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Endspurt Amazonas-Synode: Diebe werfen Statue in Tiber | BR24

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Bei der Amazonas-Synode in Rom erstellen die Bischöfe derzeit ein Abschlussdokument. Brisant: Es könnte sich für verheiratete Priester aussprechen. Für Konservative wäre das der Anfang vom Ende - und sie zeigen dies durch die Schändung einer Statue.

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Endspurt Amazonas-Synode: Diebe werfen Statue in Tiber

Bei der Amazonas-Synode in Rom erstellen die Bischöfe derzeit ein Abschlussdokument. Brisant: Es könnte sich für verheiratete Priester aussprechen. Für viele Konservative wäre das der Anfang vom Ende. Für Aufsehen sorgte die Schändung einer Statue.

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Die Amazonas Synode im Vatikan geht in die entscheidende Phase. Ab heute arbeiten die Bischöfe am Abschlussdokument, in dem einige brisante Vorschläge enthalten sein könnten. Zum Beispiel die Empfehlung, dass die Kirche im riesigen Amazonas-Gebiet auch verheiratete Priester, also viri probati, einsetzt. Für konservative Kritiker des Papstes und der Synode wäre das der Anfang vom Ende des Pflichtzölibats.

Unbekannte schänden Indigene-Fruchtbarkeitsstatue

Streit gibt es auch außerhalb der Kirchenversammlung. So haben Unbekannte eine Holzfigur, die eine schwangere Frau darstellt, aus einer Kirche am Vatikan gestohlen und in den Tiber geworfen. Für Indigene symbolisiert die Statue Leben und Fruchtbarkeit, für Traditionalisten handelt es sich um einen heidnischen Kult.

Die Diebe hatten leichtes Spiel. Die Kirche Santa Maria in Traspontina liegt in Vatikannähe und ist in diesen Tagen ein Anlaufpunkt für viele Menschen, die aus dem Amazonasgebiet nach Rom gereist sind. Dass ein Mann die kleine Holzfigur aus der Kirche entwendet hat, fiel offenbar niemandem auf.

Kirchenräuber stellen Tat ins Internet

Die Täter müssen mindestens zu zweit gewesen sein. Denn die Tat wurde gefilmt und ins Internet gestellt. Der Film endet damit, dass die Statue, die eine nackte, schwangere Frau darstellt, in den Tiber geworfen wird. Paolo Ruffini, der vatikanischen Kommunikationschef, zeigte sich empört:

"Das ist eine Geste, die dem Geist des Dialogs widerspricht. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das war ein Diebstahl. Die Tat spricht für sich." Paolo Ruffini, vatikanischer Kommunikationschef

Konservative kritisieren Papst für Teilnahme an Zeremonie

Seit Beginn der Amazonas-Synode erregt die Statue konservative Gemüter - so wie die Tatsache, dass der Papst an einer Zeremonie teilgenommen hat, in der die Figur im Mittelpunkt stand. Kritiker sehen darin einen heidnischen Kult. Für die Indigenen Völker Amazoniens symbolisiert die Frauengestalt Fruchtbarkeit und Leben.

Solche Symbole tauchten ganz selbstverständlich auch in Gottesdiensten auf, sagt Michael Heinz vom katholischen Lateinamerika Hilfswerk Adveniat: "Die sind uns hier in Europa etwas fremd. Das hat nichts mit Heidentum zu tun, sondern damit, Gesten und Symbole mit in den Gottesdienst reinzubringen, die den Menschen wichtig sind."

Kardinal: Große Mehrheit der Synode für verheiratete Priester

Wirklich neu ist, dass bei dieser Synode zum ersten Mal offen darüber gesprochen wird, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Die Meinungen dazu sind durchaus kontrovers. Doch "eine sehr große Mehrheit der Synode" habe sich für eine Öffnung des Priesteramts ausgesprochen, ließ der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich bereits durchblicken.