(Archivbild 18.06.24) Palästinenser inspizieren die Zerstörung, die ein israelischer Luftangriff im Flüchtlingsviertel Nuseirat verursacht hat.
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(Archivbild 18.06.24) Palästinenser inspizieren die Zerstörung, die ein israelischer Luftangriff im Flüchtlingsviertel Nuseirat verursacht hat.

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Ereignisse im Nahost-Konflikt aus KW 29 im Rückblick

Entwicklungen, Reaktionen und Nachrichten zum Nahost-Konflikt vom 15. bis 21. Juli im Rückblick.

Über dieses Thema berichtet: Nachrichten am .

Dienstag, 16. Juli 2024

19.25 Uhr: Netanjahu will Druck auf die Hamas "erhöhen"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, im Krieg gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen nicht nachlassen zu wollen. "Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, den Druck noch weiter zu erhöhen, alle Geiseln – die Lebenden und die Toten – nach Hause zu bringen und alle Kriegsziele zu erreichen", sagte Netanjahu bei einer staatlichen Gedenkveranstaltung. "Wir tun ihnen weh, wir eliminieren ihre höchsten Kommandeure und tausende Terroristen", sagte er.

19.15 Uhr Israel – Viele Führer des militärischen Hamas-Flügels getötet

Die Hälfte der Führungsriege des militärischen Flügels der Hamas sei getötet, so Israels Armee in einer Erklärung. Insgesamt hätten die Truppen seit Kriegsbeginn vor mehr als neun Monaten "etwa 14.000 Terroristen eliminiert und festgenommen", hieß es weiter. Die Armee teilte nicht mit, ob es sich dabei ausschließlich um Mitglieder der Hamas oder aber auch um Mitglieder anderer Terrorgruppen handelte. Nach Schätzungen des israelischen Militärs soll es vor Kriegsbeginn rund 30.000 Hamas-Kämpfer gegeben haben. 

18.09 Uhr: Mehr als 60 Tote bei Angriffen im Gazastreifen

Bei Angriffen auf mehrere Ziele im Gazastreifen sind vom späten Montagabend bis Dienstagnachmittag nach palästinensischen Angaben mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. Journalisten der Nachrichtenagentur AP beobachteten, wie die Opfer von mindestens vier Angriffen in nahe gelegene Kliniken gebracht wurden.

Die opferreichste Attacke des Tages ereignete sich in Muwasi außerhalb der Stadt Chan Junis, einer Gegend, die Israels Militär eigentlich als sichere Zone deklariert hatte und wo Tausende Palästinenser in Zelten Schutz gesucht hatten. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten westlich von Chan Junis einen Kommandeur der Extremistengruppe Islamischer Dschihad angegriffen. Berichte über zivile Opfer würden geprüft.

17.36 Uhr: Israels Militär - 14.000 Hamas-Kämpfer getötet oder gefangen

Das israelische Militär will die Hälfte der Hamas-Militärführung entweder getötet oder gefangen genommen haben - die Rede ist von rund 14.000 Kämpfern. Mitte März hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits davon gesprochen, dass Israels Armee "mindestens 13.000 Terroristen" getötet habe.

16.58 Uhr: Israels Militär beginnt mit Einberufung ultraorthodoxer Juden

Das israelische Militär will ab Sonntag ultraorthodoxe Männer zum Militärdienst einberufen. Ab dann würden die Einberufungsbescheide verschickt, so die Streitkräfte.

Ultraorthodoxe Politiker hatten lange Zeit durchgesetzt, dass ihre Anhänger von der Wehrpflicht ausgenommen waren und sich stattdessen religiösen Studien widmen konnten.

16.26 Uhr: Ultraorthodoxe Juden greifen israelische Offiziere an

Vor dem Hintergrund des Streits um die Wehrpflicht von ultraorthodoxen Juden in Israel haben Dutzende strengreligiöse Juden in der vergangenen Nacht zwei ranghohe Offiziere der israelischen Armee angegriffen. Laut Berichten israelischer Medien bewarfen sie die Offiziere in der Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv mit Flaschen und anderen Gegenständen und beschimpften sie als Nazis und Mörder.

Die Wehrpflicht von ultraorthodoxen Männern (Haredim) sorgt seit langem für Streit in Israel. Zuletzt hatte das oberste Gericht geurteilt, dass es für eine allgemeine Wehrpflichtbefreiung für Haredim keine Rechtsgrundlage gebe.

