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"Erinnern und Mahnen": 25 Jahre nach Rabin-Mord in Israel | BR24

© Tim Aßmann / ARD

Israel gedenkt in diesen Tagen der Ermordung von Jitzchak Rabin vor 25 Jahren. Ein national-religiöser Fanatiker erschoss den damaligen Premierminister nach einer Kundgebung in Tel Aviv. Dort erinnert eine neu gestaltete Gedenkstätte an die Bluttat.

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"Erinnern und Mahnen": 25 Jahre nach Rabin-Mord in Israel

Israel gedenkt in diesen Tagen der Ermordung von Jitzchak Rabin vor 25 Jahren. Ein national-religiöser Fanatiker erschoss den damaligen Premierminister nach einer Kundgebung in Tel Aviv. Dort erinnert eine neu gestaltete Gedenkstätte an die Bluttat.

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Von
  • Tim Aßmann

An der Rückseite des Rathauses von Tel Aviv hat sich eine kleine Menschentraube gebildet – vor dem erneuerten Gedenkstein und den wehenden israelischen Fahnen. Frische Blumen liegen vor dem Stein, ein paar Meter entfernt auf dem Rabin-Platz brennen Kerzen zur Erinnerung an den Mann, der hier, hinter dem Rathaus, vor 25 Jahren erschossen wurde. Miki, 41 Jahre alt, von Beruf Kulturmanagerin steht neben der Gedenkstätte. Sie kann sich noch genau erinnern, wie sie an jenem 4. November 1995 vom Anschlag auf Jitzchak Rabin erfuhr.

"Ich funktionierte nicht mehr. Wenn ich versuche, meine Emotionen von damals zusammenzufassen, dann sind das: Leere, Ohnmacht, Scham und Wut. Ich bin völlig zerbrochen." Miki, Zeitzeugin des Attentats

Nach Massenkundgebung erschossen

Jitzchak Rabin hatte auf einer Massenkundgebung gesprochen - unter dem Motto "Ja zum Frieden. Nein zur Gewalt". Nach seiner Rede auf dem Platz, der später nach ihm benannt wurde, wurden mehrere Schüsse auf Rabin abgefeuert - von dem rechts-nationalen jüdischen Fanatiker Jigal Amir. Er wollte Rabins Tod, weil dieser den Frieden mit den Palästinensern wollte und dafür zu Kompromissen bereit war. Die Tat hat mich geprägt, sagt Miki.

"Ich war überrascht darüber, wie sehr dieses Ereignis einen Bruch in meinem Leben auslöste. Ich war zuvor kein Mensch mit ausgeprägtem politischen Bewusstsein und habe das als selbstverständlich betrachtet, von dem ich heute weiß, wie außergewöhnlich es war. Dass ich in einer Zeit lebte, in der der Frieden wirklich greifbar war, in der für unser Leben große Hoffnungen bestanden." Miki, Zeitzeugin des Attentats

Chancen auf Frieden seitdem mehr und mehr gesunken

Nach dem Tod Rabins kam der Friedensprozess nach und nach zum Erliegen. So nah wie Mitte der 90er Jahre kamen Israelis und Palästinenser einem Frieden danach nie mehr. Rabins Pläne spalteten damals die israelische Gesellschaft. Es gab massive Hetze gegen den Premierminister, erinnert sich Miki.

"Es gab Schilder, auf denen es hieß: 'Rabin ist ein Verräter, ein Mörder. Rabin teilt Israel'. Auch in der heutigen Zeit, in der es eine sehr aufgeheizte Stimmung und eine Spaltung gibt, erlebe ich nicht, dass Politiker als Verräter oder Mörder beschimpft werden. Es werden andere Dinge gesagt. Aber es ist so, dass wir, als Gesellschaft von innen viel an uns arbeiten müssen." Miki, Zeitzeugin des Attentats

Neues Projekt zum Gedenken an Rabin gestartet

Miki will ihren Teil beitragen. Sie nimmt als Freiwillige an einem neuen Projekt der Stadt Tel Aviv teil. Miki und andere werden Schulgruppen zur Gedenkstätte am Rabin-Platz begleiten, mit ihnen Kurzfilme über den Mord und die Situation damals sehen und diskutieren. Es geht darum die Erinnerung wach zu halten und jüngeren Generationen zu zeigen was Hass und Hetze in einer Gesellschaft auslösen können, sagt die zuständige Projektmanagerin der Stadt Yael Froman-Ideses.

"Es ist Rabins Vermächtnis, Meinungen zu respektieren und über Dinge zu reden. Es ist okay, dass wir gespalten sind, solange wir einen gemeinsamen Dialog führen können, geprägt vom Respekt für alle Seiten. Daher ist es vielleicht wichtiger als jemals zuvor, dieses Thema wieder gerade in dieser Zeit aufzubringen." Yael Froman-Ideses, zuständige Projektmanagerin

Auch heute sind die Gräben tief zwischen dem linken und dem rechten politischen Lager im Land. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des israelischen Demokratie Instituts. Eine große Zahl der Befragten beklagt Hetze und Spaltung in der Gesellschaft und 45 Prozent halten ein politisches Attentat wie den Mord an Rabin auch heute für möglich.

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