort einsetzenden Test-Strategie." Daniel Föst, Bayerischer FDP-Chef

Deutschland braucht einen Stufenplan

Daher brauche Deutschland einen Stufen-Plan. Dieser soll auch berücksichtigen, wieviel Menschen geimpft sind, wie die Altersverteilung der Erkrankten ist und ob es sich bei einem Corona-Ausbruch um einen klar begrenzten Cluster-Ausbruch in einem Unternehmen handelt, oder um einen diffusen Ausbruch, der nicht klar zugeordnet werden kann.

Der bayerische FDP-Chef kritisierte, dass all das in der Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen nicht beachtet wird - es handele sich vielmehr erneut um die Hardliner-Linie von Markus Söder - die aber gescheitert sei.

Öffnungsschritte sollen regional unterschiedlich sein

Daniel Föst sprach sich außerdem dafür aus, dass die Öffnungsstrategien für den Einzelhandel und die Gastronomie unterschiedlich gehandhabt werden müsse. Je nach Inzidenz, Durchimpfung und der Auslastung des Gesundheitssystems. Außerdem sagte Föst, dass zum jetzigen Zeitpunkt schon mehr Öffnungen möglich seien.

"Jeder im Einzelhandel, die Gastronomie, die Menschen sind bereit, ihren Beitrag zu leisten." Daniel Föst, Bayern FDP

Die niedrige Impfquote in Deutschland und die fehlenden Impftermine für 80-Jährige in Bayern kommentiert Föst als "sehr trauriges Thema". Zu wenig bestellter Impfstoff und die Überforderung bei der Impflogistik tragen seiner Meinung nach zu den langen Wartezeiten bei.

"Der Lockdown, in dem wir seit Monaten sind, hat schwere soziale und wirtschaftliche Nebenwirkungen." Daniel Föst, Bayern FDP

Außerdem sprechen sich die Freien Demokraten für ein nationales Impfregister aus und sie plädieren dafür, dass die Hausärzte an das Impfen herangeführt werden, ähnlich wie das schon in Österreich der Fall ist.

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