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Erste Touristen in der Türkei: Exklusiver Urlaub - mit Maske | BR24

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Leere Liegen in einem Badort in der Türkei.

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    Erste Touristen in der Türkei: Exklusiver Urlaub - mit Maske

    Freie Liegenauswahl am Pool, kein Anstehen am Buffet: Die ersten deutschen Touristen in Antalya genießen die Einsamkeit. Auch wenn die Türkei als Risikogebiet gilt, bemüht sich der Staat um weitere Urlauber

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    Es war keine gute Woche für den türkischen Tourismus: Zur Reisewarnung der Bundesregierung kam auch noch das Prädikat "Risikogebiet" dazu. Trotzdem kommen erste Deutsche zurück in die türkischen Touristenhochburgen, etwa nach Antalya.

    Brigitta aus Düsseldorf ist gerade eben am Flughafen in Antalya gelandet - nach dreieinhalb Stunden im fast vollen Flieger. So eng aufeinander, damit haben sich viele schon vor Corona nicht wohl gefühlt. Für die Sekretärin, die vorschriftsmäßig eine Maske vor Mund und Nase trägt, ist das nur bedingt ein Problem: "Im ersten Moment war es vielleicht so. Aber meine Freundin hat mir extra diese Maske mit dem Filter gegeben. Damit war es eigentlich okay."

    Teure Landung ohne Maske

    Sonst wird überall auf Abstand gesetzt, an den Flughäfen, in den Hotels oder am Strand. Peter Glade ist kaufmännischer Leiter der deutsch-türkischen Fluggesellschaft SunExpress. Er weiß, das Flugzeug ist das Nadelöhr. Wichtig sei, dass alle eine Maske tragen, erklärt er. Aber was, wenn sich Passagiere einfach weigern?

    "Dann wird derjenige von uns beim Einsteigen das erste Mal aufgefordert, eine Maske aufzusetzen. Dann wird er ein zweites Mal von der Crew freundlich angesprochen werden. Wenn es der Flugverlauf ermöglicht, wird es dann auch durch den Kapitän eine Ansage erfolgen." Wenn auch das nicht funktioniere, wird das Flugzeug landen und der Passagier aussteigen müssen. Er müsse dann auch für die Kosten der Landung aufkommen.

    "Wie in einem Film"

    Orkan aus Frankfurt ist mit seiner Frau schon am Montag angekommen. Da hatte das Hotel in Antalya, das sie gebucht hatten, gerade wieder aufgemacht: "Es ist eine riesengroße Anlage und man kommt sich vor, wie in einem Film, weil man quasi alles für sich alleine hat. Es ist ein schöner Urlaub."

    Beim Fitnesskurs auf dem weitläufigen Hotelgelände sind nur zwei Frauen plus Trainerin anwesend. Orkan liegt in Shorts und ohne Maske mit seiner Frau an einem der Pools. Sie können sich die Sonnenliegen aussuchen. Im Hotel herrscht allerdings Maskenpflicht: "Es ist sehr anders und vielleicht auch nervig, dass man Masken aufhat, und auch die Hygienestandards befolgt. Es ist aber auch gut - ich kann es als Heilberufler allen empfehlen, sich an die Regeln zu halten." Was ihn störe, seien die Plastikfluten, die durch die vielen Einzelverpackungen entstehen.

    Okan ist Apotheker. Als er Anfang des Monats gebucht hat, hatte er mit einkalkuliert, dass in den Hotels nicht viel los sein wird. Bei einem voll ausgebuchten Hotel wären die Standards wohl nur schwer einzuhalten. "Wenn auf einmal 100 Leute am Buffet stehen, ist es etwas anderes als jetzt etwa zehn. Am ersten Tag waren wir sogar nur zu zweit oder zu dritt und man merkt jetzt schon, dass die Abstände geringer werden."

    Wer kommt für Behandlungskosten auf?

    Die Gäste müssen mitspielen, heißt es immer wieder, wenn es um die Corona-Vorsichtsmaßnahmen geht - sonst hilft das ganze Zertifizierungsprogramm nichts, das die türkische Regierung für Hotels aufgelegt hat. Es soll bei Urlaubern Vertrauen schaffen.

    Wenn man sich aber trotzdem im Urlaub mit Corona ansteckt? Brigitta hat sich informiert: "Die türkische Regierung hat festgelegt, dass wenn wirklich etwas passieren sollte und keine Versicherung greift, auch der Staat aufkommt." Da verlasse sie sich drauf. "Ich glaube nicht, dass sie in der heutigen Situation irgendwas Falsches erzählen, dann wird ja keiner kommen."

    Neue türkische Versicherung

    Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte das diese Woche im Interview mit dem ARD-Studio Istanbul versprochen. Bei Tourismusminister Mehmet Ersoy klingt das nun allerdings etwas anders: "Wir haben eine neue Versicherung eingeführt, die wir im Internet, an den Grenzen und den Flughäfen verkaufen. Sie deckt Behandlungskosten bis 7000 Euro ab und kostet 33 Euro. Das ist nicht viel Geld für jemanden, der 100-prozentige Sicherheit will."

    Brigitta geht erstmal davon aus, dass ihre deutsche Auslandsversicherung zahlen würde. Aber das scheint ihr im Moment auch nicht so wichtig. Sie macht hier nämlich nicht nur Urlaub, sondern sieht auch ihren Partner, der hier lebt, nach fast vier Monaten Corona-Pause das erste Mal wieder. Und den möchte sie gleich in die Arme nehmen - Distanzregeln hin oder her.

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