15.08 Uhr: Öltanker vor Küste Omans gekentert - 16 Menschen vermisst

Vor der Küste Omans ist ein Öltanker gekentert. Die 16-köpfige Besatzung wird vermisst, teilte das omanische Zentrum für Maritime Sicherheit mit. Der Tanker "Prestige Falcon" war auf dem Weg in den Golf von Aden, so die Website Marine Traffic. Ob das Schiff Opfer eine Attacke durch die Huthi-Regellen wurde blieb ebenso unklar wie die Frage, ob durch das Unglück Öl austrat.

Die Huthi-Miliz greift seit Beginn des Gaza-Kriegs immer wieder Frachter mit angeblich israelischer Verbindung an. Deshalb meiden viele Reedereien die Route über das nahegelegene Rote Meer.

13.15 Uhr: Drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder bleiben in U-Haft

Drei im vergangenen Dezember in Deutschland festgenommene Hamas-Verdächtige bleiben in U-Haft. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) beschlossen. Die drei aus dem Libanon stammenden Männer sollten demnach Waffen aus einem Waffenlager in Polen nach Deutschland bringen.

Mit diesen Waffen sollte die Hamas dann Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Deutschland verüben. Laut der Bundesanwaltschaft hat es noch keine konkreten Anschlagspläne gegeben. Möglichen Ziele waren unter anderem die israelische Botschaft in Berlin und die US-Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein, so der BGH. Die Ermittlungen sind demnach sehr umfangreich: Die Akten umfassten inzwischen rund 100 Bände.

11.53 Uhr: Palästinensische Behörde - Mindestens 13 Tote bei israelischen Angriffen

Im Gazastreifen sind palästinensischen Angaben zufolge bei Angriffen des israelischen Militärs mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. In Rafah im Süden des Küstenstreifens seien fünf Palästinenser getötet worden, teilt die Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mit. Im nahe gelegenen Chan Junis seien ein Mann, seine Frau und zwei Kinder ums Leben gekommen.

In Nuseirat, zentral im Gazastreifen gelegen, wurden nach Angaben von Ärzten mindestens vier Palästinenser getötet. Insgesamt starben in dem seit neun Monaten tobenden Krieg nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 38.000 Palästinenser.

10.38 Uhr: Pax Christi fordert Anerkennung von Palästina als Staat

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi fordert die Bundesregierung auf, Palästina als Staat anzuerkennen. Die Bundesregierung und die Europäische Union müssten sofort wirksame Maßnahmen ergreifen, "die die israelische Regierung veranlassen, Vertreibung, Enteignung und Tötung der palästinensischen Bevölkerung zu stoppen", verlangte die deutsche Sektion von Pax Christi am Dienstag gemeinsam mit ihren israelischen und palästinensischen Partnerorganisationen. "Ebenso muss der völkerrechtswidrige Siedlungsbau im Westjordanland und in Ostjerusalem beendet werden", hieß es weiter.

09.45 Uhr: Israelische Polizei erschießt palästinensischen Messerangreifer

Die israelische Polizei hat nach einem Messerangriff im Westjordanland einen jungen Palästinenser erschossen. Der 19-Jährige habe am Dienstag einen Polizisten leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Der Angreifer komme aus dem Gazastreifen. Was er im Westjordanland machte, sei noch nicht geklärt.

Zuvor hatten Palästinenser nach Militärangaben das Feuer auf ein Auto im Westjordanland eröffnet und mehrere israelische Zivilisten leicht verletzt. In einem weiteren Fall schoss das Militär auf ein "verdächtiges Fahrzeug", das jedoch Israelis gehörte. Zwei israelische Zivilisten seien leicht verletzt worden, erklärte das Militär.

09.16 Uhr: Huthi-Rebellen bestätigen Angriff auf Schiff im Roten Meer

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben die unter liberianischer Flagge fahrende "Chios Lion" attackiert. Das Schiff sei am Montag vor Hudaida von einer Drohne angegriffen und an der Backbordseite getroffen worden, teilte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) mit. Es habe einige Schäden gegeben, Schiff und Mannschaft seien aber in Sicherheit.

Die vom Iran unterstützten Huthi übernahmen die Verantwortung für den Angriff auf die "Chios Lion" und auf ein weiteres Schiff, das in derselben Gegend von kleinen Booten und attackiert und später mit Raketen beschossen wurde. Auch in diesem Fall seien Schiff und Besatzung in Sicherheit, erklärte die UKMTO.

