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Brezn, Semmeln und Croissant

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    Weniger Zucker und Salz - Fertigprodukte werden gesünder

    Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft will erreichen, dass Fertigprodukte gesünder werden. Deswegen werden sie regelmäßig untersucht - einige sind jetzt weniger süß oder salzig. Es gibt aber auch noch Nachholbedarf.

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    Von
    • Dominik Einzel

    Fertigprodukte müssen gesünder werden, so will es das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit Ministerin Julia Klöckner (CDU). Die Menge an Zucker, Salz und Fetten soll reduziert werden und Verbraucherinnen und Verbraucher sollen es im Alltag leichter haben, gesündere Lebensmittel einzukaufen. 2018 hat das BMEL die "Reduktions- und Innovationsstrategie" entwickelt. Ein Beitrag zur Minderung von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten, wie Altersdiabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nun hat das Ministerium untersuchen lassen, ob die Strategie wirkt.

    Viele Fertigprodukte sind nun gesünder

    Seit 2016 untersucht das Max-Rubner-Institut (MRI) im Auftrag des BMEL Zucker, Fette und Salz in etwa 5.000 Fertigprodukten und überprüft in regelmäßigen Abständen, was sich an den Lebensmitteln ändert. Abgepacktes Brot enthält nun weniger Salz, besonders deutlich ist mit Minus 8 Prozent die Reduktion bei Toast. Besser geworden sind auch Müsli-Riegel mit Schokolade, die nun knapp 11 Prozent weniger Zucker enthalten. Bei Nuss- und Kernriegeln ergab die Untersuchung einen deutlichen Zuckerrückgang von fast 16, bei Fruchtschnitten von knapp 6 Prozent.

    Kinderprodukte besser, "Quetschies" zu süß

    Neu in der Studie waren sogenannte "Quetschprodukte", die Fruchtpüree enthalten und ganz speziell Kleinkinder ansprechen. Zwar gibt es zu diesen Produkten noch keinen Vergleichswert, jedoch sind die "Quetschies" mit bis zu rund 16 Prozent Zuckergehalt viel zu süß. Deutlich besser geworden sind aber Kinder-Joghurts, deren Zuckergehalt um ein Fünftel gesenkt werden konnte, Kinder-Cerealien enthalten 15 Prozent weniger und Erfrischungsgetränke sogar 35 Prozent weniger Zucker als im Jahr 2016. "Das ist ein Erfolg", so Klöckner.

    Fleisch- und Salamiprodukte nur mittelmäßig

    Luft nach oben ist aber noch bei abgepackten Fleischerzeugnissen, auch wenn Salamis nun rund 10 Prozent weniger Salz enthalten und Fleischpflanzl etwa 15 Prozent weniger salzig sind. Snack-Salamis und Schinkenwürfel zählten aber immer noch zu den Produktgruppen mit den höchsten Salzgehalten, so das MRI. Generell habe Salz neben der Geschmacksgebung auch wichtige Funktionen für die Produktsicherheit - indem es Keimwachstum hemme.

    "Dort, wo es hakt, wird nachgebessert und wenn nötig, reguliert", Bundesministerin Julia Klöckner (CDU)

    Mehr Durchblick für Verbraucher mit dem Nährwert-Logo

    Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es wichtig, gesündere Lebensmittel beim Einkauf leichter zu erkennen. Dabei soll das neue "Nutri-Score" Logo helfen, das auf immer mehr Packungen zu sehen ist. Das System soll auf einen Blick mit einer fünfstufigen Skala von A bis E anzeigen, wie gesund das Lebensmittel im Bezug auf Inhaltsstoffe, wie Zucker, Salz und Fett aber auch Ballaststoffe und Eiweiß ist.

    A weist dabei auf die günstigste, E auf die schlechteste Nährwertbilanz hin. Verwenden müssen die Hersteller den "Nutri-Score" aber nicht. Die Organisation Foodwatch kritisierte, dass freiwillige Selbstverpflichtung nötige gesundheitspolitische Maßnahmen verhindere.

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