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Epstein-Opfer erneuert Anschuldigungen gegen Prinz Andrew | BR24

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In einem Interview der BBC erneuert ein mutmaßliches Opfer des US-Geschäftsmannes Epstein die Vorwürfe gegen Prinz Andrew. Virginia Giuffre erklärte, sie sei nach London geflogen worden, um dort Sex mit dem britischen Adligen zu haben.

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Epstein-Opfer erneuert Anschuldigungen gegen Prinz Andrew

In einem Interview der BBC erneuert ein mutmaßliches Opfer des US-Geschäftsmannes Epstein die Vorwürfe gegen Prinz Andrew. Virginia Giuffre erklärte, sie sei nach London geflogen worden, um dort Sex mit dem britischen Adligen zu haben.

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Mit dieser Sondersendung ist der Druck auf Prinz Andrew noch weiter gestiegen. Dem BBC-Bericht zufolge plant ein Opferanwalt in den USA, den Duke of York vorladen zu lassen, damit er als Zeuge im Missbrauchsskandal um US-Multimillionär Jeffrey Epstein aussagt.

"Eine schlimme Zeit in meinem Leben"

Der Anwalt vertritt fünf der Frauen, die mutmaßlich zu den Opfern des verurteilten Sexualstraftäters Epstein gehören. Eines der Opfer, die heute 35-jährige Virginia Giuffre, hat Prinz Andrew erneut beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Sie sagte in dem BBC-Interview unter Tränen:

"Es war eine schlimme Zeit in meinem Leben, eine schreckliche Zeit. Ich war gerade missbraucht worden von einem Mitglied der Königsfamilie. Und ich konnte nicht begreifen, wie diese mächtigen Leute das zulassen konnten. Nicht nur zulassen konnten, dass es passiert, sondern dabei mitmachten." Virginia Giuffre

Der Skandal ist wieder Topthema auf der Insel

Auch wenn dieser Vorwurf nicht neu ist: Es war das erste Interview, das die US-Amerikanerin in dieser Sache einem britischen Sender gegeben hat, und es macht den Skandal auf der Insel wieder zum Topthema. Prinz Andrew wisse, was passiert sei und sie wisse es auch, meint Giuffre. Sie sei in den Jahren 2001 und 2002 drei Mal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden. In zwei Fällen sei sie erst 17 gewesen. Der Sohn der Queen hatte sich in dem BBC-Interview mit ihm, das bereits Mitte November ausgestrahlt worden war, dagegen so geäußert:

"Ich kann Ihnen mit aller Entschiedenheit sagen: Ich kann mich nicht erinnern, sie überhaupt getroffen zu haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Foto gemacht wurde, und ich habe immer wieder gesagt, dass wir nie irgendeinen sexuellen Kontakt hatten." Prinz Andrew im BBC-Interview

Ein Wettstreit um Glaubwürdigkeit

Die letzte Aussage hat der Buckingham Palast nun noch einmal in einem Statement wiederholt. Ein Problem für Prinz Andrew bleibt aber, dass es in der Tat ein Foto mit ihm und Virginia Giuffre, damals noch Roberts, gibt.

Giuffre schildert in dem Interview auch, wie sehr sie sich bei ihrer ersten Begegnung mit Prinz Andrew geekelt habe, weil der beim Tanzen so unglaublich stark geschwitzt habe. Auch das hatte der Prinz zuvor schon zu widerlegen versucht. Er habe zu dem fraglichen Zeitpunkt gar nicht schwitzen können, hatte er in seinem Interview am 16. November betont, weil er nach dem Falklandkrieg ein medizinisches Problem gehabt habe, so der Duke of York. Es ist eine Glaubwürdigkeitsschlacht zwischen dem Sohn der Königin und der Amerikanerin Virginia Giuffre.

Die hat nun sogar die britische Bevölkerung dazu aufgerufen, sich mit ihr solidarisch zu erklären:

"Ich bitte die britischen Bürger inständig, mir zur Seite zu sehen, mir zu helfen, den Kampf zu kämpfen - das nicht zu akzeptieren. Das ist nicht irgendeine Sex-Story. Das ist eine Geschichte von Menschenhandel, von Missbrauch. Und es ist eine Geschichte von Ihrem Königshaus.“ Virginia Giuffre

Der Prinz und sein Freund Epstein

Unstrittig ist, dass Prinz Andrew mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet war. Epstein wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Im August hat er in einem New Yorker Gefängnis Selbstmord begangen. Prinz Andrew hat inzwischen alle öffentlichen Aufgaben auf unbestimmte Zeit niedergelegt. Wenn die Queen heute Abend die Teilnehmer des NATO-Gipfels im Buckingham Palast empfängt, um das 70-jährige Bestehen der Organisation zu würdigen, wird Prinz Andrew nicht mit dabei sein.