09.07 Uhr: Blinken - Zahl der getöteten Zivilisten "unannehmbar hoch"

US-Außenminister Antony Blinken hat bei einem Besuch zweier hochrangiger israelischer Regierungsvertreter die Zahl der im Gazastreifen getöteten Zivilisten als "unannehmbar hoch" bezeichnet. Außenministeriumssprecher Matthew Miller erklärte, Blinken habe bei seinem Treffen mit Israels nationalem Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi und dem Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, die "große Besorgnis" des US-Außenministeriums über die "jüngsten zivilen Opfer in Gaza" zum Ausdruck gebracht. 

"Es werden in diesem Konflikt aus unserer Sicht weiterhin viel zu viele Zivilisten getötet", sagte Miller weiter zu Blinkens Treffen mit Hanegbi und Dermer. Auf eine Frage zu US-Waffenlieferungen für Israel sagte Miller, die US-Regierung sei "äußerst beunruhigt über das anhaltende Sterben von Palästinensern im Gazastreifen".

04.47 Uhr: USA drängen auf friedliche Lösung im Libanon-Konflikt

US-Außenminister Antony Blinken hat zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts zwischen seinem Verbündeten Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz aufgerufen. Bei einem Treffen mit Israels nationalem Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi und dem israelischen Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, habe Blinken über die Wichtigkeit gesprochen, "eine weitere Eskalation entlang der israelisch-libanesischen Grenze zu vermeiden", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller. 

02.42 Uhr: US-Militär bestätigt Angriffe auf Schiffe im Roten Meer

Das US-Militär bestätigt Angriffe auf zwei Handelsschiffe im Roten Meer. Betroffen sind der Tanker MT Bentley I, der Pflanzenöl von Russland nach China transportiert, und der Öltanker MT Chios Lion, wie das US-Militär mitteilt. Demnach hat der Angriff auf die MT Bentley I weder Sach- noch Personenschäden verursacht. Das Schiff kann seine Fahrt fortsetzen. Der Öltanker MT Chios Lion hingegen wurde beschädigt, aber auch hier gab es keine Verletzten. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand.

01.08 Uhr: Berichte - Zwei Tote in Syrien nach Drohnenangriff

Bei einem mutmaßlich israelischen Drohnenangriff nahe der syrisch-libanesischen Grenze sind nach syrischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei einem der Opfer handele es sich laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie syrisch-libanesischen Sicherheitsquellen um einen Geschäftsmann mit Verbindungen zur Hisbollah-Miliz. Aus Israel gab es keine Bestätigung. 

00.05 Uhr: Israels Armee - Erneuter Beschuss aus dem Libanon

Das israelische Militär hat im Norden des Landes nach eigenen Angaben mehrfachen Beschuss aus dem Libanon abgewehrt. Es seien rund 20 Geschosse aus dem Nachbarland Richtung Israel abgefeuert worden, teilte die Armee am späten Montagabend mit. Das israelische Raketenabwehrsystem habe die meisten abgefangen. Verletzte gebe es nicht, hieß es. Zuvor hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben ein Waffenlager der Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons angegriffen. Nähere Details wurden nicht genannt.

Montag, 15. Juli 2024

21.06 Uhr: "Spaltung beenden" - Hamas und Fatah wollen Gespräche in Peking führen

Hochrangige Vertreter der rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah wollen sich im Juli zu einem weiteren Versuch einer Versöhnung in Chinas Hauptstadt Peking treffen. Die Hamas-Delegation soll von ihrem in Katar ansässigen Anführer Ismail Hanija geleitet werden, während die Fatah-Delegation von ihrem stellvertretenden Vorsitzenden Mahmud Alul angeführt wird, wie aus Kreisen der Fatah verlautete. Die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert und sich derzeit im Krieg mit Israel befindet, äußerte sich zunächst nicht zu den Plänen.  

Nach Angaben des stellvertretenden Generalsekretärs des Fatah-Zentralkomitees, Sabri Saidam, werden sich die Vertreter am 20. und 21. Juli gemeinsam mit chinesischen Regierungsvertretern treffen. Davor könnte ein direktes Treffen der beiden Gruppen stattfinden. Ziel sei es, "den Zustand der Spaltung zu beenden", erklärte Saidam. 

20.32 Uhr: Zivilschutz meldet sechsten Angriff auf Schule im Gazastreifen binnen neun Tagen

Bei einem erneuten israelischen Luftangriff auf eine Schule im Gazastreifen ist palästinensischen Angaben zufolge mindestens ein Mensch getötet worden. Mindestens vier weitere Menschen wurden der Zivilschutzbehörde zufolge bei dem Beschuss in der nördlichen Stadt Gaza verletzt. Der Angriff auf die Saladin-Schule im Stadtteil Al-Rimal ist der sechste Angriff auf eine Schule in dem Palästinensergebiet binnen neun Tagen. 

