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"Erinnern und Mahnen": Die Gedenkstätte Yad Vashem | BR24

© ARD/Tim Aßmann

In der Ausstellung der Jerusalemer Gedenkstätte werden Besucher an den Holocaust erinnert. Yad Vashem hat aber auch ein riesiges Archiv, dessen Bestände laufend aktualisiert und digitalisiert werden.

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"Erinnern und Mahnen": Die Gedenkstätte Yad Vashem

In Israel erinnern Staats- und Regierungschefs heute an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Steinmeier wird als erstes deutsches Staatsoberhaupt eine Rede halten - in der Holocaust-Gedenkstätte von Yad Vashem.

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Haim Gertner geht voran, in einen der Räume, die man als Gedächtnis von Yad Vashem bezeichnen kann. "Wir sind jetzt in einem der Archivräume für unsere Sammlung. Wir haben die größte dieser Art weltweit und wir wollen sie für kommende Generationen bewahren", sagt der Direktor des Archivs der Gedenkstätte.

Archiv von Yad Vashem: Deportationslisten, Geburtsurkunden, Fotos

In großen Stahlschränken mit Mappen, in Regalen hinter Glas, zum Teil in Karteikästen, wird aufbewahrt, was die Archivare über den Massenmord an den europäischen Juden zusammengetragen haben. Die Wissenschaftler suchen selbst und sie bekommen Dokumente.

210 Millionen Seiten sind so zusammen gekommen. Es sind zum Teil Schriftstücke aus der Feder der Täter. Deportationslisten, Aufzeichnungen über erfolgte Erschießungen. Gesammelt werden auch Dokumente der Opfer: Geburtsurkunden, alte Pässe, Fotos, Einwohnermeldedaten. Die Archivare in Yad Vashem versuchen, diese Daten zu verbinden, Einzelschicksale von Opfern zu rekonstruieren.

"Die Archive können die Geschichte einer ganzen Familie erzählen, die ausgelöscht wurde und an die sich niemand erinnert. Wenn man die Dokumente verbindet, ermöglicht man jüngeren Generationen den Blick auf das Schicksal dieser Familie." Haim Gertner, Archivdirektor von Yad Vashem
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Über die Dokumente, die in Yad Vashem zusammengetragen wurden, werden Einzelschicksale von Opfern rekonstruiert.

Informationen von 4,8 Millionen Opfern gesammelt

Die Nazis wollten die Juden nicht nur ermorden, sondern auch jede Erinnerung an sie auslöschen, erzählt Archivdirektor Gertner und sagt: "2004 kannten wir nur die Namen von 2,7 Millionen Opfern, also von weniger als der Hälfte der ermordeten Juden". Auf Basis ihrer Arbeit hätten sie nun Informationen zu mehr als 4,8 Millionen Opfern, so Gertner weiter.

Die Dokumente werden nach und nach online gestellt - um über die Opfer zu informieren, aber auch, um mehr zu erfahren. Haim Gertner zeigt ein digitalisiertes Foto, das auf der Internetseite von Yad Vashem zu finden ist. Zu sehen sind Frauen in einer Wäscherei. "Zu dieser sehr seltenen Farbaufnahme aus einer Wäscherei im Ghetto von Lodz schrieb uns eine Dame, sie hieß Carol, die Frau links außen auf dem Bild ist meine Mutter", berichtet Gertner.

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Foto aus der Wäscherei im Ghetto von Lodz in Polen.

Gertner: Kinder sollen Geschichte kennen

Wie soll an den Massenmord erinnert werden, wenn die Zeitzeugen nicht mehr da sind um zu berichten? In Yad Vashem wurden alleine im vergangenen Jahr 1.300 Holocaustüberlebende interviewt. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, sagt der Archivdirektor.

"Mir geht es um meine, um unsere Kinder. Sie kennen lebende Zeitzeugen nicht und ich möchte, dass sie mit der Geschichte verbunden sind, dass es ihre wird." Haim Gertner, Archivdirektor von Yad Vashem

Um die Jugend zu erreichen, nutzt Yad Vashem auch deren Plattformen. Das Team der Gedenkstätte ist auf Twitter, Facebook und Instagram aktiv und betreibt YouTube-Kanäle in mehreren Sprachen.

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Haim Gertner, Direktor der Archive in Yad Vashem.

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