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Erregte Diskussion um Einfamilienhäuser | BR24

© BR/Andreas Halbig

Die Diskussion darüber, ob in neuen Wohngebieten vermehrt nur noch Mehrfamilienhäuser erlaubt werden sollte, trifft tief in die Seele der Menschen in Bayern. Viele sehen das Einfamilienhaus als Traum der meisten Bürger - als ein Stück Freiheit.

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Erregte Diskussion um Einfamilienhäuser

Die Diskussion darüber, ob in neuen Wohngebieten vermehrt nur noch Mehrfamilienhäuser erlaubt werden sollte, trifft tief in die Seele der Menschen in Bayern. Viele sehen das Einfamilienhaus als Traum der meisten Bürger - als ein Stück Freiheit.

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Von
  • Andreas Halbig

Die Diskussion über die Umweltverträglichkeit von Einfamilienhäusern, scheint Urängste bei manchen Lesern unseres Artikels zu wecken. Dabei gibt es im Freistaat nur 400.000 Mehrfamilienhäuser bei insgesamt 3,1 Millionen Wohngebäuden. Die Angst, dass es auf Kosten von Einfamilienhäusern mehr werden sollen, scheint dennoch groß zu sein.

"Nur noch Hochhäuser ohne Balkone bauen und ohne Grünflächen dazwischen, dort die Menschen einpferchen! Sieht so unsere Zukunft aus?"

"Ich werde mir aber nicht von staatlicher Seite, ob von Bund, Land oder Gemeinde sagen lassen, wie ich zu leben habe!"

"Der Einstieg in den planwirtschaftlichen Sozialismus????? Was folgt darauf?????"

Viel Kritik an den Grünen in der Einfamilienhausdebatte

Den Grünen, die die Diskussion angestoßen haben, werfen viele Kommentare vor, Freiheit und Eigentum einschränken zu wollen: "Die Grünen wollen einen Staat, in dem die Regierenden bestimmen, wer welches Auto fahren darf, wer wo wohnen darf, wer was essen darf."

Viele sehen das Einfamilienhaus als Traum der meisten Bürger, als ein Stück Freiheit: "Das eigene Haus ist ein großes Stück Lebensqualität und Entschleunigung - im Gegensatz zum Leben in einer Legebatterie für Mieter." Sorgsamer Umgang mit Ressourcen sei auch damit möglich. Und: Wenn es weniger neue Einfamilienhäuser gäbe, würden deren Preise steigen.

Ausufernde Neubaugebiete

Andere Kommentare weisen darauf hin, dass es gerade in Ortskernen von Dörfern viele leerstehende Häuser gibt, deren Renovierung Fläche, Ressourcen und Energie sparen würde. Viele Neubaugebiete würden inzwischen mehr Platz einnehmen als die ursprünglichen Dörfer: "Allesamt schauen aus wie Musterhaussiedlungen, die auch bei Hannover oder Krefeld stehen könnten." Die Architektur sei gefordert, die Zweifler mit neuen Konzepten zu begeistern.

Kein Eigenheimverbot

In den Kommentaren findet sich dann auch der Hinweis, dass es bei der ganzen Diskussion nicht um das Verbot von Einfamilienhäusern gehe, schon gar nicht grundsätzlich: "Vorschriften im Sinne von Bauplanungs- und Bauordnungsrecht brauchen wir halt, um Zersiedelung zu verhindern und wenigstens noch ein bisschen Orts- und Landschaftsbild regeln zu können."

"Ja zum Eigenheim"

In BR24live diskutierten heute darüber auch die bayerischen Bundestagsabgeordneten Nicole Gohlke aus München (Linke) und Ulrich Lange (CSU) aus Nördlingen.

Lange, der selbst in einem Einfamilienhaus wohnt, sprach sich klar für Eigenheime aus. Man stehe dazu, es sei für viele Menschen ein Lebenstraum: "Es ist einfach ein gutes Gefühl: die Kinder im Garten, das Spielen, auf der Terrasse sitzen, das gemeinsame Kaffeetrinken, das Grillen – nein, ein Eigenheim gehört auch zu unserem Verständnis vom Wohnen, und deshalb noch einmal ganz klar: ja zum Eigenheim."

Für Nicole Gohlke, Wohnungsmieterin in München, geht die Debatte über Einfamilienhäuser an der Lebenswirklichkeit von Menschen in großen, aber auch in kleinen Städten vorbei: "Hier sorgen sich die Leute, ob sie überhaupt noch ihre Dreizimmerwohnung finanzieren können, und ob, wenn vielleicht ein zweites Kind kommt, und sie irgendwann in Rente gehen, ob sie dann noch die Miete bezahlen können."

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