BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Erdogan nennt europäische Politiker "Faschisten" | BR24

© picture alliance / AA Metin Aktas

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Eröffnungsrede der Maulid an-Nabī-Woche am 26. Oktober in Ankara

7
Per Mail sharen

    Erdogan nennt europäische Politiker "Faschisten"

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat europäischen Politikern, allen voran Emmanuel Macron, Islamfeindlichkeit vorgeworfen und sie als "Kettenglieder der Nazis" bezeichnet. Die Muslime seien einer Lynchkampagne ausgesetzt.

    7
    Per Mail sharen

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat europäischen Politikern Islamfeindlichkeit vorgeworfen und sie als "Kettenglieder der Nazis" bezeichnet. "Feindlichkeit gegenüber dem Islam und den Muslimen ist in manchen europäischen Ländern zu einer Politik geworden, die auf Ebene der Staatschefs persönlich ermutigt und unterstützt wird", sagte Erdogan am Montag in Ankara.

    Erdogan spricht von europäischer Lynchkampagne gegen Muslime

    "Ihr seid im wahrsten Sinne des Wortes Faschisten", sagte Erdogan. "Die Muslime erleben heute eine ähnliche Lynchkampagne, wie sie gegen Juden in Europa zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg geführt wurde." Erdogan wirft Europa und insbesondere dem französischen Staatschef Emmanuel Macron seit Tagen Islamophobie vor und zweifelte am Montag, wie schon am Wochenende, die psychische Gesundheit des französischen Präsidenten an.

    Streit mit Macron nach Enthauptung eines Lehrers

    Entzündet hatte sich die Debatte unter anderem an Äußerungen Macrons nach der Tötung des Lehrers Samuel Patys in Frankreich, der Karikaturen des Propheten Mohammed als Beispiel für Meinungsfreiheit im Unterricht gezeigt hatte. Macron hatte daraufhin die Meinungsfreiheit verteidigt und klargestellt, dass Frankreich nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten" werde, "auch wenn andere sich davon zurückziehen".

    Macron hatte nach der Tötung Samuel Patys zudem angekündigt, stärker gegen radikalen Islamismus vorzugehen. Er sprach davon, einen "Islam der Aufklärung" schaffen zu wollen, der "mit den Werten der Republik" vereinbar sei. Nach Ansicht Erdogans betreibt Macron eine gegen alle muslimische Bürger gerichtete Politik. Im Konflikt mit Paris hat er nun zum Boykott französischer Produkte aufgerufen.

    © picture alliance / abaca

    Hashtag zum Boykott-Aufruf französischer Produkte

    Bundesregierung verurteilt Äußerungen Erdogans über Macron

    Die Bundesregierung hat Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilt. "Das sind diffamierende Äußerungen, die ganz und gar inakzeptabel sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Erdogan hatte Macron geraten, seinen Geisteszustand zu überprüfen. Dies sei inakzeptabel, "erst recht vor dem Hintergrund der Mordtat eines islamistischen Fanatikers" an dem französischen Lehrer Samuel Paty, sagte Seibert dazu weiter.

    Maas bezeichnet Äußerungen Erdogans als inakzeptabel

    Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts wies darauf hin, dass auch Außenminister Heiko Maas (SPD) "großes Verständnis" für die Haltung Macrons geäußert habe. Maas hatte die Äußerungen Erdogans ebenfalls als "völlig inakzeptabel" bezeichnet.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!