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Trauriger Rekord: 2016 mussten die Tierheime 370.000 Tiere aufnehmen. Auf Platz zwei dieses Armutszeugnisses die Katzen mit 147.879 Tieren.
© dpa-Bildfunk/Kay Nietfeld
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Trauriger Rekord: 2016 mussten die Tierheime 370.000 Tiere aufnehmen. Auf Platz zwei dieses Armutszeugnisses die Katzen mit 147.879 Tieren.

Vor einer leichtfertigen Anschaffung eines Tieres als Ostergeschenk warnt der Deutsche Tierschutzbund. "Wer sich für ein Tier interessiert, sollte unbedingt vorab überlegen, ob es auch wirklich ins eigene Leben passt", sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der "Rheinischen Post".

Tierschutzbund: Auch Kinder müssen in Entscheidung einbezogen werden

Alle Familienmitglieder müssten einverstanden und alle Fragen vorab geklärt sein. Jedem müsse bewusst sein, dass ein Tier Zeit und Geld koste. Oft endeten die Tiere im Tierheim, weil teure Tierarztkosten anfielen oder keine Betreuung für die Urlaubszeit da sei.

Ostergeschenk: Tierbesitzer schätzen Situation falsch ein

Ob Hund oder Meerschwein: Viele Tierbesitzer schätzen die Situation falsch ein. Allein 2016 wurden laut Tierschutzbund rund 50.000 Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse abgegeben. Nach der jüngsten Erhebung des Tierschutzbundes unter den ihm angeschlossenen Tierheimen erreichte die Gesamtzahl der neuaufgenommenen Tiere 2016 mit rund 370.000 einen traurigen Rekord - drei Jahre zuvor waren es noch 274.500. Den größten Teil machten Hunde (74.419) und Katzen (147.879) aus. Der Präsident: "Leider schätzen einige Tierbesitzer die Situation falsch ein."

Über 130 befreite Hunde: Kraftakt fürs Tierheim Neuburg

Mehr als 130 verwahrloste Hunde sind im November in Königsmoos bei Neuburg gerettet worden. Die Solidarität war groß: 22 Tierheime in Bayern haben sich der Hunde angenommen. Rund 40 nahm das Neuburger Tierheim auf – eine Mammutaufgabe auch für 2019.

44 verwahrloste Hunde: Mammutaufgabe für Tierheim Hamlar

44 teils verwahrloste Hunde haben die Mitarbeiter des Tierheims Hamlar im November 2018 gerettet. Das Veterinäramt hatte entschieden, dass sie nicht bei ihrer Besitzerin bleiben dürfen. Doch damit steht das Tierheim nun vor einer Mammutaufgabe.

Kampf ums Überleben - Tierheime in Bayern vor der Pleite

Tierheimen in Bayern fehlt es am Mindesten, um Kosten für Personal und Infrastruktur zu stemmen. Vom Freistaat kommt zu wenig, meinen Tierschützer. Auch Kommunen scheinen nur langsam zu reagieren. Für manches Tierheim ist das zu langsam.

Tierschutzbund bemängelt: Zu wenig Geld vom Freistaat

Zwei Millionen Euro will der Freistaat Bayern nun für die Tierheime zur Verfügung stellen - doch das reicht bei weitem nicht, sagt Nicole Brühl, Landesverbands-Präsidentin für Bayern im Deutschen Tierschutzbund. Zwei Drittel aller bayerischen Tierheime kämpft ums Überleben.