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Epidemie im Kongo: Mehr als 1000 Tote durch Ebola | BR24

© dpa-Bildfunk/Al-Hadji Kudra Maliro

Ein medizinischer Helfer arbeitet in einem Behandlungszentrum für Ebola in Beni im Kongo im April 2019.

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    Epidemie im Kongo: Mehr als 1000 Tote durch Ebola

    Der Kongo bekommt die Ebola-Epidemie weiter nicht in den Griff. Seit August starben laut offiziellen Angaben mehr als 1.000 Menschen. Helfer machen dafür auch die prekäre Sicherheitslage verantwortlich.

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    Durch die jüngste Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Abgaben bereits mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen. Seit dem vergangenen August, als die ersten Fälle bekannt wurden, seien 1.008 Todesfälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Kinshasa mit.

    Angriffe auf die Helfer

    Es ist bereits der zehnte Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, seit Ebola 1976 in dem zentralafrikanischen Land entdeckt wurde. Weil es in der betroffenen Region immer wieder Angriffe bewaffneter Rebellen gibt, ist die Bekämpfung der hoch ansteckenden Virus-Krankheit besonders schwierig. Ärzte und Helfer können Infizierte oft nur schwer erreichen. Mehrfach wurden Behandlungszentren angegriffen.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet auch aus diesem Grund eine weiteren Ausbreitung von Ebola. "Wir haben es mit einer schwierigen und unberechenbaren Situation zu tun", sagte der Leiter der WHO-Notfallprogramme, Michael Ryan, in Genf. Er sprach von 119 Angriffen seit Januar. 85 Helfer seien verletzt oder getötet worden. Die Fortschritte würden durch solche Angriffe zunichte gemacht.

    "Ebola-Bekämpfung entpolitisieren"

    Abgesehen von den Rebellen gebe es auch "politische Manipulationen", damit die Öffentlichkeit im Kampf gegen Ebola nicht kooperiere, kritisierte Ryan. Er rechne deshalb mit einer "fortgesetzten, intensiven Übertragung". Regierung und Opposition müssten zusammenkommen, um die Ebola-Bekämpfung zu entpolitisieren. "Die Katastrophe darf nicht ausgenutzt werden, um Konflikte anzuheizen". Die Regierung in Kinshasa erklärte, seit August seien mehr als 100.000 Menschen geimpft worden.

    Bisher stuft die WHO die aktuelle Ebola-Epidemie im Kongo nicht als internationalen Notstand ein. Der jüngste Ausbruch gilt als folgenschwerster seit der Epidemie Ende 2013, als mehrere westafrikanische Staaten betroffen waren. In den folgenden Monaten starben in Guinea, Sierra Leone und Liberia nach Angaben von Experten mehr als 11.000 Menschen an dem Virus.