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Temperaturen in Deutschland erstmals über 42 Grad | BR24

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Neuer Bericht des Weltklimarats

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Temperaturen in Deutschland erstmals über 42 Grad

Wieder ein bundesweiter Hitzerekord: Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen sind die Temperaturen über 42 Grad gestiegen. Nach vorläufigen Messresultaten des Deutschen Wetterdienstes wurden in Lingen in Niedersachsen 42,6 Grad registriert.

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Wie bereits bei den zuvor gemeldeten Rekordwerten in Deutschland handelt es sich um einen vorläufigen Wert, den der Deutsche Wetterdienst (DWD) noch einmal überprüft. An mehreren Messstationen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stiegen die Temperaturen über 40 und teils auch über 41 Grad.

Der erst am Mittwoch aufgestellte Temperaturrekord von Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen mit 40,5 Grad hatte damit nur einen Tag lang Bestand. Heute am frühen Nachmittag wurden in Bonn 40,6 Grad registriert - und danach in Lingen über 41 Grad. Eben dort in Lingen haben die Temperaturen nun die 42-Grad-Marke überschritten.

AKW soll vom Netz

Die Hitzewelle zeigte auch Auswirkungen auf technische Anlagen. So wird wegen steigender Wassertemperaturen in der Weser das Atomkraftwerk Grohnde in Südniedersachsen voraussichtlich am Freitagmittag vom Netz genommen.

Wie der Betreiber Preussenelektra weiter mitteilte, muss der sogenannte Leistungsbetrieb des Reaktors bei Hameln immer dann eingestellt werden, wenn über längere Zeit einen Wert von 26 Grad Celsius erreicht wird. Grund sind behördliche Umweltschutzauflagen. Im Kraftwerk selbst gibt es keine Probleme.

Weiter hohe Belastung

Die Wärmebelastung bleibe "weiterhin stark bis extrem", erläuterte der DWD-Meteorologe Tobias Reinartz in Offenbach. Danach soll es zunächst heiß weitergehen, auch in Bayern. "Am Freitag könnte es im Westen noch einmal für knapp 40 Grad reichen, ansonsten 'erhitzt' sich die Luft verbreitet auf 32 bis 38 Grad", erklärte Reinartz. Im Osten würden "nur noch" Höchsttemperaturen von 32 bis 35 Grad erwartet. Grund sei, dass sich das Hitzehoch "Yvonne" bis Freitag von der südwestlichen in die nördliche Ostsee verlagern werde.

Im Nordosten und an den Küsten bleibt es demnach am Freitag mit Werten um 29 Grad noch etwas kühler. Gleichzeitig rechnen die Wetterfrösche im Südwesten bei zunehmendem Tiefdruckeinfluss mit vereinzelt heftigen Gewittern. Erwartet würden "einzelne, aber starke Gewitter mit lokalem Unwetterpotenzial", warnte der Meteorologe der DWD-Wettervorhersagezentrale.

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In Niedersachsen wurde heute der Temperaturrekord gebrochen. Klimaforscher sagen voraus, dass sich Hitzewellen in den nächsten Jahren häufen. Vor allem in den Städten sei mit extremen Temperaturen zu rechnen.

Unterdessen steigt die Gefahr von Waldbränden. Die Regierung von Oberbayern schickt Flugzeuge zur Beobachtung der Wälder in die Luft, auch in Schwaben und anderen Regionen wird kontrolliert. Aus Franken und Niederbayern wurden mehrere Brände gemeldet. Insgesamt herrscht im Freistaat größtenteils eine hohe bis sehr hohe Gefahr vor Waldbränden.

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Roland Hölzle, Luftbeobachter vom Landratsamt Allgäu, ist mal wieder unterwegs: Sein übliche Kontroll-Tour dauert rund drei Stunden. Gemeinsam mit dem Piloten beobachtet er, ob irgendwo Rauch aufsteigt.