Ein Arzt des Al-Ahli-Krankenhauses in Gaza-Stadt bestätigte, dass es ein Todesopfer und vier Verletzte gegeben habe.

18.14 Uhr: EU verhängt weitere Sanktionen gegen jüdische Siedler

Wegen "schwerer und systematischer Menschenrechtsverletzungen" im Westjordanland und in Ost-Jerusalem hat die Europäische Union (EU) am Montag Sanktionen gegen weitere fünf Personen und drei Organisationen angekündigt. Auf der aktuellen Liste stehen den Angaben zufolge unter anderen Ben-Zion Gopstein und Isaschar Manne sowie die Gruppe Tzav 9. Letztere habe wiederholt Hilfslieferungen in den Gazastreifen blockiert. Manne gilt als Gründer eines illegalen jüdischen Siedler-Außenpostens im von Israel besetzten Westjordanland. Gopstein ist Gründer und Leiter der Organisation Lehava, die sich gegen eine Vermischung von Juden und Nicht-Juden ausspricht.

Die Sanktionierten dürfen vorerst nicht in die EU einreisen. Außerdem werden ihre Vermögenswerte eingefroren. Von den Betroffenen war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

16.22 Uhr: Bundesanwaltschaft lässt mutmaßliches Hisbollah-Mitglied festnehmen

Die Bundesanwaltschaft hat gestern den libanesischen Staatsangehörigen Fadel Z. in Salzgitter durch Beamte des Bundeskriminalamts vorläufig festnehmen lassen. Der Beschuldigte wurde heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der den Haftbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt hat, wie die Behörde mitteilte.

Dem Mann wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. Er soll sich spätestens im Sommer 2016 im Libanon der Hisbollah angeschlossen haben. Im Auftrag der Vereinigung habe er seit 2024 in Deutschland Komponenten zum Bau militärischer Drohnen, insbesondere Motoren, beschafft, hieß es. Diese sollten demnach in den Libanon ausgeführt und dort bei terroristischen Angriffen auf Israel eingesetzt werden.

14.00 Uhr: Bundesregierung wirbt für Waffenstillstand im Gazastreifen

Nach dem israelischen Luftangriff im Süden des Gazastreifens mit Dutzenden Toten hat die Bundesregierung an die Konfliktparteien appelliert, die Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit Hochdruck fortzusetzen. "Dieser Waffenstillstand ist dringend notwendig, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen und die humanitäre Notlage der Zivilistinnen und Zivilisten in Gaza zu lindern", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Er betonte, die israelische Armee sei bei ihrem Vorgehen zum Schutz von Zivilisten verpflichtet: "Jedes Kind, das in Gaza stirbt, ist eins zu viel." Gleichzeitig beklagte er jedoch, dass sich die Hamas regelmäßig hinter Zivilisten verschanze: "Damit bricht die Hamas jeden Tag Völkerrecht."

Israels Angriff am Samstag in der Nähe von Chan Junis galt führenden Hamas-Vertretern. Dutzende Menschen kamen dabei um. Berichten, wonach als Reaktion ein Abbruch der laufenden indirekten Gespräche der Konfliktparteien erwogen werde, hatte ein Vertreter des politischen Flügels der Hamas zuletzt widersprochen.

13.34 Uhr: Israelische Armee - "Zahlreiche" Hamas-Kämpfer im Gazastreifen getötet

Die israelische Armee hat ihre Angriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt und dabei eigenen Angaben zufolge zahlreiche Kämpfer der radikalislamischen Hamas getötet. Unter anderem seien die Städte Gaza und Rafah angegriffen worden, teilte die Armee mit. Im Bereich Rafah im Süden des Palästinensergebiets sei am Vortag "eine mit Raketenwerfern bewaffnete Terrorzelle in Nahkämpfen eliminiert" worden, auch im Zentrum des Gazastreifens seien "zahlreiche" Hamas-Kämpfer getötet worden.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von Raketenabwürfen über mehreren Vierteln der Stadt Gaza. Auch ein Gebiet im Norden des Flüchtlingslagers Nuseirat wurde Augenzeugen zufolge angegriffen. Mitglieder des Palästinensischen Roten Halbmonds gaben zudem an, nach einem israelischen Luftangriff auf die Flüchtlingssiedlung al-Maghasi im Zentrum des Gazastreifens fünf Leichen geborgen zu haben. Weiter gab es Berichte über Granatenbeschuss und Hubschrauberangriffe in Chan Junis und Rafah im südlichen Gazastreifen.

