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Empörte Bürger demonstrieren gegen Thüringenwahl | BR24

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Die Wahl des FDP-Kandidaten Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen mit Stimmen der AfD empört in ganz Deutschland die Menschen. In München versammelten sich am Abend Demonstranten vor der FDP-Landesgeschäftsstelle.

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Empörte Bürger demonstrieren gegen Thüringenwahl

Jetzt fordert auch der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Daniel Föst, seinen Parteikollegen Thomas Kemmerich auf, nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD wieder zurückzutreten. Bundesweit gehen Tausende Bürger auf die Straße.

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Nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen hat der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Daniel Föst, seinen Parteikollegen Thomas Kemmerich scharf kritisiert:

"Man kann sich nicht von Rechtsaußen, von Nazis, zum Ministerpräsidenten wählen lassen." Daniel Föst (FDP) in "Kontrovers" im BR Fernsehen

Der Thüringer Landesvorsitzende der AfD, Björn Höcke, sei "das Schlimmste, was wir in der deutschen Politik sehen". Föst hält darum einen Rücktritt Kemmerichs für sinnvoll. Er selbst hätte sich nie zur Wahl gestellt und auch nicht von der AfD wählen lassen, so Föst im BR-Interview.

Föst: FDP hat nichts mit AfD gemein

Die FDP habe mit der AfD nichts gemeinsam, betonte Föst. Seine Partei sitze im Bundestag und im Bayerischen Landtag neben dieser "Bagage". Notwendig sei nun, die Probleme in Thüringen zu lösen, um die AfD dort "wieder kleiner zu machen".

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Die Wahl des FDP-Kandidaten zum Ministerpräsidenten in Thüringen mit Unterstützung der AfD stößt selbst innerhalb der FDP auf Unverständnis. Der bayerische Landesvorsitzende der Liberalen, Föst, empfiehlt Kemmerich im BR Fernsehen den Rücktritt.

Demonstranten in Bayern und Berlin

Wenige Stunden nach der von CDU und AfD unterstützten Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten haben deutschlandweit Tausende Menschen protestiert.

In München sind Hunderte Bürger auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von etwa 300 Menschen, die sich vor der Landesgeschäftsstelle der FDP versammelten. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: "Die richtige Antwort wäre gewesen: 'Ich nehme diese Wahl nicht an.'" Auch in Würzburg gab es eine Demonstration von rund 100 Bürgern. "Wer hat uns verraten? Freie Demokraten! Wer war mit dabei? Die christliche Partei!" hallte es durch die Würzburger Innenstadt. "Nie wieder Faschismus" oder "No Nazis? No Problems!" stand auf den Plakaten der Demonstranten in Würzburg.

In Berlin bekundeten Hunderte Demonstranten vor den Parteizentralen von FDP und CDU ihren Unmut. Dazu aufgerufen hatten verschiedene linke Gruppen. Vor dem Gebäude der FDP protestierten nach Veranstalterangaben am Abend mehr als 1.000 Menschen.

Demonstrationen in Erfurt, Leipzig oder Magdeburg

Ebenfalls etwa 1.000 Menschen versammelten sich am Mittwochabend vor der Thüringer Staatskanzlei und bildeten dort eine Menschenkette. Einige skandierten: "Wer hat uns verraten? Freie Demokraten!" und "Nicht mein Ministerpräsident!" Vor dem Eingang des Gebäudes brannten Kerzen, Demonstranten hielten ein Transparent "FDP und CDU: Steigbügelhalter des Faschismus" in die Höhe. In Jena demonstrierten 2.000 Menschen in der Innenstadt. Auch in Weimar, wo sich bereits am Nachmittag 200 Menschen versammelt hatten, Gotha und Ilmenau gab es Demonstrationen.

Mehr als 1.000 Menschen versammelten sich unter dem Motto "Haltung zeigen - keine Zusammenarbeit mit der AfD" zu einer Spontandemonstration vor dem Neuen Rathaus in Leipzig. Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verurteilte die AfD in einer kurzen Ansprache scharf.

In Magdeburg zogen knapp hundert Menschen mit Fahnen von Verdi, den Jusos, den Falken und Fridays for Future mit dem Ruf "Alle zusammen gegen den Faschismus" durch die Innenstadt.

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In vielen Städten sind nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen Hunderte Menschen vor die FDP-Geschäftsstellen gezogen, um gegen die Wahl mithilfe der AfD zu protestieren.