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Erdbeben in Kroatien: Sieben Tote und zahlreiche Verletzte | BR24

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Mindestens sechs Tote, rund 20 Verletzte und schwere Schäden in mehreren Orten - das ist die derzeitige Bilanz nach dem schweren Erdbeben in Kroatien. Nach dem Erdstoß der Stärke 6,3 gehen die Rettungsarbeiten weiter.

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Erdbeben in Kroatien: Sieben Tote und zahlreiche Verletzte

Nach dem schweren Erdbeben in der kroatischen Stadt Petrinja steigen die Opferzahlen: Sieben Menschen wurden laut neuen Angaben getötet, viele verletzt. Slowenien hat vorsichtshalber ein AKW abgeschaltet und auch in Ostbayern war das Beben zu spüren.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Martin Gruber

Kroatien ist am Dienstag erneut von einem Erdbeben erschüttert worden. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an Besonders betroffen waren die Städte Petrinja und Sisak, etwa 50 südöstlich von Zagreb gelegen.

Petrinja besonders betroffen - ein Kind gestorben

In der 25.000 Einwohner zählenden Stadt Petrinja wurde ein 12-jähriges Mädchen von herabfallenden Trümmern erschlagen, mindestens 20 Personen wurden verletzt. Sechs weitere Menschen starben in den umliegenden Dörfern.

"Das ist wie Hiroshima"

Der Bürgermeister von Petrinja sagte dem kroatischen Sender HRT, seine 25 000-Einwohner-Stadt sei schwer zerstört und unbewohnbar. Es gebe Verletzte. Menschen seien in eingestürzten Gebäuden eingeschlossen. "Das ist wie Hiroshima, die halbe Stadt existiert nicht mehr", sagte er. "Wir brauchen Hilfe."

Ministerpräsident Andrej Plenkovic und mehrere Minister machten sich vor Ort ein Bild von der Lage. Das Militär schickte Soldaten. Auf den Straßen lagen Staub und heruntergestürzte Ziegelsteine. Auch Plenkovic sagte, der größte Teil des Zentrums von Petrinja sei unbewohnbar. Es werde überprüft, ob noch Menschen in den Trümmern sind. Die Armee habe in Kasernen 500 Notunterkünfte eingerichtet. Andere könnten in Hotels untergebracht werden. "Niemand muss in der Kälte der Nacht draußen bleiben", versicherte der Regierungschef.

Auch die nahe gelegene Kreishauptstadt Sisak war schwer betroffen. Der Sitz der Stadtverwaltung sei zur Hälfte eingestürzt, sagte die Bürgermeisterin dem kroatischen Fernsehen HRT. Die Gemeindebediensteten konnten sich jedoch alle in Sicherheit bringen, fügte sie hinzu. In ihrer Stadt habe es einige Leichtverletzte gegeben, die ärztlich versorgt wurden.

Auch in Ostbayern bebt die Erde

Ausläufer des Bebens waren bis nach Bayern spürbar. Besonders im Raum Passau waren die Auswirkungen spürbar. Im westlich der Stadt gelegenen Gewerbegebiet Sperrwies habe das Verlagshaus der Passauer Neuen Presse (PNP) längere Zeit "spürbar gewackelt", berichtet ein Zeuge. An den Wasserflaschen auf den Schreibtischen habe man die Bewegungen besonders gespürt, so der Zeuge, es habe etwa 15 Sekunden gedauert.

Über Twitter schilderte ein User das Beben so: "Ich dachte, ich habe einen Schwindelanfall. Gruslig!" Ähnliche Schilderungen einige Kilometer weiter in Fürstenzell, im Landkreis Passau. Eine Frau berichtete dem BR, die Erde habe auch hier längere Zeit langsam vibriert – so sehr, dass sich Schränke bewegt hätten. Bei der Passauer Polizei habe das Beben keinen Einsatz ausgelöst. Es habe auch keine Anrufe von besorgten Bürgern gegeben, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Passau.

Slowenien schaltet Atomkraftwerk ab - EU sagt Hilfe zu

Nach dem Erdbeben ist im benachbarten Slowenien das Atomkraftwerk Krsko abgeschaltet worden. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte eine Sprecherin der Anlage am Dienstag. Das Erdbeben war in mehreren Nachbarländern Kroatiens zu spüren.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Hilfe zugesagt. "Wir sind bereit zu unterstützen", schrieb sie nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Andrej Plenkovic auf Twitter. Sie habe den für humanitäre Hilfe zuständigen Kommissar Janez Lenarcic gebeten, so bald wie möglich ins Erdbebengebiet zu reisen. "Wir stehen an der Seite Kroatiens", betonte von der Leyen.

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Ein Erdbeben hat starke Schäden in Petrinja in Kroatien angerichtet. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer von der Hauptstadt Zagreb entfernt. Das Nachbarland Slowenien hat vorsichtshalber das Atomkraftwerk Krsko abgeschaltet.

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