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Epidemiologin Grill: "Niveau der Fallzahlen ist zu hoch" | BR24

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Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie und Professorin an der LMU, spricht sich für eine enge Abstimmung innerhalb der Europäischen Union in Hinblick auf die Corona-Maßnahmen und eine gemeinsame Impfstrategie aus.

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Epidemiologin Grill: "Niveau der Fallzahlen ist zu hoch"

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie und Professorin an der LMU, Eva Grill, spricht sich für eine enge Abstimmung innerhalb der Europäischen Union in Hinblick auf die Corona-Maßnahmen und eine gemeinsame Impfstrategie aus.

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Von
  • Uwe Pagels

Vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag zu weiteren Corona-Maßnahmen hat die renommierte Epidemiologin Eva Grill dafür plädiert, die bestehenden Maßnahmen einzuhalten. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte Grill:

Man muss ganz klar sagen, dass viele Bürgerinnen und Bürger schon einen gewaltigen Kraftakt geleistet haben und auch jetzt noch leisten. Aber das Niveau der Fallzahlen ist viel zu hoch.

Mit Blick auf eine Verschärfung des Lockdowns sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie: "Ich meine, dass wir uns nicht an 1.000 Todesfälle pro Tag gewöhnen sollten." Sie verwies auf den ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres und meinte: "Da ist es gelungen, mit konsequenten Maßnahmen, die Fallzahlen deutlich zu senken. Da hatten wir einen Rückgang der Mobilität um 40 Prozent. Und der Rückgang ist jetzt bei minus 15 Prozent." Ihrer Meinung nach muss jetzt beispielsweise über Test-Strategien an Schulen und in Betrieben nachgedacht werden.

Gefahr durch Virus-Mutation

Mit Blick auf die Gefahr durch Mutationen des Corona-Virus sagte Grill: "Diese neuen Versionen sind deutlich ansteckender. Das ist ihr Problem. Das bedeutet höhere Fallzahlen, das bedeutet Probleme bei der Kontrolle und das bedeutet auch mehr schwer Erkrankte und mehr Todesfälle, auch wenn die Variante selbst nicht tödlicher ist."

Eine dritte Welle durch die Mutation könne nur verhindert werden, wenn man deren Verbreitung nun rasch unterbinde. "Ich erwarte da, dass sich die europäischen Länder untereinander mit ihren Maßnahmen abstimmen und zusammenarbeiten".

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