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Erdogan geht juristisch gegen Springer-Chef vor | BR24

© pa/dpa

Recep Tayyip Erdogan

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    Erdogan geht juristisch gegen Springer-Chef vor

    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine einstweilige Verfügung gegen Mathias Döpfner beantragt. Der Grund: Die Unterstützung des Springer-Chefs für das Schmähgedicht von Jan Böhmermann.

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    Das Landgericht Köln habe allerdings schon angedeutet, dass es der einstweiligen Verfügung eher nicht stattgeben werde, berichtete Erdogans Medienanwalt Ralf Höcker. Für diesen Fall werde er seinem Mandanten empfehlen, in die zweite Instanz zu gehen.

    Döpfner hatte in der Debatte um das Erdogan-Gedicht von Böhmermann in einem offenen Brief Partei für den Satiriker ergriffen "Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht", schrieb er und fügte später hinzu:

    "Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen." Mathias Döpfner

    "Grenzdebiler kleiner Schwachmat" verboten

    Der Satiriker Böhmermann hatte Ende März ein derbes "Schmähgedicht" über den türkischen Präsidenten Erdogan vorgetragen, der dann unter anderem Strafantrag wegen Beleidigung stellte. Eine Entscheidung steht noch aus.

    Erdogan-Anwalt Höcker sagte, einer einstweiligen Verfügung gegen den Filmregisseur Uwe Boll habe das Gericht schon vollumfänglich stattgegeben. Boll darf demnach beispielsweise nicht mehr sagen, dass Erdogan ein "grenzdebiler kleiner Schwachmat" sei.

    Erdogan hofft weiter auf EU-Beitritt

    Derweil betonte Erdogan trotz wachsender Differenzen mit der Europäischen Union, dass die EU-Mitgliedschaft weiterhin ein "strategisches Ziel" für die Türkei bleibe. Die EU lasse sein Land seit mehr als 50 Jahren vor der Türe stehen, was in seinem Land zu "Überdruss" geführt habe, beklagte er.