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Erdgasbohrungen vor Zypern: Streit zwischen EU und der Türkei | BR24

© dpa-Bildfunk/Lefteris Pitarakis

Das türkische Bohrschiff "Yavuz" liegt im Hafen von Dilovasi

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    Erdgasbohrungen vor Zypern: Streit zwischen EU und der Türkei

    Der Streit zwischen der Europäischen Union und der Türkei über Gasbohrungen vor der Küste des EU-Mitglieds Zypern wird schärfer. Die EU diskutiert mögliche Strafmaßnahmen.

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    Die EU erwägt in Reaktion auf die türkischen Erkundungen von Erdgasvorkommen vor der Küste von Zypern diverse Sanktionen.

    Wie aus einem Entwurf für die Beratungen der EU-Außenminister hervorgeht, wird über das Aussetzen der Verhandlungen über ein neues Luftverkehrsabkommen nachgedacht, zudem könnten EU-Hilfen gekürzt und die Kreditvergabe durch die Europäische Investitionsbank eingeschränkt werden.

    Streit zwischen der EU und der Türkei über Seegebiet

    Die EU will die Türkei mit den Sanktionen dazu bewegen, die als illegal erachteten Erkundungsbohrungen vor der Küste des EU-Mitgliedstaats Zypern einzustellen. Die Türkei steht allerdings auf dem Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Sie hält den Norden von Zypern seit 1974 besetzt und will mit den Bohrungen die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern.

    EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte, man strebe zwar gute nachbarschaftliche Beziehungen mit der Türkei an. Dass die Türkei aber die Souveränität Zyperns infrage stelle, werde unvermeidlich zu einer solidarischen Antwort der EU führen.

    Auswirkung möglicher Sanktionen auf Wirtschaft und Verbraucher

    Für die Wirtschaft und die Verbraucher sind die geplanten Strafmaßnahmen schlechte Neuigkeiten. Das mit der Türkei geplante Luftverkehrsabkommen soll nämlich eigentlich neue Flugverbindungen ermöglichen und für günstigere Tickets sorgen. Die EU-Kommission ging zuletzt davon aus, dass die Flugpreise nach einer Marktöffnung um bis zu 50 Prozent sinken und bis zu 48.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

    Zypern drängt auf zügige Verhängung der Strafmaßnahmen

    Die Strafmaßnahmen gegen die Türkei sollen nach dem Willen Zyperns bereits am kommenden Montag bei einem EU-Außenministertreffen beschlossen werden.

    Allerdings weisen EU-Diplomaten daraufhin, dass die Sanktionen voraussichtlich nicht allzu scharf ausfallen würden. Die Türkei, die trotz aller Konflikte noch offiziell EU-Beitrittskandidat ist, werde als Nato-Mitglied und bei Themen wie Migration und Terrorbekämpfung als Partner gebraucht.