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Elterngeldreform: Mehr Geld bei Frühchen und mehr Teilzeit | BR24

© picture alliance / dpa

Vater und Tochter in einer Fußgängerzone

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    Elterngeldreform: Mehr Geld bei Frühchen und mehr Teilzeit

    Die Bundesregierung will das Elterngeld reformieren. Eltern von Frühchen sollen länger davon profitieren. Wer in Teilzeit arbeitet, soll mehr Möglichkeiten bekommen. Geplant ist auch, dass Topverdiener kein Elterngeld mehr erhalten.

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    Das Bundesfamilienministerium hat einen Entwurf vorgelegt, mit dem das Elterngeld angepasst werden soll. Laut dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, ist geplant, dass Eltern von Frühchen künftig einen Monat länger Elterngeld erhalten, wenn das Kind mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen ist. Paare sollen mit der längeren Zahlung des Elterngeldes mehr Zeit bekommen, "um mögliche Entwicklungsverzögerungen ihres Kindes besser auffangen zu können", heißt es in dem Entwurf.

    Zudem sollen Mütter und Väter, die während des Bezugs von Elterngeld in Teilzeit arbeiten, mehr Möglichkeiten dazu bekommen. Statt wie bisher 30 Stunden dürfen sie in Zukunft 32 Stunden pro Woche arbeiten, ohne dabei den Anspruch auf Elterngeld zu verlieren. So werde beispielsweise ein Vier-Tage-Woche möglich, heißt es in dem Papier.

    Lockerung bei Partnerschaftbonus

    Familienministerin Franziska Giffey (SPD) betont, dass sie mit der Reform das Elterngeld noch mehr auf Partnerschaftlichkeit ausrichten will. Die Regeln für den sogenannten Partnerschaftsbonus sollen demnach gelockert werden. Dieser Bonus bedeutet aktuell, dass Paare, die vier aufeinanderfolgende Monate parallel zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten - sich also die Betreuung der Kinder teilen - jeweils vier zusätzliche Monate lang einen Teil des Elterngelds erhalten, das sogenannte Elterngeld Plus.

    Der Bonus stärke die Beteiligung von Vätern nachweislich, heißt es in der Begründung zum Gesetzentwurf. Trotzdem werde er bisher nur von einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Eltern in Anspruch genommen.

    Kein Elterngeld mehr ab 300.000 Jahreseinkommen

    Paare, die mehr als 300.000 Euro Jahreseinkommen haben, sollen in Zukunft keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben.

    "Bei einem derart hohen Einkommen ist davon auszugehen, dass Elterngeld für die Entscheidung, in welchem Umfang zugunsten der Betreuung des Kindes auf Erwerbstätigkeit verzichtet werden soll, unerheblich ist. Vor diesem Hintergrund ist eine Herabsetzung des Grenzbetrags für Paare mit einem gemeinsamen Elterngeldanspruch angemessen." Gesetzentwurf Elterngeld-Reform

    Geplant ist, dass die Neuregelungen für das Elterngeld 2022 in Kraft treten. Dafür muss die Reform allerdings zunächst vom Kabinett beschlossen werden und dann durch Bundestag und Bundesrat. Nach Angaben von Familienministerin Giffey gibt der Staat jährlich mehr als sieben Milliarden Euro für Elterngeld aus.

    💡 Was ist Elterngeld?

    Elterngeld bekommen Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten wollen. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat - abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Das Elterngeld wird maximal 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen. Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden (Elterngeld Plus). Dafür sind die monatlichen Zahlungen dann kleiner.

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