13.12 Uhr: UKMTO - Neuer Angriff auf Handelsschiff vor Jemens Küste

Vor der Küste des Jemen ist erneut ein Handelsschiff angegriffen worden. Es sei zweimal mit einer Seedrohne kollidiert und aus zwei Kleinbooten heraus beschossen worden, teilt die britische Organisation für Maritimen Handel UKMTO mit. Bei dem Vorfall habe es keine Schäden und keine Verletzten gegeben. Das Schiff werde nun zum nächsten Anlaufhafen fahren.

Zu der Attacke bekannte sich zunächst niemand. Seit November greifen aber Huthi-Rebellen aus dem Jemen, die sich mit der Hamas im Gazastreifen solidarisch erklären, immer wieder Schiffe im Roten Meer an. Die britische Sicherheitsfirma Ambrey teilt mit, das zuletzt angegriffene Schiff passe in das Zielschema der Huthis. Details wurden nicht bekannt.

13.09 Uhr: Gesundheitsbehörde - Fast 38.700 Tote im Gazastreifen

Im Gazastreifen sind nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörde bei der seit Oktober dauernden israelischen Militäroffensive mindestens 38.664 Menschen getötet worden. Mindestens 89.097 Palästinenserinnen und Palästinenser seien verletzt worden. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien rund 80 Menschen getötet und 216 verletzt worden. Die Zahlen der Opfer könnten deutlich höher sein. Vielen Menschen werden vermisst, zahlreiche Tote liegen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude begraben. Die Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wird von der Hamas kontrolliert; die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

10.47 Uhr: Wegen Personalmangel - Israelis sollen länger zum Militär

Israelische Männer sollen künftig vier Monate länger Militärdienst leisten müssen. Die israelische Regierung billigte am Sonntag eine Verlängerung der Dienstpflicht von 32 auf 36 Monate, wie israelische Medien berichteten. Damit soll dem Personalmangel in der Armee begegnet werden. Die Generalstaatsanwaltschaft hält den Vorstoß, der noch in dieser Woche vor das Parlament gebracht werden soll, für verfassungswidrig.

Der vom Kabinett gebilligte Gesetzentwurf soll demnach zunächst für fünf Jahre gelten und auch für aktuell dienende Soldaten gelten. Nach Ablauf des Verlängerungszeitraums wird der Armeedienst wieder auf die derzeitige Dauer von 32 Monaten zurückgesetzt.

06.26 Uhr: Hamas - Militärchef soll israelischen Angriff überlebt haben

Der Militärchef der Hamas hat nach Angaben der militant-islamistischen Palästinenserorganisation einen schweren israelischen Luftangriff überlebt. Mohammed Deif sei nach dem Angriff bei Chan Junis im Gazastreifen bei guter Gesundheit, teilte die Hamas am Sonntag mit. Beweise für ihre Behauptung legten die Extremisten nicht vor.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend erklärt, es gebe noch keine absolute Gewissheit über den Tod Deifs. Deif gilt als wichtiger Drahtzieher des Terrorangriffs der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober.

02.33 Uhr: Israel - Schicksal von Militärchef der Hamas unklar

Israels Armee bemüht sich nach ihrem Luftangriff auf den Militärchef der islamistischen Hamas fieberhaft um Klärung seines Schicksals. Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi warf der Hamas vor, dies verhindern zu wollen: "Es ist noch zu früh, um auf die Ergebnisse des Schlags zu schließen, die die Hamas zu verbergen versucht". Die Armee hatte Mohammed Deif am Samstag bei Chan Junis im Süden Gazas angegriffen. Zahlreiche Menschen wurden dabei getötet. Ob auch Deif getötet oder verletzt wurde, ist unklar. Ein Hamas-Vertreter in Beirut bestritt am Sonntag, dass Deif getötet worden sei.

00.30 Uhr: Palästinenser - 15 Tote nach Luftangriff auf Flüchtlingslager

Bei einem Luftangriff im Gazastreifen auf ein Schulgebäude im Flüchtlingsviertel Nuseirat sind nach palästinensischen Angaben etwa 15 Menschen getötet worden. Dutzende seien verletzt worden, gab die islamistische Hamas bekannt. Das israelische Militär teilte zuvor mit, dass es mehrere Kämpfer der Hamas im Areal einer Schule des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA angegriffen habe. 

Das Objekt habe den Terroristen als Versteck und Operationsbasis für Attacken auf das israelische Militär gedient. Im Vorfeld des Angriffs habe die Armee zahlreiche Schritte unternommen, um das Risiko für Zivilisten zu minimieren, hieß es. Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.