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Während des Praktischen Jahrs arbeiten Medizinstudenten Vollzeit in Krankenhäuser, bekommen aber oft keine Vergütung.
© picture alliance / Guido Kirchner/dpa
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Während des Praktischen Jahrs arbeiten Medizinstudenten Vollzeit in Krankenhäuser, bekommen aber oft keine Vergütung.

Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages haben annähernd 100 Medizinstudenten für ein faires Praktisches Jahr demonstriert. Das Praktische Jahr (PJ) ist der letzte Teil des Medizinstudiums, in dem die angehenden Ärzte Vollzeit in Krankenhäusern arbeiten. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) fordert mit einer Petition nun eine angemessene Aufwandsentschädigung für die Studenten.

Vergütung schwankt von Klinik zu Klinik

Konkret will der Verband, dass Studenten im PJ flächendeckend den BAföG-Höchstsatz von derzeit 649 Euro bekommen. Nur die wenigsten Krankenhäuser zahlen allerdings diesen Betrag. Aktuell schwankt die Vergütung der Studenten stark von Klinik zu Klinik. Generell ist sie auf dem Niveau des BAföG-Höchstsatzes gedeckelt.

Fast die Hälfte aller bayerischen Kliniken zahlt nichts

Nach Angaben des Hartmannbundes, dem deutschen Ärzteverband, zahlt in Bayern lediglich das Klinikum Ingolstadt mit 649 Euro den BAföG-Höchstsatz. In Franken bekämen PJ-ler in den Kliniken Forchheim und Aschaffenburg je 400 Euro im Monat, überall sonst weniger. Knapp die Hälfte aller bayerischen Krankenhäuser zahle überhaupt keine Aufwandsentschädigung.

Nebenjobs während des Praktischen Jahrs

Nach Angaben des bvmd müssen 40 Prozent der Studierenden während des PJ auf ihre Ersparnisse zurückgreifen, mehr als ein Viertel aller angehenden Mediziner müssen zusätzlich zur Vollzeittätigkeit im Krankenhaus noch Nebenjobs nachgehen.

Für PJ-ler teilweise kein einziger Fehltag erlaubt

Neben den Forderungen nach einer höheren und einheitlichen Vergütung will der bvmd auch während des Praktischen Jahres weiteren Unterricht für die angehenden Ärzte durchsetzen sowie eine neue Regelung zu Fehltagen im Rahmen von Urlaub oder Krankheit. Nach Angaben des bvmd ist aktuell teilweise kein einziger Fehltag erlaubt.