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Heftiger Regen hat im Süden Bayerns Überschwemmungen verursacht. Hänge sind abgerutscht, Häuser zerstört, Straßen waren überflutet. Die Schäden dürften in die Milliarden gehen. Bund und Staatsregierung versprechen Hochwasseropfern Unterstützung.

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England streitet über Ende der Corona-Einschränkungen

Für Großbritanniens Premier Boris Johnson ist es der "Tag der Freiheit", aus Sicht von Wissenschaftlern ein fataler Öffnungsschritt in der Pandemie: In England fallen ab heute fast alle Corona-Beschränkungen weg, wie Maskenpflicht und Abstandsregeln.

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Von
  • Imke Köhler

Wenn heute in Großbritannien fast alle Corona-Beschränkungen wegfallen, befürchten Wissenschaftler eine erneute große Corona-Welle - bereits jetzt steigen in ganz Großbritannien die Fallzahlen. Mit der Zahl der Neuinfektionen wächst auch die Kritik am Kurs der Regierung.

Zweifel am Lockerungskurs

Viele Ärzte und Wissenschaftler halten die geplante Aufhebung der Corona-Restriktionen in England am Montag für einen Fehler. Dr. Nikki Kanani, die das Impfprogramm des Gesundheitsdienstes NHS mitverantwortet, betont, dass sie keine Politik mache, aber ihr Appell an die Bevölkerung ist unmissverständlich: "Bitte behalten Sie ab Montag all die guten Verhaltensweisen bei, die wir uns über die letzten 18 Monate angeeignet haben. Eine Maske zu tragen, ist eine großartige Idee, vor allem in geschlossenen Räumen. Und halten Sie Abstand zu anderen Leuten, das wird dazu beitragen, dass sich auch andere wohlfühlen."

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie hier.

Supermarktketten fordern weiter zum Maskentragen auf

Auf die vielen Appelle haben inzwischen auch zahlreiche Unternehmen reagiert. So werden Sainsbury’s und Tesco, zwei der größten Supermarktketten in Großbritannien, ihre Kunden auch über den Montag hinaus auffordern, beim Einkaufen eine Maske zu tragen. Auch die Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln in London, Manchester und anderen Städten behalten die Maskenpflicht bei, ebenso der Flughafen Heathrow.

Bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag im Sommer?

Aktuell liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen deutlich über 50.000. Sie wird offiziellen Schätzungen zufolge über den Sommer auf bis zu 100.000 steigen. Prof. Chris Whitty, der medizinische Chefberater der britischen Regierung, räumt ein, dass sich das Land überraschend schnell wieder in Schwierigkeiten befinden könnte.

Über Schwierigkeiten klagen viele Arbeitgeber schon jetzt. Ihnen macht der Quarantänezwang zu schaffen, der noch bis Mitte August für Personen gilt, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten. Allein in der ersten Juli-Woche wurden mehr als 500.000 Menschen in England und Wales vom NHS benachrichtigt, dass sie sich wegen eines solchen Kontaktes isolieren müssten. Die Ärztin Dr. Alley Hobbs von Pitsmoore Surgery in Sheffield steht kurz davor, ihre Praxis schließen zu müssen, weil sich bereits vier ihrer Mitarbeiter in Selbst-Isolation befinden.

Dr. Hobbs hat nun eine Petition gestartet. Sie fordert, dass auch der Quarantänezwang am Montag aufgehoben wird: "Wenn die Pandemie weiter wütet, stecken sich mehr und mehr Leute mit Covid an und dadurch steigt die Zahl der Kontaktpersonen. Es ist absurd, dass unser Personal, dass zweifach geimpft ist, nun nicht zur Arbeit kommen kann."

Nissan und Rolls-Royce warnen vor Quarantäne

Die Autobauer Nissan und Rolls-Royce haben davor gewarnt, dass es ihre Produktion beeinträchtigen wird, wenn sich immer mehr Angestellte in Quarantäne begeben müssen. Medienberichten zufolge sollen im Nissan-Werk im nordenglischen Sunderland schon rund 900 Mitarbeiter betroffen sein, das wären zehn Prozent der Belegschaft. Wie soll das erst werden, fragen Unternehmer und Arbeitgeberverbände, wenn alle Corona-Restriktionen aufgehoben sind und sich das Virus noch schneller verbreitet?

Der Gesundheitsdienst NHS bemüht sich unterdessen, noch mehr Menschen zu impfen. Mit dem Programm "Grab a jab", was so viel heißt, wie, "im Vorbeigehen eine Impfung mitnehmen", soll es für die Bürger noch einfacher werden, sich impfen zu lassen. Wer nicht ins Impfzentrum kommen kann oder mag, kann sich auf dem Weg zum Supermarkt oder beim Sparziergang im Park impfen lassen.

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