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Ende einer Ära - Abschied vom Otto-Katalog | BR24

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Der Otto-Versand aus Hamburg hat den Sprung ins Internet-Zeitalter geschafft: gekauft wird inzwischen ganz überwiegend online. Trotzdem: Der Abschied vom gedruckten Otto-Katalog stimmt auch ein bisschen wehmütig!

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Ende einer Ära - Abschied vom Otto-Katalog

Der Otto-Versand aus Hamburg hat den Sprung ins Internet-Zeitalter geschafft: gekauft wird inzwischen ganz überwiegend online. Trotzdem: Der Abschied vom gedruckten Otto-Katalog stimmt auch ein bisschen wehmütig!

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Bayern 2-radioWelt: Macht Sie der Abschied vom Otto-Katalog nicht auch ein bisschen wehmütig? Oder haben Sie mit dem Papierkram eh nicht mehr viel am Hut?

Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands und Marketing-Chef bei Otto: Das ist ja ein Prozess, der sich jetzt schon seit über 20 Jahren entwickelt hat. Vor über 20 Jahren haben wir unsere Website zum ersten Mal online gestellt, mittlerweile kaufen auch bei uns die Kunden zu über 95 Prozent im Internet - davon kommen mittlerweile bereits 70 Prozent über mobile Endgeräte. Vielleicht noch ein Hinweis: Wir reden über den Hauptkatalog, das ist dieser dicke, den viele wahrscheinlich in Erinnerung haben. Wir machen aber immer noch viele inspirierende kleinere Kataloge, die Leute immer mal gerne durchblättern und zur Inspiration benutzen, da geht es um die Themen Einrichten, Wohnen, Bademode …

Bayern 2-radioWelt: Viele Leute kaufen mit dem großen Katalog nicht mehr ein. Jüngere kennen den vielleicht überhaupt nicht mehr. Beschreiben Sie doch mal, was das jahrzehntelang für ein Gefühl war, wenn der Otto-Katalog ins Haus kam!

Marc Opelt: Das ist schon sehr lange her, dass der Hauptkatalog unser ganzes Geschäftsmodell dominiert hat. Da drehte sich auch im Unternehmen alles um den Hauptkatalog. Für unsere Kunden war das ein Ereignis, dass zwei Mal im Jahr 1.300 Seiten im DIN A4-Format nach Hause gekommen sind und die ganze Familie drum herumsaß und den durchgeblättert hat. Und die, die gerne im Versandhandel gekauft haben, ihre Markierungen gemacht haben und wahrscheinlich mit den Eltern diskutiert haben, ob sie da was kaufen dürfen. Das ist allerdings lange her. Ich glaube, die Diskussionen finden vor dem Handy nicht mehr statt.

Bayern 2-radioWelt: Viele Unternehmen haben den Übergang im Versandbereich nicht geschafft. Sie haben es nicht erkannt, ihr Geschäft rechtzeitig auf online umzustellen. War das bei Otto sofort allen klar, was da auf Sie zukommt, auf Ihre Branche? Oder war das auch bei Ihnen ein mühsamer Prozess?

Marc Opelt: Das war nicht allen klar. Aber ich glaube, dass in der Otto-DNA und insbesondere natürlich auch aus der Perspektive von Dr. Otto immer schon die Neugier für alles Neue ganz groß war. Deswegen haben wir immer viel ausprobiert, genauso wie wir damals das Internet ausprobiert haben - und auch relativ schnell zu dem Schluss gekommen sind: Wenn nicht jemand anderes das gerade erfunden hätte, dann hätten wir es wahrscheinlich erfinden müssen. Wir haben das dann vehement nach vorne getrieben. Aber das war, ehrlich gesagt, ein langer Prozess, von fünf Prozent Umsatzanteil zu jetzt 95 bis 97 Prozent zu kommen.

Bayern 2-radioWelt: Wenn heute der allerletzte große Otto-Katalog in den Druck geht, kommt der bei Ihnen dann gleich ins Archiv oder wird er als Erinnerung in der Vitrine ausgestellt?

Marc Opelt: Ich muss schmunzeln, weil ich heute tatsächlich die Anfrage bekommen habe, 50 bis 60 Stück von Hand zu signieren, als letzten Katalog. Also offensichtlich hat der eine oder andere die Fantasie, dass der ein Sammlerstück wird.

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91 Prozent der Deutschen kaufen inzwischen mindestens einmal im Jahr online ein. Jetzt vor Weihnachten werden da noch mehr Pakete durch Deutschland reisen. Online einkaufen ist praktisch. Aber ist es auch ökologisch?