BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Elitetruppe KSK: Wehrbeauftragte Högl befürwortet Teilauflösung | BR24

© Bayern2

Die Spezialkräfteeinheit der Bundeswehr, KSK, wird nach einigen rechtsextremen Vorfällen nicht komplett aufgelöst. Wehrbeauftragte Eva Högl begrüßt diese Entscheidung. Sie betont aber, dass Reformen und Aufklärung jetzt nötig sind.

15
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Elitetruppe KSK: Wehrbeauftragte Högl befürwortet Teilauflösung

Die Spezialkräfteeinheit der Bundeswehr, KSK, wird nach einigen rechtsextremen Vorfällen nicht komplett aufgelöst. Die Wehrbeauftragte Eva Högl begrüßt die Entscheidung im BR-Interview. Sie betont aber, dass Reformen und Aufklärung jetzt nötig sind.

15
Per Mail sharen

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) hat die Pläne von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zur grundlegenden Reform des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr begrüßt. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt betonte Högl, sie halte es für genau richtig, nicht das ganze KSK aufzulösen, sondern nur unter Bewährung zu stellen.

Kramp-Karrenbauer löst nur die problematische zweite Kompanie auf, für den Rest der KSK gibt es ein umfassendes Reformprogramm. Hintergrund ist eine Serie von rechtsextremistischen Vorfällen bei der Eliteeinheit.

Die Wehrbeauftragte fordert umfassende Aufklärung: "Jeder einzelne Fall muss aufgeklärt werden im KSK und in der Bundeswehr." Es müsse genau hingeschaut werden, so Högl, ob es rechte Strukturen und Netzwerke gebe. Das gelte auch für die Reservisten.

Högl sieht Versäumnisse auf Führungsebene

Dass nicht früher reagiert worden sei, bezeichnet Högl als Führungsversagen:

Das Stichwort: 'Staatsbürger in Uniform' muss natürlich gelebt werden. Das KSK und die gesamte Bundeswehr müssen sich einsetzen für Demokratie, Rechtsstaat, Freiheit und Frieden. Und das ist beim KSK offenbar nicht ausreichend gelebt worden in den letzten Jahren.

Als letzte Konsequenz müssten die ausgesondert werden, "die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und sie müssen das KSK verlassen", so die Wehrbeauftragte.

Högl, die erst vor Kurzem zur neuen Wehrbeauftragten gewählt wurde, erinnerte aber auch daran, dass sich die überwiegende Mehrzahl der Soldaten im KSK und in der Bundeswehr rechtschaffen verhält.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!