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Erleichterung in Herne: Giftige Kobra ist gefangen | BR24

© Marcel Kusch/dpa

In Herne konnte die ausgebüxte Giftschlange wieder eingefangen werden - nach dem tagelang akribisch nach ihr gesucht wurde.

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    Erleichterung in Herne: Giftige Kobra ist gefangen

    Häuser mussten durchsucht werden, Menschen in Notunterkünften übernachten: Nachdem eine Giftschlange die Nordrhein-westfälische Stadt Herne tagelang in Atem gehalten hatte, konnte das Tier am Freitag eingefangen werden.

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    Sie ist weg - und wirklich niemand in Herne ist traurig darüber. Die ausgebüxte Giftkobra konnte eingefangen werden. Am Freitagabend wurde sie in einem Feuerwehrauto davon gefahren.

    Bewohner mussten Wohnungen tagelang verlassen

    Die Suche nach der rund 1,60 Meter langen Monokelkobra hatte die Ruhrgebietsstadt tagelang auf den Beinen gehalten. 30 Bewohner eines Gebäudekomplexes hatten ihre Wohnungen verlassen müssen, weil nicht klar war wo sich die Schlange versteckte. Am Mittwoch und Donnerstag hatten Experten der Feuerwehr Düsseldorf akribisch noch einmal alles abgesucht. Die Keller und das Dachgeschoss wurden versiegelt.

    Das durch Absperrbänder deutlich zu erkennende Haus war in den vergangenen Tagen immer häufiger zum Ziel von Schaulustigen geworden. Provisorisch aufgestellte "Durchfahrt verboten, Anlieger frei"-Schilder auf der Straße hatten nur Wenige davon abgehalten, den Bereich zu durchfahren.

    Mähroboter schreckt Schlange auf

    Am Freitagnachmittag hatte die Stadt den Bewohnern die Garantie gegeben, dass sich die Schlange nicht in ihren Wohnungen und im Treppenhaus befindet. Wer wollte, konnte danach wieder in seine Wohnung. Ordnungsdezernent Johannes Chudziak ging zu dem Zeitpunkt davon aus, dass sich das Tier noch im Keller befand - und ohne Nahrung und Flüssigkeit dort in den nächsten Wochen wohl verenden werde. Einige Bewohner kehrten daraufhin in ihre Wohnungen zurück.

    Nur wenig später führte ein Zufall dazu, dass die Schlange gefunden werden konnte: Ein Mann hatte dem Herner Oberbürgermeister Frank Dudda bei einem Termin vorgeschlagen aus Sicherheitsgründen das hohe Gras hinter dem Wohnkomplex abzumähen. Die Stadt setzte daraufhin einen Mähroboter ein - dessen Lärm die Schlange aufschreckte und aus ihrem Versteck lockt. Andreas Wilczek vom Stadtbetrieb entdeckte das Tier und der Bereich wurde abgesperrt. Der herbeigerufene Bochumer Schlangenexperte Roland Byner konnte die Kobra schließlich lebend einfangen.

    Erleichterung ist riesig

    "Wir sind sehr erleichtert, dass die Situation jetzt zu Ende ist", sagt Chudziak. "Die Schlange ist in der Box. Die Risikolage ist entschärft." Ursprünglich hatte die Stadt auch eine aufwendige Begasung des gesamten Gebäudekomplexes erwogen und sogar schon eine Spezialfirma zurate gezogen. Diese Idee war erst am Freitag verworfen worden.

    Einsatzkräfte, Bewohner, Nachbarn und Journalisten sind ebenfalls erleichtert. "Endlich ist sie weg und wir können wieder rein", sagt Collin Bleck. Am vergangenen Sonntag hatte er das bislang einzige Foto der Schlange im Hausflur gemacht, nachdem seine Freundin das hochgefährliche Tier zuvor im Treppenhaus gesehen hatte.

    Schlange stammt wahrscheinlich aus Privatbesitz

    Die Stadt geht davon aus, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser 20 Giftschlangen hielt. Der Mann soll damit gehandelt haben. Laut Stadt bestreitet er, dass die Schlange aus seinem Bestand kam. Ob dies der Wahrheit entspricht, will die Kommune nun herausfinden. Die Stadt hatte zwischenzeitlich alle Tiere aus der Wohnung geholt.

    Ein Biss der in Asien beheimateten Schlange kann lebensgefährlich sein. Aus Sicherheitsgründen lag deshalb ein Gegengift in der Uniklinik Düsseldorf bereit. Auch am Freitag waren aus Sicherheitsgründen ein Notarzt und Rettungskräfte in der Nähe.