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© Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem
Bildrechte: BR

In Israels Hauptstadt ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Jugendliche bewarfen Einsatzkräfte mit Steinen, zündeten Feuer an und zerstörten Barrikaden.

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Erneut schwere Ausschreitungen mit Verletzten in Jerusalem

Der Tempelberg ist Juden wie Muslimen heilig und birgt damit enormen Zündstoff - immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen im Herzen Jerusalems. Zum Ende des Fastenmonats ist die Lage einmal mehr eskaliert. Mehr als 90 Menschen wurden verletzt.

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Von
  • Tim Aßmann
  • BR24 Redaktion

In Jerusalem ist es in der zweiten Nacht in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und palästinensischen Gläubigen gekommen. Bereits in der Nacht auf Samstag waren bei Zusammenstößen über 180 Menschen verletzt worden.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Palästinensern

Am Damaskustor, am Rande der Jerusalemer Altstadt kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Steine und Flaschen flogen auf Polizisten, die Blendgranaten, Gummigeschosse und Wasserwerfer einsetzten. Nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond gab es mehr als 90 Verletzte. Unter ihnen ist Medienberichten zufolge auch ein Kleinkind.

Auch im Ostjerusalemer Viertel Sheikh Jarrah kam es zu Gewalt zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten. Dort droht mehreren arabischen Familien die Zwangsräumung, weil jüdische Siedler die Häuser beanspruchen. Die angedrohten Räumungen sind der Hintergrund des jüngsten Ausbruchs der Gewalt.

Muslimischen Massengebete verlaufen weitgehend friedlich

Die muslimischen Massengebete in der Altstadt verliefen in der vergangenen Nacht weitgehend friedlich. Rund 90.000 Gläubige beteten auf dem Areal der Al Aksa Moschee. In der Nacht zum Samstag waren es nach den Gebeten zu heftigen Zusammenstößen gekommen. Im Gaza-Streifen zündeten Palästinenser in der Nacht am Grenzzaun zu Israel Autoreifen an und warfen Brandsätze auf Soldaten.

Aus dem Küstengebiet wurde auch eine Rakete auf Israel abgefeuert, die nieder ging ohne Schaden anzurichten. Die israelische Luftwaffe griff als Reaktion einen Posten der palästinensischen Hamas im Gaza-Streifen an. International ist die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern groß.

Internationale Besorgnis über Situation in Jerusalem

Das Nahostquartett aus Vereinten Nationen, EU, Russland und den USA zeigte sich tief besorgt über die Situation in Ostjerusalem und rief alle politischen Akteure zur Mäßigung auf. Mit Blick auf die angekündigten Zwangsräumungen arabischer Familien erklärte das Quartett seine Ablehnung einseitiger israelischer Schritte, die zu einer Eskalation der Lage beitragen könnten.

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