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Emirate und Bahrain normalisieren Beziehung zu Israel | BR24

© dpa/pa/Menahem Kahana

USA vermitteln zwischen V.A.E., Bahrein und Israel

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    Emirate und Bahrain normalisieren Beziehung zu Israel

    Bei einer feierlichen Zeremonie im Weißen Haus wollen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain am Dienstag Vereinbarungen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel unterzeichnen - ein Erfolg für Trump im Wahlkampf.

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    Für US-Präsident Donald Trump geht es um einen außenpolitischen Erfolg: Er habe ein historisches Telefonat moderiert, verkündete Trump vergangenen Freitag: Ein Telefonat zwischen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Bahrains König, Hamad al-Khalifa.

    "Im Geist von Frieden und Zusammenarbeit haben beide politischen Führer vereinbart, dass Bahrain seine diplomatischen Beziehungen zu Israel völlig normalisiert. Sie werden Botschafter entsenden und Direktflüge zwischen ihren Ländern aufnehmen. Das ist ein wahrhaft historischer Tag." Donald Trump, US-Präsident

    US-Regierung sieht sich als wichtiger Vermittler

    Vier Wochen zuvor hatte der US-Präsident angekündigt, dass auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel ihre Beziehungen normalisieren. Die US-Regierung sieht sich dabei als wichtiger Vermittler. Was Präsident Trump gelungen ist, sei unvorstellbar, erklärte Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner. Und er setzt damit den Ton für den Empfang im Weißen Haus, bei dem die USA, Israel, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate Verträge über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnen. Details sind noch nicht bekannt.

    Angst vor Vormachtstellung Irans eint

    Den Gedanken, dass der Beitrag der Trump-Administration zur bereits bestehenden Annäherung zwischen Israel und den Monarchien vielleicht nicht ganz so groß ist, weist Kushner im Fernsehsender CNN zurück. Präsident Trump sei als erstes 2017 nach Riyad geflogen, versammelte die Führer der 45 muslimischen Staaten und sagte: "Leute wir müssen die Dinge anders angehen. Wir müssen die Region mit gemeinsamen Lösungen und auf neue Art zusammenbringen." Trumps erste Auslandsreise 2017 unter die ausladenden Kristallleuchter von Riyad war vor allem eine Rückkehr zu Amerikas alten Verbündeten. Verbündete wie Saudi-Arabien, die sich von der Obama-Administration im Stich gelassen fühlten. Was die alten Kräfte nach Ansicht der Trump-Regierung bindet, ist die Angst vor einer Vormachtstellung von Iran in der Region.

    "Von Libanon, über Irak bis Jemen – Iran finanziert, bewaffnet und trainiert Terroristen, Milizen und andere extremistische Gruppen, die Chaos und Zerstörung in der Region verbreiten." Donald Trump, US-Präsident 2017 in Riyadh

    Kushner: Weiteres Friedenshindernis mit Palästinensern beseitigt

    Die USA, Israel und arabische Staaten teilen Interessen im Konflikt mit Iran. Und auf der Basis warb Kushner im Auftrag von Trump für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel. Wie berichtet wird, spielte im Fall der Vereinigten Arabischen Emirate auch der geplante Kauf von amerikanischen Kampfflugzeugen vom Typ F35 eine Rolle. Kushner behauptet, dass durch die Normalisierung zwischen Israel und arabischen Nachbarn, auch ein weiteres Hindernis auf dem Weg zum Frieden mit den Palästinensern beseitigt sei: der Zugang zur Al-Aksa-Moschee. Jetzt könnten Moslems von überall auf der Welt von Dubai und Abu Dhabi nach Tel Aviv fliegen und in der Moschee beten. Und das werde helfen, so Kushner, die Darstellung der Extremisten zu bekämpfen, die sagen, die Moschee sei in Gefahr.

    US-Plan für Gebietsaustausch von Palästinensern abgelehnt

    Als gehe es um einen rein religiösen Konflikt. Doch die territorialen Probleme zwischen Palästinensern und Israelis, die israelische Kontrolle und Besatzung palästinensischen Gebiets spielen in Washington mittlerweile eine untergeordnete Rolle. Ein US-Plan für einen Gebietsaustausch sollte das Problem lösen. Das heißt: Die Palästinenser lehnten ab. Und die israelische Regierung hatte die Karte im Frühjahr als Signal zur Annektierung palästinensischen Gebiets verstanden. Der Schritt sei zumindest durch die diplomatische Annäherung vorerst ausgesetzt, hat Israels Ministerpräsident Netanjahu der Regierung in Washington versprochen.

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