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EKD-Synode in Dresden startet mit schwierigen Themen | BR24

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Die 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland suchen gerade in Dresden bei ihrer Synode nach Wegen zu Gerechtigkeit und Frieden - aber auch nach Lösungen für Rechtsradikalismus und sexualisierte Gewalt in den eigenen Reihen.

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EKD-Synode in Dresden startet mit schwierigen Themen

Die Synode der EKD ist heute in der Dresdener Kreuzkirche mit einem Gottesdienst eröffnet worden. Bei seiner Tagung will sich das evangelische Kirchenparlament auch mit dem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen beschäftigen.

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Die Synode der EKD hat sich ein ehrgeiziges Motto gegeben: "Auf dem Weg zu einer Kirche des Friedens und der Gerechtigkeit" steht über dieser Tagung in Dresden. Wie steinig dieser Weg ist, kann man bereits im Eröffnungsgottesdienst erleben.

Ursprünglich sollte hier der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing predigen. Doch der trat vor einem Monat zurück, nachdem bekannt geworden war, dass Rentzing als Student Texte veröffentlicht hatte, die von seiner Kirche "als in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich" eingeschätzt wurden.

Rücktritt des sächsischen Landesbischof hat "Unfrieden gestiftet"

Die Amtsgeschäfte und die Predigt in der Dresdener Kreuzkirche übernahm der sächsische Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel. "Nach dem Rücktritt unseres Landesbischofs ist der Wunsch nach Frieden obenauf. Wir sehen, dass wir ihn nicht herstellen können - nur erwarten", sagte Daniel in seiner Predigt. Viel Unfriede habe die Frage gestiftet, wofür wir sind und wogegen wir sind, so Daniel. "Unfrieden hat es gestiftet, dass wir für viele die Antwort auf diese Frage schuldig geblieben sind."

Vor allem Rentzing ist bislang Antworten schuldig geblieben. Er schweigt seit seinem Rücktritt. Der Bischof von Hannover, Ralf Meister, hatte vor Beginn der EKD-Synode den zurückgetretenen Landesbischof dafür scharf kritisiert. Es sei eine bedauernswerte Tatsache, dass es keine öffentliche Stellungnahme gab, so Meister. Dies sei für die Kirche insgesamt eine Belastung.

Thema "Missbrauch" wirft Schatten auf Synode in Dresden

Ein weiteres Thema wirft einen Schatten auf diese Synode. Auch die evangelische Kirche muss sich mit ihrer Missbrauchsgeschichte auseinandersetzen. Dazu werden am Dienstag Betroffene und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, vor der Synode sprechen.

Auf ihrer vergangenen Tagung in Würzburg hatte die Synode einen Elf-Punkte-Handlungsplan verabschiedet. Wie weit dieser Plan bereits umgesetzt ist, wird eines der Themen sein, die der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, in seinem Ratsbericht behandelt.