BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Ex-König Juan Carlos verlässt Spanien | BR24

© BR

Auf der Website der königlichen spanischen Familie wurde ein Brief von Juan Carlos an seinen Sohn veröffentlicht. Darin teilte der Ex-König mit, dass er Spanien verlasse. Hintergrund ist wohl der Korruptionsskandal, in den er verwickelt ist.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Ex-König Juan Carlos verlässt Spanien

Auf der Website der königlichen spanischen Familie wurde ein Brief von Juan Carlos an seinen Sohn veröffentlicht. Darin teilte der Ex-König mit, dass er Spanien verlasse. Hintergrund ist wohl der Korruptionsskandal, in den er verwickelt ist.

Per Mail sharen

Der unter Korruptionsverdacht stehende spanische Ex-König Juan Carlos will das Land verlassen und ins Ausland gehen. Wie das spanische Königshaus mitteilte, informierte der wegen zahlreicher Affären ins Zwielicht geratene Juan Carlos seinen Sohn König Felipe VI. in einem Brief über seinen Entschluss.

"Aus der Überzeugung heraus, dem spanischen Volk, seinen Institutionen und Dir als König am besten zu dienen, informiere ich Dich über meine Entscheidung, in dieser Zeit ins Exil außerhalb Spaniens zu gehen." Zitat aus dem Schreiben von Juan Carlos an den Königspalast

Felipe VI. habe die Entscheidung seines Vaters akzeptiert und sich bei ihm bedankt.

Entscheidung entspricht vermutlich Wunsch von König Felipe

Die in Sachen Monarchie gewöhnlich sehr gut informierte Tageszeitung "El Mundo" versicherte, die Entscheidung sei in erster Linie von Felipe getroffen worden. Das Königshaus habe Juan Carlos zum Verlassen Spaniens "gezwungen", so das Blatt. Die Affäre hatte dem Image Felipes und der spanischen Monarchie sehr geschadet. Die Rufe nach einer Abschaffung der Monarchie waren zuletzt immer lauter geworden.

Ermittlungen gegen den Ex-König

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hatte im Juni ein Ermittlungsverfahren zur Verwicklung des ehemaligen Monarchen in eine mutmaßliche Korruptionsaffäre eingeleitet. Dabei geht es um mögliche Schmiergeldzahlungen bei der Auftragsvergabe für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen Mekka und Medina in Saudi-Arabien an ein spanisches Konsortium.

In dieser Sache ermittelt die spanische Justiz bereits seit 2018, aber wegen der Immunitätsrechte von Juan Carlos kann nur der Oberste Gerichtshof Ermittlungen gegen den 82-Jährigen führen. Zudem darf die Untersuchung nur Vorfälle betreffen, die sich nach seiner Abdankung als König 2014 ereigneten. Es gehe um "Fakten, die sich nach Juni 2014 ereigneten", hatte das Gericht entsprechend im Juni erklärt.

Angebliche Schmiergeldzahlungen an Juan Carlos

Berichten zufolge soll Juan Carlos vom saudi-arabischen Königshaus über ein Schweizer Konto bis zu hundert Millionen Dollar erhalten haben - allerdings offenbar bereits 2008. Zudem hatte seine ehemalige Geliebte Corinna zu Sayn-Wittgenstein angegeben, der König habe im Zusammenhang mit dem 6,7 Milliarden Euro schweren Schnellbahn-Projekt eine Kommission bekommen. Diese Angaben hatten 2018 die spanische Justiz auf den Plan gerufen.

Abdankung 2014 nach 39 Jahren auf dem Thron

Juan Carlos hatte 2014 nach 39 Jahren auf dem Thron zugunsten seines Sohnes Felipe abgedankt. Seit dem vergangenem Jahr hat er sich vollständig aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Lange Zeit war Juan Carlos wegen seiner Rolle beim Übergang Spaniens von der Diktatur zur Demokratie im Volk sehr beliebt. Doch eine Reihe von Skandalen, darunter eine Luxusreise des Monarchen inmitten einer schweren Wirtschaftskrise des Landes, hatten seine letzten Jahre auf dem Thron überschattet.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!